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Alice Cooper: Paranormal (2CD, earMUSIC, 2017)

 

Alice Cooper meldet sich sechs Jahre nach "Welcome 2 My Nightmare" mit einem neuen Album zurück. Auf den zwei CDs von "Paranormal", welches kein Konzeptalbum darstellt, bietet er hierbei zwölf neue Tracks und sechs Live-Versionen. Die insgesamt 18 Tracks hätten mit ihrer Gesamtspieldauer von 68 Minuten prima auch auf einen Silberling gepasst, anscheinend wollte Cooper aber die zehn neuen Songs von ihm als Solo-Künstler auf CD 1 abgrenzen von den zwei Songs, die er mit der Original Alice Cooper Band einspielte und die man zusammen mit den Liveaufnahmen also auf CD 2 findet.

Ein halbes Jahr vor seinem 70. Geburtstag präsentiert sich der Altmeister in guter Verfassung, und das nicht nur auf dem Cover, wo er zwar zwei Köpfe hat, aber irgendwie ansonsten so aussieht wie immer - wer schon immer mit massig schwarzer Augenschminke hantierte und nie seine Falten versteckte, altert halt langsamer. Musikalisch wird abwechslungsreicher Hard-Rock verabreicht, der modern und in positiver Weise auch traditionell klingt, hier hat Bob Ezrin (Pink Floyd, Deep Purple) mal wieder gute Produktionsarbeit geleistet. Der Titelsong als Opener geht bereits gut ins Ohr, erinnert nur im anfänglichen Riff-Akkord an "Friday On My Mind" in Gary Moores Version, entwickelt sich dann zu einer starken, atmosphärischen Nummer - hier im Lyric-Video zu erleben:



Im weiteren Verlauf von CD 1 geht es mal trockener zu wie beim grooviger abrockenden "Dead Flies" oder dem im Midtempo voran stampfenden "Paranoic Personality", mal klanglich voller und flotter wie bei "Fireball", "Rats" und "Dynamite Road", mal moderner abgemischt wie bei "Private Public Breakdown", mal rock'n'rollig wie bei "Holy Water", mal bluesig wie bei "Fallen In Love". Zum Abschluss der ersten CD erinnert dann "The Sound Of A" klanglich und mit seiner tollen Atmosphäre sogar an Pink Floyd. Viel Abwechslung also, vielleicht auch begünstigt durch die unterstützenden Musiker wie ZZ Tops-Gitarrist Billy Gibbons, U2-Drummer Larry Mullen oder Deep Purple-Bassist Roger Glover.

CD 2 eröffnet dann also - und das ist sicher die größte Überrschung - mit zwei Songs in der Ursprungsbesetzung der Alice Cooper Band. Mit Gitarrist Michael Bruce, Bassist Dennis Dunaway und Drummer Neal Smith hat Alice Cooper "Genuine American Girl" und "You And All Of Your Friends" eingespielt, die klanglich dann auch absichtlich nach Oldschool klingen und gut anhörbar abrocken, somit für Nostalgie sorgen, auch wenn CD 1 einige bessere Kompositionen bereit hält. Abgerundet wird das neue Album von sechs live im Mai 2016 in Columbus/Ohio mitgeschnittenen Stücken. Hier wird nichts wirklich Neues geboten, aber Klassiker wie "No More Mr. Nice Guy", "Billion Dollar Babies" oder "School's Out" lassen sich ja immer gut anhören, und so liegt auch direkt noch ein Beweis vor, dass Alice Coopers Stimme nicht nur auf Studioalben ausproduziert noch gut klingt, sondern auch nach wie vor auf der Bühne.

Alles in allem ein gut gelungenes neues Album von Alice Cooper, für das Bob Ezrin und er auch gut selektiert haben. Aus der etwa doppelten Anzahl an neuen Stücken schaffte es nämlich nur die Hälfte auf die Scheibe - auf Nummern, mit denen die beiden nicht voll zufrieden waren, wurde also als Füller verzichtet, und das ist gut so.

Hier kann man für jeweils 60 Sekunden in die Songs reinhören:



Und wer gerne mal neben dem Altmeister stehen möchte, kann sich die Photo-App zum Album herunter laden. Das zweiköpfige Covermotiv aufgreifend, können Fans sich so im Handumdrehen neben ihr Idol montieren und das Bild auf ihren Social Media-Kanälen teilen.

www.alicecooper.com
www.facebook.com/earMUSICofficial



Bewertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi )