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Placebo: MTV Unplugged (CD, Vertigo, 2015)

 

Nachdem Placebo nun schon 20 Jahre lang ihre Fans mit feinster Rockmusik verwöhnen, war es an der Zeit, auch mal eines der immer sehr besonderen "MTV Unplugged"-Konzerte zu spielen. Als die Einladung von MTV eintrudelte, war für Sänger/Gitarrist Brian Molko und Bassist Stefan Olsdal klar, dass sie hierfür etwas Besonderes inszenieren wollten. Olsdal: "Als klar war, dass wir dieses Konzert spielen würden, haben wir uns quasi auf eine Mission begeben, diesen Beitrag zur Geschichte von MTV Unplugged für uns genauso interessant zu gestalten wie für die Zuschauer". Molko erklärt: "Wir wollten etwas Einzigartiges auf die Beine stellen, das eine Herausforderung für uns darstellt. Dieser Prozess war sehr interessant, denn man erschafft etwas im gleichen Moment, in dem man es aufführt. Das haben wir noch nie zuvor getan. Diese Gleichzeitigkeit des Aufführens und Erschaffens war für uns ganz neu."

In den heimischen London Studios der britischen Hauptstadt boten die beiden Gründungsmitglieder zusammen mit dem neuen Drummer Matt Lunn, einigen zusätzlichen Musikern und diversen Streichern eine tolle Unplugged-Show, die nun nicht nur auf DVD und Blu-ray, sondern auch auf CD vorliegt. 17 Songs auf 76 Minuten sind zu hören, die einen guten Querschnitt aus 20 Jahren und sieben Studioalben darstellen. "Die größte Herausforderung bestand für uns darin, diese Stücke neu zu erschaffen – und zwar auf eine ganz neue, reizvolle Art und Weise", sagt Molko, und dies ist ihnen gut gelungen. Bei Balladen wie "Without You I'm Nothing", "Hold On To Me" oder der Sinead o'Connor-Coverversion "Jackie" war der Weg zur Unplugged-Version nicht allzu weit, bei rockigen Stücken ist es umso interessanter, wie sie umgesetzt wurden. "Loud Like Love" kommt alles andere als laut daher, "Slave To The Wage" wird zu einer rein atmosphärischen, mit Streichern und leichtem Piano angerichteten Hypnose, "Meds" gibt es in einer wundervollen Version völlig ohne Drums, der große Hit "Every You Every Me" wird zu einer langsamen, gemütlichen Gitarrenpop-Nummer mit Majke Voss Romme als Gast - während "The Bitter End" und "For What It's Worth" auch akustisch noch flott rockig angestimmt werden, wenn nicht gerade für ein kleines Streichersolo unterbrochen wird. Zweiter Gast des Abends ist bei "Protect Me From What I Want" Joan As Police Woman aus New York - Placebo haben also bewusst keine namhaften Künstler zu sich gebeten, sondern geben eher unbekannten Stimmen hier ein großes Forum. Mit der Trinker-Verzweiflungs-Liebes-Power-Ballade "Bosco" spielen sie zudem einen Song, den sie noch nie vorher live gespielt haben (allzu alt ist er allerdings aber ja auch nicht), und mit der Pixies-Nummer "Where Is My Mind?" gegen Ende auch noch eine zweite Coverversion.

Ein starkes Konzert, welches keine Langeweile aufkommen lässt. Hier und da sind auch mal besondere arabische oder indische Instrumente zu hören, um besondere Akzente zu setzen. "Wir haben uns mehrere Monate darauf vorbereitet", erinnert sich Molko. "In dieser Zeit haben wir immer wieder an den Stücken herumgebastelt, denn damit haben wir für uns komplettes Neuland betreten und unsere 'Comfort Zone' verlassen." Gelungen!

Die komplette Tracklist:

01. Jackie
02. For What It's Worth
03. 36 Degrees
04. Because I Want You
05. Every You Every Me
06. Song To Say Goodbye
07. Meds
08. Protect Me From What I Want
09. Loud Like Love
10. Too Many Friends
11. Post Blue
12. Slave To The Wage
13. Without You I'm Nothing
14. Hold On To Me
15. Bosco
16. Where Is My Mind?
17. The Bitter End

Die Unplugged-Version von "Meds" könnt ihr euch hier direkt anschauen:



www.placeboworld.co.uk
www.facebook.com/officialplacebo



Bewertung: 9 von 10 Punkten

(Tobi )