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Liza&Kay: Mit der Aussicht Einsicht (CD, Kühlschrank Records, 2017)

 

Liza&Kay bieten auf ihrem zweiten Album "Mit der Aussicht Einsicht" 13 Songs auf 47 Minuten, die einfach nett sind. Nun ist "nett" mal positiv gemeint, für manche ist "nett" aber auch die kleine Schwester von "scheiße". In diesem Fall ist es definitiv eher ersteres, denn die Lieder des Duos aus Hamburg lassen sich gut anhören. Stilistisch wird Singer/Songwriter-Pop mit Einflüssen aus Folk und Rock verabreicht, mit poetischen Texten aus dem Leben - es geht natürlich um die Liebe, um den Alltag, um Fernweh und Erlebnisse. Mit "Ohrwurm" eröffnen sie die Scheibe, und auch wenn der Song nicht zwingend ein solcher ist, so kommt er doch sehr ansprechend daher als feines, musikalisch von druckvollem Folk geprägtes Liebeslied.



Liza&Kay nutzen es gut, dass sie beide singen können, was mal die eine, mal der andere tut, zumeist aber zusammen zelebriert wird. Das erinnert dann, z.B. in "Lichter" (siehe unten), etwas an Bands wie The Beautiful South, wobei die Klasse dieser hier noch nicht erreicht wird. Besagtes "Lichter" zeigt aber auch, dass es in den Stücken des Duos auch gerne mal rockig werden kann, wenn wie hier im zweiten Teil des starken Stücks Riffs Progressivität beisteuern. Dass ihre Texte nicht nur von positiven Momenten oder Zwischenmenschlichem handeln, sondern auch mal Gesellschaftskritik und Politisches beinhalten, zeigen Liza&Kay mit "Du bist alles", hier während des G20-Gipfels auf Kays Balkon gespielt:



Das Album haben Liza&Kay über Crowdfunding finanziert und veröffentlichen es in Eigenregie auf ihrem frisch gegründeten Label Kühlschrank Records. Das hat Charme, dementsprechend gering dürfte die Chance auf großen Erfolg allerdings leider auch sein in den Mühlen der Musikindustrie. Schade eigentlich, denn unter den 13 Songs findet sich keiner, der in irgendeiner Weise mies ist, sie lassen sich alle gut anhören und sind strukturell auch durchaus abwechslungsreich - wobei die beiden gesanglich noch variabler hätten sein können, denn zumeist singen sie gerade im Mittelteil des Albums zusammen mit Liza im Vordergrund. Okay, bei "Ohrwurm", "Problem", "Staunen wir" und den Balladen "Keiner sagt was" und "Verstand" singt Liza auch mal Passagen alleine, und beim langsam und düster rockigen Liebesdrama "Messer" ist Kay auch kaum vernehmbar, aber dieser hat mit dem schönen, emotionalen Midtempo-Song "Alles was kommt", verfeinert mit Streicherklängen, lediglich einen Song, in dem er viel alleine singt - das hätten auch zwei oder drei sein können, ohne Lizas feine Stimme abwerten zu wollen. Alles in allem ein gutes Album mit - da ist es wieder - echt netten Songs.



Live sind Liza & Kay hier zu sehen:
29.09. Hamburg, Knust (Album-Releasekonzert)
30.09. Lübeck, Junge Stereopark Festival
13.09. Braunschweig, DRK Kaufbar
04.10. Bielefeld, Plan B
05.10. Flein, Cafe Duu
11.10. Hannover, Kulturpalast
12.10. München, Glockenbachwerkstatt
13.10. Berlin, Austerclub (mit Redensart)
14.10. Helmstedt, Pferdestall
04.01. Lübeck, Tonfink

www.lizaundkay.de
www.facebook.com/lizaundkay



Bewertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi )