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IAMX: Unfall (Download/Vinyl, Caroline, 2017)

 

Oha. Auf den 48 Minuten seines neuen Albums "Unfall" beschert Chris Corner seinen Fans harten Tobak. Nachdem die frühere Stimme der Elektropop-Band Sneaker Pimps nach Ende dieser Formation 2004 sein Projekt IAMX ins Leben rief, wurde seinen Songs und Alben in der Elektro-Independent-Szene einige Beachtung geschenkt, große Erfolge blieben aber aus. Trotzdem legte der Brite interessante Alben vor und konnte seine Fans und auch die Kritiker vor allem mit dem Album "Volatile Times" aus dem Jahr 2011 überzeugen. Zudem entwickelte er IAMX auch immer mehr von einem Ein-Mann-Studioprojekt zu einer angesehenen Live-Band weiter, deren Shows neben guter Musik und einer starken Stimme von Chris auch mit Videoelementen und interessanten Outfits gefiel.

Nachdem "The Unified Field" aus 2013 das erste schwache Album von IAMX darstellte, ging es 2015 mit "Metanoia" wieder stark bergauf, zurück zur alten Stärke. Corner zeigte sich wieder weniger experimentell als zuvor und legte eine sehr anständige Mischung aus Elektro-Pop, Düsternheit a la Gothic und progressiven Elementen vor, wobei es wie immer oft melancholisch und auch textlich nicht gerade fröhlich zuging.

"Unfall" wirkt mit seinen 13 Stücken nun allerdings wie ein selbiger im Schaffen von Chris Corner als IAMX. Er hätte die Scheibe lieber nicht unter IAMX veröffentlichen sollen, da hier doch ganz andere Musik verabreicht wird, sondern eher unter seinem Remixer-Alias "Unfall", welches stattdessen zum Albumtitel wurde. Statt der üblichen Stücke mit klaren Songstrukturen findet man monotonen, düsteren, fast rein instrumentalen Techno. "I want to produce something that takes me someplace otherworldly and not connected to a song structure or selling records in a certain way", fasst Chris seine Intention zusammen, und zumindest das scheint ihm gelungen.

Da er "Unfall" als das erste einer Reihe experimenteller Alben ankündigte und ein "reguläres" neues IAMX-Album im Januar 2018 erscheinen soll, wundert man sich umso mehr, warum die Scheibe als IAMX veröffentlicht wird, denn für IAMX ist sie äußerst dürftig und ein totaler Bruch mit allem, was man an dem Projekt mochte. Aber selbst, wenn man die IAMX-Historie mal ausblendet, bleibt nicht viel Positives zu sagen, da die Tracks recht eintönig und langweilig dahin plätschern. Da half auch die Zusammenarbeit mit Produzent Jim Abbiss (Adele/Ladytron/Kasabian/Arctic Monkeys) bei einigen Stücken nichts, und einzig vielleicht das mal nicht rein instrumentale "The Disease To Please" mit GoGos-Sängerin/Gitarristin Jane Wiedlin als Gast besitzt irgendwie einen Reiz. Was für eine Enttäuschung.

www.iamxmusic.com
www.facebook.com/IAMXOFFICIAL



Bewertung: 2 von 10 Punkten

(Tobi )