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Naturally 7: Both Sides Now (CD, BMG, 2017)

 

Naturally 7 veröffentlichen ihr neues Album "Both Sides Now" am 13. Oktober - und diesmal bringt Freitag der 13. kein Pech, spät abends nämlich (bzw. in der Nacht um 0.40 Uhr - also wenn man es genau nimmt am 14.10.) strahlt ARTE passend zum Erscheinen des Longplayers auch noch das Konzert der A-Cappella-Formation aus, welches für die Konzertreihe "Berlin Live" im Berliner SchwuZ aufgezeichnet wurde. Wer es verpassen sollte oder nicht bis nachts warten möchte, der kann das Konzert online auch hier sehen.

Ein neues Album liegt also vor, und auch nach 18 Jahren im Musikgeschäft langweilen N’glish, Dwight Stewart, Rod E, Garfield Buckley, Warren T, Ricky und Kelz keinesfalls mit ihrer Musik. Auch auf dem achten Studioalbum wird wieder hervorragende A-Capella-Musik geboten, und falls irgendjemand mit dem Begriff nichts anzufangen wissen sollte: hier werden neben dem Gesang auch alle weiteren, Instrumenten ähnelden Töne ausschließlich mit den Stimmen erzeugt - wobei diesmal der Fokus noch weit mehr auf dem Gesang liegt.

"Both Sides Now" widmet sich dem Titel entsprechend um zwei verschiedene Seiten der Musik, nämlich populärer Musik ebenso wie klassischen Themen. So hört man schöne, von Wärme und wohliger Stimmung geprägte Interpretationen von Klassikern aus der Popmusik wie "Shape Of My Heart" (im Original von Sting) mit Peter Hollens als Gast, "Bridge Over Troubled Water" (Simon & Garfunkel), "Both Sides Now" (Joni Mitchell), "The First Time Ever I Saw Your Face" (Roberta Flack) und "Pipes Of Peace" (Paul McCartney). Dazu gibt es als Coverversion eines aktuelleren Titels Adeles "Hello", zusammen mit Helene Fischer - entstanden aus gemeinsamen Auftritten in ihrer Show.



Einen Ritterschlag, wenn es diesen noch bedurfte, gab Kevin "K.O." Olusola von den mit ihrer Vokalakrobatik noch weit erfolgreicheren A-Capella-Kollegen Pentatonix, der darum bat, auf der neuen Scheibe mitwirken zu können. Dass er beim schönen "Caught In The Moment" dann mit dem Cello das einzige Nicht-A-Capella-Instrument spielt, sollte aber nicht als Sabotage gewertet werden. Auch die zweite eigene Komposition "I Need Air" ist gut geworden, Naturally 7 beweisen also auch wieder mal, dass sie nicht nur fremde Stücke interpretieren können.

Kommen wir zu den klassischen Stücken. Der mit den Swingles und dem Chantage Choir aufgenommene Titel "Jerusalem", basierend auf Hubert Parrys Vertonung von William Blakes Gedicht "And did those feet in ancient time", eröffnet das Album sehr feierlich und bedächtig, ein wahrer Hörgenuss - wie aber eigentlich ja jede Nummer. Die Interpretation von "Going Home" aus Antonín Dvorák's "Largo" fängt einen ebenfalls mit seiner großartigen Atmosphäre ein. Gleiches gilt für "Prince Igor (Here Comes A) Pretty One" aus Alexander Borodins Oper "Prince Igor", wo sich Anika Sampson-Andersons Sopran und die Gesänge wie Klänge von Naturally 7 perfekt ergänzen. Starkes Album, vor allem auch durch die klassischen Stücke, die ihm Besonderheit verleihen und die perfekt umgesetzt sind.



naturallyseven.com
facebook.com/naturally7



Bewertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi )