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Cro: tru. (CD, Chimperator, 2017)

 

Cro veröffentlicht mit "tru." sein drittes Album nach den beiden Nummer-Eins-Scheiben "Raop" (2012) und "Melodie" (2014). Seinem Stil, dem selbstbenannten Raop als Mischung aus Rap und Pop, bleibt er treu, doch kommen die neuen Stücke etwas nachdenklicher und tiefgründiger daher, ohne aber hierbei dem Spaß komplett abzuschwören. Auffällig ist, dass sich das Thema Tod durch einige der Songs zieht, denn der Gevatter mit der Sense taucht im soulig groovigen "fkngrt" als Randfigur ebenso auf wie im toll gemachten, sich in seiner Dramaturgie wunderbar steigernden und reflektierenden "Baum" oder auch in der bombastischer arrangierten, ersten Single "Unendlichkeit" als irgendwann nahende Ziellinie, vor der Cro noch so einiges erleben will.

17 Tracks auf 83 Minuten sind zu finden, auf der Limited Edition kommen noch drei Bonustracks dazu. Abwechslungsreich geht es zu, mal chillig wie beim relaxten, langsam voran kriechenden "Forrest Gump" mit Patrice als Gast, beim leicht jazzigen "Slow Down" mit Ace Tee oder beim elektronisch effektbeladenen Liebeslied "Noch da", mal fett abgroovend wie bei dem leicht Latino-angehauchten "Todas" mit dem großen Wyclef Jean oder bei "No. 105". "fake you." sollte das Album ja eigentlich heißen, aber vielleicht ist es jetzt halt doch wahrer geworden, und so ist "fake you." nur noch einer der Tracks, ebenfalls sphärisch dahin fließend, hierbei durchaus ansprechend.



Mit dem epischen, fast 13 Minuten langen "Computiful" liefert Cro neben "Baum" und dem außerirdischen Ragga-Rap-Chiller "Alien" einen dritten Track ab, der sehr kunstvoll wirkt, eine sphärische Ballade mit viel zwirbelnden Elektrosounds und Effekten, eine Liebesgeschichte zwischen Hingabe und Verzicht, die einen hinten raus nur noch hypnotisch fliegen lässt.

Computerisiert kommt vieles vom Album daher, vielleicht in der Summe etwas zu synthetisch mit den vielen Effekten, in den Sounds wie auch im gerne auch dem mal gut eingebrachten, mal etwas nervenden Autotune-Gesangsbereiniger. Und wenn Cro dann noch in "0711" mit Siri flirtet, dann mag das Ganze nur als augenzwinkernde Kritik am technischen Fortschritt gemeint sein, denn Siri kann ja nicht singen, und um 7.12 Uhr steht er dann ja auch auf und widmet sich der Realität, aber warum müssen die dazu erklingenden souligen Wake-Up-Gesänge denn so durch den Effektwolf gedreht werden? Immernoch ein solides Album des Rappers mit der Panda-Maske, aber er kommt nicht mehr so locker flockig wie auf den ersten beiden Scheiben rüber, wollte hier vermutlich etwas anspruchsvollere Musik liefern, was gelungen ist.



Im Frühjahr 2018 wird Cro auf Clubtour gehen:

25.02.2018 Berlin - Huxley's
26.02.2018 Hamburg - Große Freiheit
27.02.2018 Köln - Live Music Hall
01.03.2018 Stuttgart - Im Wizemann
04.03.2018 München - Backstage

www.cromusik.de
www.facebook.com/cromusic



Bewertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi )