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Orchestral Manoeuvres In The Dark: The Punishment Of Luxury (CD, RCA Deutschland, 2017)

 

In den 80er-Jahren waren Orchestral Manoeuvres In The Dark, die eigentlich immer nur abgekürzt als OMD benannt werden, aus der Szene der elektronischen Musik nicht weg zu denken. Mit Hits wie "Maid Of Orleans (The Waltz Joan Of Arc)", "Souvenir", "Locomotion" oder (Forever) Live And Die" waren Andy McCluskey und Paul Humphreys, die OMD 1978 gegründet hatten, damals sehr präsent und wurden auf Feten oft und gerne gespielt. Ihr angenehm warmer Synthiepop kam mit feinen Melodien, guten Klängen, tanzbaren Beats und nicht zuletzt der sehr individuellen Stimme Andys daher, ließ sich einfach gut anhören. Mit "Sailing On The Seven Seas" gab es 1991 noch einen Top-Ten-Hit, und auch "Pandora's Box (It's A Long, Long Way)" verkaufte sich noch gut, dann aber wurde es ruhiger um das britische Duo und die Alben "Liberator" (1993) und "Universal" (1996) konnten mit ihren Songs nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen. Nach 14 Jahren Pause kehrten OMD dann - eher überraschend - 2010 mit "History Of Modern" zurück, und das Album erreichte in Deutschland zumindest Platz 5 der Charts, während es in der britischen Heimat weit weniger Käufer fand. Trotzdem hatten Andy und Paul wieder musikalisches Blut geleckt und den Spaß am gemeinsamen Songwerkeln wiederentdeckt, und so folgte 2013 mit "English Electric" ein weiteres Album, welches auch in UK wieder mehr beachtet wurde (Platz 12), bei uns knapp die Top Ten knackte.

Vier Jahre später legen sind OMD nun also ihr mittlerweile 13. Studioalbum vor, ein Jahr vor ihrem 40-jährigen Bestehen. Auf den 43 Minuten von "The Punishment Of Luxury" findet man zwölf Stücke, die den treuen alten Fans ganz gut gefallen dürften. McCluskey und Humphreys sind sich selbst treu geblieben und bieten reinen Synthiepop, der es gut schafft, modern zu klingen und doch den Charme des 80er-Elektropop zu bewahren. Die oben erwähnte Wärme existiert auch heute noch, die Melodien lassen sich immernoch gut anhören, und Andy hat immernoch Andys Stimme, die so eigene Stimme von OMD. Der Titeltrack eröffnet das Album und "The Punishment Of Luxury" wurde dann auch als erste Single erkoren, mit für OMD fast schon harten, druckvollen Beats tanzbar daher kommend und durchaus ansprechend. Hier findet man dann auch ein typisches, immer wieder gerne mal angewandtes Stilmittel von OMD wieder, nämlich einen größtenteils instrumentalen Refrainteil, der mit heute wie damals an Kraftwerk erinnernden Sounds hantiert.



Das Album ist durchaus abwechslungsreich geworden. Bei "Art Eats Art", wo gesanglich nur mit Effekten gearbeitet wird, die zum Glück nur hier Andys Stimme mehr erkennbar machen, wird das Tempo ebenfalls angezogen. Mit "Isotype" und "One More Time" gibt es feine Midtempo-Stücke, mit dem etwas stumpferen und härteren "Robot Man" und der melancholische Schönheit mit zwirbelnden, teilweise abgehackten Sounds verbindenden Ballade "As We Open, So We Close" gibt es experimentellere Nummern, und bei "What Have We Done", "Kiss Kiss Kiss Bang Bang Bang" und den beiden sphärisch das Album abschließenden Songs "Ghost Star" und "The View From Here" wird es ruhiger. Dazu gesellen sich zwei Interludes, "Precision & Decay" experimentell sphärisch und "La Mitralleuse" mit verstörend kriegerischen Klängen. Das Ganze ergibt einen interessanten Mix, der nicht zwingend homogen wirkt, dafür umso mehr Abwechslung bietet. Eine Scheibe, die den erwähnten alten Fans gefallen kann, aber sogar auch neue gewinnen könnte. Das Ganze gibt es außerdem übrigens auch noch als Deluxe-Ecolbook-Edition, Super Deluxe Book, Vinyl, Download und Stream.



Hier sind OMD live zu sehen:

25.11. Erfurt, Traum Hits Festival
26.11. Hamburg, Große Freiheit
28.11. Berlin, Huxleys
29.11. Leipzig, Haus Auensee
30.11. München, Tonhalle
02.12. Offenbach, Stadhalle
03.12. Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle

www.omd.uk.com
www.facebook.com/omdofficial



Bewertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi )