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Arcade Fire: Everything Now (CD, Sony Music, 2017)

 

Arcade Fire bieten auf ihrem fünften Studioalbum "Everything Now" 13 Tracks auf 48 Minuten. Diese veröffentlichen sie auf CD, Kassette, Vinyl und digital, wobei hier nicht nur die Kassette als Retro-Medium zu erwähnen ist, sondern auch die Tatsache, dass die Vinyl-Ausgabe in 20 verschiedenen Artwork-Varianten erscheint, auf denen der Albumtitel "Everything Now" in jeweils 20 verschiedenen Sprachen zu sehen ist. Musikalisch wird einiges an Abwechslung geboten. Mit dem als Vorabsingle ausgekoppelten Titelsong eröffnet die Formation aus Montreal nach einem kurzen Intro-Track die Scheibe, die sie zusammen mit Thomas Bangalter (Daft Punk), Steve Mackey (Pulp) und Markus Dravs produziert haben. Die fröhliche Indie-Pop-Nummer kommt im Midtempo sehr eingängig daher und setzt sich sofort im Ohr fest, wird am Ende sogar noch hymnenhaft:



Catchy geht es auch mit "Signs Of Life" zu, welches eine gehörige Portion Funk-Groove aufbietet, sogar etwas an 70er-Disco-Stil erinnert. Dass die Combo um das Ehepaar Win Butler und Régine Chassagne nicht nur locker flockig kann, zeigt sie mit dem progressiveren "Creature Comfort", was falschen Körperwahn kritisiert und mit Stakkato-Elektrosounds und treibenden Beats die Message in den Gehörgang hämmert. Auch "Peter Pan" ist nicht der am leichtesten zugänglichste Song, bietet verzerrte Reggae-Anleihen und verschrobene Sounds zu einem verstörenden Text über Traum, Wirklichkeit und eine Überdosis an Liebe. Hypnotisch geht es mit dem monotonen "Chemistry" weiter, bevor es bei "Infinite Content" am rockigsten wird und in flotter Punk-Manier die Riffs geschmettert werden - wobei die Nummer danach nochmal als Folk-Pop-Nummer aufgearbeitet wird.

Mit "Electric Blue" wird es dann wieder eingängiger, das Midtempo-Stück mit einlullendem Gesang von Régine lässt sich sehr gut anhören. Beim ruhigen, behutsam voran schleichenden "Good God Damn" ist Win dann wieder, wie zumeist, der Hauptdarsteller am Mikro, singt hier sehr emotional, was auch für das folgende, starke "Put Your Money On Me" gilt. Mit "We Don't Deserve Love" rundet eine gute Western-Ballade die Scheibe ab, bevor nochmal zwei Minuten lang "Everything Now" in sphärischer Manier aufgegriffen wird. Nicht immer leicht zugänglich, diese Scheibe, aber sehr abwechslungsreich und auch mit einigen guten Songs gespickt, die gut ins Ohr gehen.



www.everythingnow.com
www.facebook.com/arcadefire



Bewertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi )