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Moses Pelham: Herz (2CD, Columbia, 2017)

 

Moses Pelham ist momentan sehr präsent. Letztes Jahr sorgte nach langer Zeit der Entzweiung die Reunion mit Xavier Naidoo als Songschreiber und Produzent von dessen Album "Nicht von dieser Welt 2" für Aufmerksamkeit. In der TV-Show "Sing meinen Song – Das Tauschkonzert" interpretierte er 2017 Stücke von Künstlern wie Mark Forster, Gentleman oder Silbermond, ließ im Gegenzug seine Songs von den anderen Musikern adaptieren. Im April erschien das neue Album "Kraft" seiner Band Glashaus, die er zusammen mit Cassandra Steen und Martin Haas bildet. Da liegt es nahe, dass er die Gunst der populären Stunde nutzt und auch ein neues eigenes Album veröffentlicht, fünf Jahre nach der "Geteiltes Leid"-Trilogie.

Auf den 49 Minuten von "Herz" schüttet er selbiges aus, jedoch gibt es neben den gewohnten Songs über Leid und Schmerz unter den zwölf Tracks auch positive zu entdecken, und sogar etwas Humor. Klanglich kommt das Ganze etwas reduzierter daher, aber natürlich wie gewohnt sehr sauber ausgetüftelt, mit feinen Beats, etwas mehr Elektronik und auch wieder Celli-Streichern. Mal geht es etwas härter zu wie im Opener "Neubeginn", "An alle Engel" oder dem mit Gitarrenriffs aufgerauhten "M zum O", mal sphärischer und chilliger wie bei "BGMB" (wo Moses im Refrain überraschenderweise auf Englisch singt), "Aus dem Refugium" oder "Mehr Licht". Mit "You Remember" und "Wir sind eins (sagt ihr)" gibt es auch zwei ruhige Songs, bei denen Pianoklänge ähnlich prominent sind wie bei Glashaus.

Wie oben geschrieben finden sich negative Erinnerungen und Herzschmerz noch in vielen Tracks wieder, aber der Rapper aus Rödelheim hat mit "Mehr Licht", "An Alle Engel" und "Geheime Welt" auch drei durchaus hoffnungsvolle Stücke am Start. Selbstironisch gibt er sich zudem bei "Momomomomosespelham", wo er zu poppiger Akustikgitarre und Handclaps mit Tralala-Melodie von einem Kinderchor seinen Namen intonieren lässt, bis am Ende der Fußballer-Gesang "Es gibt nur einen Rudi Völler" auch noch auf ihn umgemünzt wird. Das ist ganz witzig, wobei aber das folgende Skit "Cococococostameronianakis", in dem Illmatics bürgerlicher Name besungen wird, maximal einmal zum Schmunzeln bringt und bei erneutem Durchhören nervt - hier skippt man dann also rasch weiter. Ansonsten aber ein sehr anständiges Album von Moses Pelham, dem er auf einer Bonus-CD noch die Instrumentalversionen der Songs beilegt.



www.mosespelham.de
www.facebook.com/mosespelham



Bewertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi )