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Buika: Vivir Sin Miedo (CD, Warner, 2016)

 

Mit "Vivir Sin Miedo" legt Concha Buika ihr bereits achtes Album vor. Während die als Tochter afrikanischer Eltern auf Mallorca geborene und in Miami lebende Sängerin nicht nur in Spanien ein gefeierter Star ist, hat sie in Deutschland bislang noch keinen Durchbruch schaffen können, auch wenn ihre Konzerte zumeist ausverkauft sind. Die vorliegenden 47 Minuten könnten helfen, sie einer größeren Masse zugänglich zu machen - wobei dies die bislang vielleicht erfolgreichsten Alben "Niña de Fuego" (2008 für den Latin Grammy Award als Album des Jahres nominiert), "El Último Trago" (2010 mit dem Latin Grammy als Best Traditional Tropical Album ausgezeichnet) und "La Noche Mas Larga" (2014 als Best Latin Jazz Album für den Grammy nominiert) ja auch nicht schafften.

Mit den zehn Songs von "Vivir Sin Miedo" präsentiert sich Buika nun aber noch abwechslungsreicher als bisher, war sie doch bislang vor allem dafür bekannt, dem Flamenco neues Leben eingehaucht zu haben, mit vielen Stilen gewürzt. Hier nun findet man erstmals mehr englischsprachige als spanische Titel, gerne aber auch mal als Mix aus beiden Sprachen eingesungen - und neun der zehn Songs hat Buika selbst komponiert. Gekrönt von ihrer gewohnt gefühlvollen, intensiven, manchmal wieder unter die Haut gehenden Stimme findet man einen bunten Blumenstrauß aus Stilrichtungen, die allesamt ihren Reiz haben in der Umsetzung. Los geht es mit dem Titelstück "Vivir Sin Miedo", das Buika vor einigen Wochen bereits als freien Download zur Verfügung stellte und das umgehend weltweites Lob einheimste, auch von Musiker-Kollegen wie Chris Martin von Coldplay, Magne Furuholmen von A-ha und der französischen Chanteuse Zaz. Hier die Hymne einer selbstbewussten Frau im Kampf gegen Regeln und Unterdrückung zum Reinhören:



Nach dem stimmungsvollen Flamenco-Tribal-Mix "Si Volveré" findet man ein weiteres Highlights mit der bereits am 25. September 2015 veröffentlichten Single "Carry Your Own Weight", die Buika mit dem Songwriter und mehrfachem Grammy-Gewinner Jason Mraz aufgenommen hat. Ein tolles, gefühlvolles Duett, zwischen Ballade und sogar leicht groovigem Midtempo-Gitarrenpop angesiedelt. "Mucho Dinero" kommt mir HipHop-Beats daher und groovt mächtig ab, "Waves" bietet eine Mischung aus Reggae und Fado-eskem Leidgesang, "Good Men" liegt druckvoller zwischen Ragga, HipHop und R&B, "Cidade Do Amor" eigentlich auch, aber weit chilliger und getragener. "Yo Ire" arbeitet mit Elementen aus Jazz und Soul, auch mit Bläsern. "The Key" beginnt als softe Mischung aus Flamencogesang und relaxtem Jazz, wird dann im Laufe seiner achteinhalb Minuten immer explosiver und intensiver. Abschließend gibt es mit "Sister" dann noch eine feine Gitarrenballade, bei der Buika stimmlich nochmal alle Register zieht und zu begeistern weiß. Klasse Album, mit dem sich Buika nicht neu erfindet, aber sich selbst noch einige Facetten zufügt, die man so nicht kannte und die Freude bereiten.

www.conchabuikamusic.com
www.facebook.com/BuikaMusic



Bewertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi )