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Brian Wilson: Playback (CD, Rhino, 2017)

 

Brian Wilson kennt man als Mastermind der Beach Boys, komponierte er doch die meisten ihrer Songs in den 60er- und 70er-Jahren, zudem produzierte er auch viele der Alben. Er spielte den Bass, er spielte Keyboard, und gesanglich war er für die erfolgreiche Band ebenso wichtig als eine der Hauptstimmen, gerne auch mal mit hoher Falsettstimme. Von den drei Wilson-Brüdern in der Gründungsbesetzung der 1961 gegründeten Beach Boys ist er der einzige, der noch lebt.

Seit 1988 veröffentlicht Brian Wilson Solo-Alben, als zehntes hiervon erschien zuletzt 2010 "No Pier Pressure". Nun veröffentlicht der 75-jährige Amerikaner mit "Playback" einen Rückblick auf seine Solo-Karriere. Auf 74 Minuten findet man 18 Stücke aus all seinen Schaffensphasen. Mit "Love And Mercy" eröffnet eine Nummer aus seinem selbstbetitelten Solo-Debüt die Sammlung, und auch die folgenden "Surf's Up" und "Heroes And Villains" klingen noch sehr nach dem mitreißenden, stimmungsmachenden Surf-Sound der Beach Boys - kein Wunder, sind diese Stücke doch aus dem über Jahrzehnte unvollendeten Beach Boys-Albums "Smile", welches Brian Wilson dann 2004 doch noch unter dem Titel "Brian Wilson Presents Smile" veröffentlichte.



Die Zusammenstellung lässt sich sehr gut anhören und bietet viele Highlights auf, die zeigen, dass Brian Wilson auch solo hervorragende Songs veröffentlichte. Die oben genannten Stücke gehören dazu, aber auch die Ballade "Cry" aus seinem 1998er-Album "Imagination" ist hier zu nennen, die auch nicht zu sehr nach dem Band-Sound klang, so wie auch das ebenfalls langsame "One Kind Of Love" aus seiner 2015er-Scheibe. "Soul Searching" gehört ebenfalls zu den Highlights, 2004 um einen Vocaltrack seines 1998 verstorbenen Bruders Carl herum arrangiert. Aus dem Album "Brian Wilson Reimagines Gershwin" (2010) mit Songs von George und Ira Gershwin findet man das schöne "The Like In I Love You", aus aus seinem 2011 veröffentlichten "In The Key Of Disney" mit Interpretationen von Songs aus Disney-Filmen "Colors Of The Wind" aus "Pocahontas". Einzig die Weihnachtsplatte "What I Really Want For Christmas" wurde konsequenterweise nicht berücksichtigt, denn deren Songs passen zu anderen Jahreszeiten halt nicht, und die Scheibe soll ja ganzjährig funktionieren.

"The First Time" und "This Isn't Love" sind als Live-Versionen zu finden, und als besonderes Schmankerl gibt es auch zwei bisher unveröffentlichte Songs. Das gut gelungene, altrockige "Run James Run" hat der Altmeister exklusiv für "Playback" eingespielt, und das groovige "Some Sweet Day" entstand bereits Anfang der 90er-Jahre in Zusammenarbeit mit Andy Paley im Rahmen eines nie vollendeten Projekts. Für Fans sicher ein Muss, aber auch für alle Fans von Musik mit 60er-Charme eine Scheibe, die sich lohnen könnte.



Das Tracklisting:

01. Love And Mercy
02. Surf’s Up
03. Heroes And Villains
04. Melt Away
05. Let It Shine
06. Some Sweet Day *
07. Rio Grande
08. Cry
09. Lay Down Burden
10. The First Time
11. This Isn’t Love
12. Soul Searchin’
13. Gettin’ In Over My Head
14. The Like In I Love You
15. Midnight’s Another Day
16. Colors Of The Wind
17. One Kind Of Love
18. Run James Run *
* = bisher unveröffentlicht

www.brianwilson.com
facebook.com/officialbrianwilson



Bewertung: 8 von 10 Punkten

(Tobi )