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Culcha Candela: Feel Erfolg (CD, RCA Deutschland, 2017)

 

Culcha Candela wünschen "Feel Erfolg" - vermutlich vor allem sich selbst, lief es zuletzt doch bei weitem nicht mehr so erfolgreich für die Jungs wie vor zehn Jahren, als ihre Single "Hamma" durch die Decke schoss und ihre deutschsprachigen Reggaevibes überall die Hüften wackeln ließen. Auf dem 2009 folgenden Album "Schöne neue Welt" fand sich mit "Monsta" noch eine Top-Five-Single, die Alben "Flätrate" (2011) und "Candelistan" (2015) wurden aber dann weit weniger beachtet und hielten auch keine Hits mehr bereit. Inzwischen gibt es die Band 15 Jahre, und zum Jubiläum zogen die Jungs einen Vertrag bei RCA Deutschland an Land, was sie durchaus zurück in die Erfolgsspur führen könnte - bei passender Musik. Die 54 Minuten ihres siebten Studioalbums eröffnet die Combo aus Berlin mit der Vorab-Single "Rodeo", bei der sie Dancehall-Elemente mit HipHop, einer arabisch angehauchten Elektro-Melodie, etwas R&B und druckvollen Beats verabreicht.



"Höchste Zeit, dass das Feuer wieder startet, wir bringen mal wieder 'ne Granate vorbei", singen Culcha Candela dazu, doch wer gedacht hat, dass DJ Chino, Don Cali, Johnny Strange und Mateo nun weiter progressiv zur Sache gehen würden, der sieht sich getäuscht und wird vom weichgespülten, belanglosen "In meiner City" mit Mr. Reedoo als Gast dann auch gleich in die Realität zurück geholt. Will man das nicht zu negativ sehen, so spricht man von viel Abwechslung, und diese wird tatsächlich geboten - aber das geht ja auch auf höherem Niveau. Die insgesamt 15 Tracks bieten dann zum Glück auch weitere gute Songs, vor allem in der ersten Hälfte, wie die in traditionellem Culcha-Sound angerichteten "Mach dein Ding" und "Komma klar", den mit Latino-Klängen daher kommenden Tanzabend-Ankurbler "Piste" oder die Gute-Laune-Hymne "Genieß mein Leben", der man auf der Cover-Tracklist doch tatsächlich das ß geklaut hat - na gut, dass kann jemandem schon mal passieren, der "Copacabana" als Track 12 erst gar nicht auflistet ... hallo, aufwachen in der Grafikstube!

Auch "Cool mit mir selbst" mit VitaliZe & Ela weiß zu gefallen und kommt sehr eingängig daher, ist aber eine recht poppige HipHop-Nummer, die man auch auf einem Mark-Forster-Album hätte finden können. Eher mittelmäßig sind hingegen "Original Gyal", das langweilige "Pull Up", die vor sich hin plätschernde Tussi-Kritik "Versace" oder das nicht so lustige wie gewollte "Schlager schlägt zurück" mit Hans Sachs als Gast. Hinten raus macht das zumindest hier erwähnte "Copacabana" dann nochmal etwas Spaß, bevor "Ey DJ II" auch nochmal gut tanzbar ist, irgendwann aber mit zu viel Autotune-Effekt nervt. Mit "Starting Over" groovt sich die Scheibe mittelprächtig zum abschließenden Gitarrenpop-Reggae-Titelsong "Feel Erfolg", der im Midtempo nochmal etwas versöhnt. Insgesamt aber doch eine Scheibe, die keinen zwingenden Ohrwurm enthält und bei der die zweite Hälfte qualitativ stark abfällt, weshalb sie auch nur als mittelmäßig eingestuft werden kann.



Hier sind Culcha Candela live zu sehen:

01.10.2017 Erlangen, E-Werk
03.10.2017 München, Muffathalle
04.10.2017 Stuttgart, Longhorn
05.10.2017 A-Wien, WUK
07.10.2017 CH-Zürich, Dynamo
08.10.2017 Frankfurt, Batschkapp
09.10.2017 Köln, Stollwerck
10.10.2017 Leer, Zollhaus
11.10.2017 Hannover, Capitol
13.10.2017 Hamburg, Docks
14.10.2017 Bremen, Aladin
15.10.2017 Berlin, Huxley’s Neue Welt

culchacandela.de
www.facebook.com/CulchaCandela



Bewertung: 5 von 10 Punkten

(Tobi )