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Mike + The Mechanics: Let Me Fly (CD, BMG, 2017)

 

Im Jahr 1985 gründete Genesis-Gitarrist Mike Rutherford das Projekt Mike + The Mechanics - als Ergänzung zu den erfolgreichen Zeiten mit Genesis. Mit Songs wie "Silent Running" (1985), "All I Need Is A Miracle" (1986), "The Living Years" (1989) oder "Over My Shoulder" (1995) konnten einige Erfolge verbucht werden, an den weltweiten Ruhm von Genesis aber konnte Rutherford mit dem Projekt nie annähernd heran reichen, was ihm aber sicher auch klar war. Nach dem Tod des Sängers Paul Young im Jahr 2000 und dem Ausstieg des weiteren Frontmanns Paul Carrack im Jahr 2006 gab es Gerüchte um das Ende der Band, aber Rutherford (Gitarre/Bass) fand mit Andrew Roachford und Tim Howar 2010 neue Frontmänner. Die drei bilden also das heutige Mike + The Mechanics, und dazu gesellen sich im Studio oder auch live Anthony Drennan (Gitarre), Luke Juby (Keyboards) und Gary Wallis (Schlagzeug).

Mit den 51 Minuten von "Let Me Fly" liegt sechs Jahre nach dem nicht sonderlich erfolgreichen "The Road" also ein achtes Studioalbum vor. Zwölf Songs sind zu hören, eröffnet vom Titeltrack als durchaus ansprechende Midtempo-Ballade, mit Chor und Streichern pompös aufgezogen. Mit "Are You Ready?" und "The Best Is Yet To Come" liegen rockigere Stücke vor, mit "Wonder" und "High Life" gemütlichere Nummern, und mit "Save The World", "Love Left Over" und "Save My Soul" findet man auch feine Balladen. "The Letter" fällt mit druckvolleren Elektro-Sounds klanglich etwas aus der Reihe, geht dann im Refrain gut ab. Der von Mikes Freund Brian Rawling (David Bowie, Tina Turner) erzeugte Sound kommt aber insgesamt trotz moderner Elemente doch sehr retro-lastig daher, erinnert an die 80er-Jahre, das muss wohl so gewollt sein.

Bleibt noch die anständige Single "Don't Know What Came Over Me" zu erwähnen, zu der Mike erklärt: "Da ist dieser Kerl, glücklich verheiratet und verliebt in seine Frau. Eigentlich ist alles fein für ihn. Aber plötzlich, in dieser einen Nacht, ist er weg und verliert alles wegen eines One-Night-Stands, wegen einer Situation, die komplett verrückt war. Der Mann bittet um Vergebung, aber wird sie ihm gewährt? Der Song lässt ihn im Ungewissen hängen. Und nein, er ist nicht autobiografisch zu verstehen". Viele der Songs hat Rutherford übrigens mit dem ehemaligen Johnny Hates Jazz-Sänger Clark Datchler zusammen geschrieben: "Wir trafen uns und vom ersten Tag an funktionierte unsere Zusammenarbeit. Clark ist ein ausgewiesener Songwriter und er brachte frischen Wind in meine Ideen. Ich schickte ihm ein paar Zeilen, die er zu Leben erweckte. Es gab keinen einzigen trägen Moment." Und so ist Mike dann auch mit dem Album zufrieden: "Das 'The Road'-Album haute keinen vom Hocker, weil wir es direkt aufnahmen, nachdem sich das aktuelle Line Up der Band kennengelernt hatte. Inzwischen haben wir gelernt, das Beste aus uns herauszuholen. Mir geht's in erster Linie darum, mir selbst zu beweisen, dass ich einen guten Song schreiben kann. Je älter man wird desto weniger findet man sich mit Gedanken wie 'ist ganz okay' ab. Man macht sich nichts mehr vor und geht mit sich selbst härter ins Gericht. Das Schwierigste an meinem Musiker-Dasein ist der Wunsch, relevant bleiben zu wollen. Jeder, der behauptet, dass Erfolg nicht wichtig sei, sagt nicht die ganze Wahrheit. Man wünscht sich, dass die Musik, die man schreibt, den Leuten gefällt. Wenn dem so ist, wird man von dem Gefühl belohnt, dass sich die Mühe gelohnt hat. So einfach ist das. Übrigens, meine Frau liebt das Album mehr als etliche meiner Alben, an denen ich in den letzten zwei Dekaden arbeitete. Glauben Sie mir, das ist ein sehr gutes Zeichen."

Die Liebe der Frau zum Album kann ich nicht ganz teilen, aber es lässt sich durchaus gut anhören. Einen absoluten Ohrwurm allerdings findet man nicht, und gepaart mit dem Retro-Sound wird dies dann automatisch dazu führen, dass es schwierig werden dürfte, neue Fans zu begeistern. Den alten aber dürfte die Scheibe durchaus wieder besser gefallen als "The Road".

Hier eine Liveaufnahme des alten Hits "The Living Years" aus dem Jahr 2016 beim The Isle of Wight Festival:



Im September sind Mike + The Mechanics live bei uns zu sehen:

07.09. Dresden, Schlachthof
17.09. München, Muffathalle
18.09. Mainz, Halle 45
20.09. Essen, Lichtburg
21.09. Berlin, Columbiahalle
22.09. Leipzig, Haus Auensee
24.09. Köln, Gloria
25.09. Mannheim, Rosengarten
26.09. Stuttgart, Theaterhaus
28.09. Hannover, Theater am Aegi
29.09. Hamburg, Laeiszhalle
30.09. Magdeburg, Stadthalle

www.mikeandthemechanics.com
www.facebook.com/mikeandthemechanicsofficial



Bewertung: 6 von 10 Punkten

(Tobi )