Generic Beach DE_468x60
Expedia.de - Reisen. Wie, wann, wohin du willst.
Mia Aegerter: Nichts für Feiglinge (CD, Sophie Records, 2017)

 

Auch wenn "Nichts für Feiglinge" bereits das fünfte Album von Mia Aegerter ist, so doch irgendwie auch ein Debüt. Erstmals singt die Schweizerin nicht mehr in der heimischen Mundart, sondern in Hochdeutsch, da wird nun also auch Erfolg außerhalb der Kantone angestrebt. Das Ganze könnte schon klappen, zumindest lassen sich die 14 Songs auf 57 Minuten bestens anhören. Geboten wird Singer/Songwriter-Pop der tiefgründigeren Art und Weise, mit poetischen Texten rund um Trennungen ("Superwoman", "Liebe linear", "Böseslied", "Los lass los"), verpasste Chancen ("Du kommst zu früh"), Verlust ("Wenn einer von uns") und Depression ("Schwarzer Fleck"), aber auch um Liebe ("Mehr als alles", "Farbe bekennen"), Durchhalteoptimismus ("Kriegerin"), Eigenständigkeit ("Vagabundin") und Aufbruchsstimmung ("Nichts für Feiglinge") - insgesamt eher melancholisch als optimistisch gestimmt.

Dabei lief es für die 1976 geborene Mia Aegerter Anfang des neuen Jahrtausends recht vielversprechend. Als Schauspielerin war sie in der Fernsehserie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" aktiv, wurde 2003 mit dem "Prix Walo" in der Kategorie "Newcomer 2003" geehrt und erhielt 2004 für den Song "Hie u jetzt" in der Schweiz den VIVA COMET in der Kategorie "Best CH Act 2003". Im ZDF moderierte sie 2004 das Jugendmagazin "Bravo TV", und saß in der Jury der schweizerischen TV-Show "MusicStar". Auch musikalisch ging es damals gut weiter. Die Single "So wie i bi" wurde 2004 mit Platz 4 in der Heimat ihr größter Erfolg, das gleichnamige Debütalbum chartete auf Platz 5. 2005 dann ging es als Support von Ronan Keating auf Tour, und Mia nahm am deutschen Vorentscheid zum ESC 2005 teil. Der Erfolg ließ sich mit den Folgealben "Vo Mänsche U Monschter" (2006), "Chopf oder Buuch" (2009) und "Gränzgängerin" (2012) nicht reproduzieren - vermutlich auch ein Grund, warum die inzwischen nach Berlin gezogene Künstlerin sich von der Mundart abgewendet hat.

Nun also zerbrechliche Gitarrenpop-Songs auf Hochdeutsch, und diese wissen mit ihren poetischen Texten, guten Melodien und Aegerters emotionaler Stimme durchaus zu gefallen. Zum Abschluss der CD gibt es "Superwoman" und "Schwarzer Fleck" noch als intime Liveaufnahmen, die das soeben Geschriebene unterstreichen.

Hier das Video zu "Schwarzer Fleck":



www.miaaegerter.com
www.facebook.com/miaaegerter



Bewertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi )