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Alison Moyet: Other (CD, Cooking Vinyl, 2017)

 

Auf den 42 Minuten ihres neunten Studioalbums "Other" geht Alison Moyet den 2013 mit "The Minutes" eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Wie schon beim damals hochgelobten Vorgänger, der eine Art Wiederauferstehung für die etwas in der Versenkung verschwundene Künstlerin darstellte, arbeitete sie mit Produzent und Songwriter Guy Sigsworth (u.a. Björk, Goldie und Madonna) zusammen, und diese Kooperation trägt wahrlich beeindruckende Früchte. So überzeugt Moyet auch hier nicht nur wie ja eigentlich meistens mit ihrer starken, im Wiedererkennungswert hoch angesiedelten Stimme. Nein, die Songs sind erneut qualitativ hochwertig geworden.

Dabei hat es sich Alison nicht leicht gemacht. "In meinem Alter ein solches Album zu machen, ist von den Texten her ein anderes Vorhaben", erklärt die 55-Jährige. "Beobachtung ersetzt in den meisten Fällen die Emotion. Die Unsichtbarkeit Frauen mittleren Alters fasziniert mich und ich beobachte stattdessen einfach nur. Ich beschäftige mich mit Dingen, die man von einem Pop-Album nicht erwartet: Legasthenie, Locked-In-Syndrom, Persephone, Hartnäckigkeit und das Internet. Wenn man mich nach den Inhalten meiner Songs fragt, versuche ich zu kooperieren, aber die Wahrheit ist: Obwohl ich in meinen Texten eher versuche, Erlebtes und die Bedeutung für mich zu beschreiben, möchte ich doch lieber, dass jeder sich seinen eigenen Reim darauf macht. Viele von uns fühlen sich nämlich 'anders'."

Diese 'anderen' Inhalte richtet Moyet auf beeindruckende Art und Weise an. Tolle elektronischen Popmusik ist zu hören, stimmungsvoll und atmosphärisch daher kommend, mit tollen Melodien und Ideen gespickt, klanglich bestens produziert und natürlich von Moyets toller Stimme veredelt. Manchmal wie bei "Lover, Go" oder "The English U" schießen einem sogar Vergleiche mit Goldfrapp in den Kopf - was für ein Kompliment. Bei "April 10th" denkt man auf Grund der gesprochenen Worte hingegen an die Elektro-Poetin Anne Clark. Mit "Beautiful Gun" gibt es zwischendurch und mit "Alive" am Ende zwei experimentellere, progressivere Nummern, und mit "Happy Giddy" wird druckvoll tanzbarer Stoff verabreicht, ansonsten aber dominiert Schönheit zwischen warmer Wohligkeit und ergreifender Melancholie, wobei die poetisch verpackten Inhalte ja bei weitem nicht immer positiver Natur sind. Das blubbernde "I Germinate", das klanglich bombastischer aufgemachte "The Rarest Birds", das 80er-Synthiepop in die Moderne ziehende "Reassuring Pinches" oder die ruhige, vor allem von Piano begleitete und im Vergleich zu den anderen Stücke fast elektronikfreie Ballade "Other" - alles sehr interessante Stücke. Ein abwechslungsreiches, starkes Album von Alison Moyet - und wer hätte gedacht, dass diese mal weit mehr mit einer Scheibe punkten würde als Depeche Mode oder Erasure im gleichen Jahr!

Hier das Video zum Titeltrack - welcher für den Sound des Albums allerdings nicht repräsentativ ist:



Im Dezember ist Alison Moyet dann live bei uns zu sehen:

09.12. Köln - Kantine
11.12. Berlin - Huxleys
12.12. Hamburg - Grünspan
13.12. Aschaffenburg - Colos-Saal
15.12. Karlsruhe - Substage

alisonmoyet.com
www.facebook.com/AlisonMoyet



Bewertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi )