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I Wear* Experiment: Patience (CD, Optical Records, 2017)

 

Ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Album legen I Wear* Experiment mit "Patience" vor. Mit knapp über 33 Minuten ist dieses zwar etwas kurz geraten, aber ansonsten wissen die acht Tracks zu überzeugen - wohl einer der Hauptgründe, warum Hurts das Trio mit dem Sternchen im Namen 2016 mit auf ihre Europa-Tournee nahmen.

Die estnische Band hat ihrem Debütalbum einen ordentlichen Spannungsbogen verabreicht. Beim Titelsong als Opener geht es noch sehr poppig zu, "Patience" kommt erst sanfter und sphärisch daher, später dann mittels sanfteren Gitarren und sich vermehrenden Drums etwas druckvoller. Während die Presseinformationen Vergleiche mit Florence And The Machine oder Ladyhawk ins Feld wirft, lehne ich mich mal ganz weit aus dem Fenster und finde, dass die Stimme von Frontfrau und Keyboarderin Johanna Eenma manchmal an Madonna erinnert, während die Musik so vielseitig ist, dass hier ein Vergleich immer nur punktuell möglich ist. Der zweite Song "From Nothingness" ist zwar auch noch eher gemütlich gehalten, besitzt aber schon einiges mehr an elektronischen Klängen, was sich noch sehr steigern soll.



Bei "Deepfreeze" bewegen sich Johanna, Mikk Simson (Drums/Percussion) und Hando Jaksi (Gitarre, Synhesizer) dann durchaus schon im progressiveren Synthiepop, mit mehr Druck, in den Sounds und in den gut arrangierten Beats, was zusammen eine sehr treibende, tanzbare und starke Nummer ergibt. "Stress My Friend" verbindet elektronische Popmusik sphärischen Momenten und auch rockigen Riffs, bevor dann "Wanting For More" als sehr eingängige und auch wieder gut druckvolle Elektropop-Nummer überzeugt. Mit dem fröhlich anmutenden Popsong "No Way Back" wird die Progressivität noch einmal einen Gang zurück geschaltet, bevor I Wear* Experiment dann mit "Hyperstress" das Highlight der Scheibe abliefern. Melodik trifft hier auf fette, zwirbelnde Elektro-Sounds und extrem treibende Beats, was eine hervorragende Club-Nummer ergibt, mit der mich die Esten an Kosheen erinnern, um doch nochmal einen musikalischen Vergleich anzubieten. Mit "I'm Loving It" als ruhigem, chilligem Abschluss wird die Vielseitigkeit der Band noch einmal unterstrichen. Weiter so!



iwearexperiment.com
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Bewertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi )