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Gizmodrome: Gizmodrome (CD, earMUSIC, 2017)

 

Ob ihre Musik nun gut ist oder nicht, laut Definition ist Gizmodrome eine Supergroup, denn ich zitiere aus Wikipedia: "Als Supergroup wird eine Pop- oder Rockband bezeichnet, deren Mitglieder zuvor bereits in anderen, oft sehr bekannten Bands erfolgreich waren." Früher gab es Supergroups wie Cream oder Asia, in den 80ern dann Traveling Wilburys oder Electronic, nach der Jahrtausendwende Combos wie Audioslave, Velvet Revolver oder ganz aktuell die Prophets Of Rage. Nun also gibt es Gizmodrome, bestehend aus Stewart Copeland (The Police und mehrfach ausgezeichneter Soundtrack Komponist), Mark King (Level 42), Adrian Belew (ex King Crimson, David Bowie, Frank Zappa und Talking Heads) und Vittorio Cosma (der mit den italienischen Prog-Legenden PFM und einer beeindruckenden Liste an italienischen und internationalen Stars gespielt hat).

Für das selbstbetitelte Debüt von Gizmodrome haben die Herren - von Jungs mag ich hier nicht mehr sprechen - zwölf Songs auf 47 Minuten eingespielt. Dies haben sie tatsächlich zusammen gemacht, wie eine Band, mit Zusammensitzen, Lieder-Schreiben, Proben und so verrückten Dingen, die in digitalen Zeiten keine Selbstverständlichkeit mehr darstellen. Wie aber kamen Copeland und Belew als Amerikaner dazu, sich mit einem Briten und einem Italiener zusammen zu tun? Copeland erklärt: "Vittorio und ich haben schon vor Jahren in Italien zusammen gespielt, aber es wurde erst ernst, als Adrian und Mark dazu kamen und wir 15 Tage lang unserer Kreativität in einem Studio in Mailand freien Lauf ließen. Wenn du die richtigen Leute zusammen in einen Proberaum steckst, dann passieren ganz sicher 'seltsame Dinge'." King fügt an: "Stewart hat mir geschrieben und mich gefragt, ob ich Lust hätte, mit ihm und ein paar Freunden eine Session in einem Tonstudio in Mailand zu machen, und das nächste an das ich mich erinnere, ist, wie ich Basslinien raushaue zu seinen wilden Beats, während Mr. Adrian Belew Töne an die Wand hämmert, die ich so noch nicht gehört habe, und Vittorio irgendwie immer alles genau richtig zusammenfügt. Das ist Gizmodrome."



Produziert von Claudio Dentes spielen die vier Musiker ihre Stärken aus und bringen all ihre Erfahrung mit ein. Copeland war hierbei nicht nur für seine gewohnt unkonventionellen Schlagzeug-Künste verantwortlich, sondern singt auch bei fast allen Stücken. King blieb also zumeist nur der Bass, den er gekonnt spielt und schlägt, während Adrian Belew beweist, dass er an der Gitarre nichts verlernt hat und Vittorio Cosma aus dem Keyboard genau die richtigen Töne heraus holt. Das Ergebnis ist recht abwechslungsreich, gefällt aber jüngerem oder modernen Klängen fröhnendem Publikum sicher weniger, während Fans von traditionellem Rock und Pop der 70er auf ihre Kosten kommen. Bei "Zombies In The Mall" und "Spin This" geht es funky zu, "Stay Ready" ist trockener Rock, "Man In The Mountain" schleicht im Midtempo daher, "Summer's Coming" und "Strange Things Happen" sind poppig angelegt, "Ride Your Life" und "Stark Naked" rocken umso progressiver und härter ab, "Sweet Angels (Rule the World)" und "I Know Too Much" bieten experimentellere Strukturen, und mit "Amaka Pipa" und "Zubatta Cheve" findet man sogar Weltmusik-Einflüsse. Ein interessantes Album für Fans der teilnehmenden Musiker und von Oldschool-Rock, wobei so richtig umwerfende Stücke allerdings nicht zu finden sind.

Hier noch eine Vorab-Version des Songs "Amaka Pipa":



www.gizmodrome.net
www.facebook.com/Gizmodrome



Bewertung: 6 von 10 Punkten

(Tobi )