Die deutsch-italienische Co-Produktion "Augustus - Mein Vater, der Kaiser", am 6. und 7. Januar 2004 im ZDF als Zweiteiler zu sehen, bildet den Auftakt zu einer sechsteiligen Filmreihe über das römische Kaiserreich. Die Streifen "Nero", "Titus", "Marc Aurel", "Constantin" und "Kampf um Rom" werden in den Jahren bis 2006 gedreht werden.

Zu Beginn sieht man Augustus (Peter O'Toole) als alternden Kaiser im 12. Jahr vor Christus. Mit seiner Frau Livia (Charlotte Rampling) lebt er zwar zusammen, jedoch nicht harmonisch. Über die Jahre sind sie sich fremd geworden, und noch ein Problem gibt es. Livia möchte ihren Sohn Tiberius (Michele Bevilaqua) als Nachfolger von Augustus sehen, dieser aber strebt an, das Reich von den Söhnen seiner hübschen Tochter Julia (Vittaoria Belvedere) regieren zu lassen. Diese sind alledings noch jung, und Augustus wird nicht nur schwach, auch ein misslungenes Attentat macht ihm klar, dass sein Leben schnell enden kann. Da Augustus Julia gegen ihren Willen mit seinem besten Freund Marcus Aggripina verheiratet hat, einen ebenso alten Mann, führt sie eine heiße Affäre mit Jullus (Juan Diego Botto), dem Sohn des einstigen Staatsfeindes Marc Anton. Julia weiß nicht, dass Jullus ebenfalls ein Attentat auf Augustus plant. Als die schockierende Nachricht kommt, dass Aggripina gestorben ist, bittet Augustus seine Tochter um des lieben Friedens willen und zum Wohle Roms Tiberius zu heiraten.

In einem ausgiebigen Rückblick sieht man dann, wie der junge Augustus, damals noch Octavius (Benjamin Sadler) zum Kaiser wurde. Als sein Onkel, der große Caesar (Gerad Klein), ihn in den Krieg ruft, macht sich Octavius mit seinem Jugendfreund Marcus Agrippa (Ken Duken) auf. Der römische Konflikt zwischen dem Adel und dem Volk wird auf dem Schlachtfeld ausgetragen, wo Caesar gegen Sextus einen Sieg erringt. Er erklärt, der Adel habe nun keine Vorrechte mehr - ganz zum Unmut der jungen Adelstochter Livia (Martina Stella), in die sich Octavius verknallt hat. Doch nicht jeder in Rom sieht Caesars Treiben mit Freude - vor allem, als seine Pläne bekannt werden, sich zum Alleinherrscher auf Lebenszeit zu ernennen. Eine Gruppe um Cicero (Gottfried John) und Brutus (Antonio Petrocelli) plant Caesars Tod. Vorher noch schickt dieser Octavius, den er inzwischen als Adoptivsohn ansieht, nach Griechenland zur Ausbildung. Dann wird Caesar ermordet. Mit dem zum Kämpfer gewordenen Agrippa und dem intellektuellen Maecaneas (Russel Barr) kehrt Octavius, den Caesar mit seinem letzten Willen zum Nachfolger bestimmt hat, nach Rom zurück. Jedoch wird er noch nicht als Herrscher anerkannt, und zu allem Überfluss soll Livia einen anderen Mann heiraten. Mit Marc Anton (Massimo Ghini) kommt es zum Konflikt, doch dieser macht ihm auch klar, dass er hart durchgreifen muss, um zum Herrscher zu werden...

"Augustus" ist ein gelungener Film über das Leben des Kaisers, auch wenn dieser beinahe noch zu gut weg kommt, irgendwie sympathisch eben, wo er doch ein kaltblütiger, berechnender Kaiser war. Aber auch der Friedensgedanke war ihm wichtig, und dies wird hier mehr in den Mittelpunkt gestellt, ebenso wie seine Liebe zu Livia und die Probleme mit Julia. Auch Cleopatras (Anna Valle) später wichtige Rolle im Zusammenspiel mit Marc Anton wird nicht vernachlässigt, so dass der Film tatsächlich nahe an der Historie liegt, was aber ja auch Sinn sein sollte. Die aufwändig in Tunesien erbauten Kulissen und erarbeiteten Requisiten machen den 170-minütigen Streifen zusammen mit gelungenem Handlungsaufbau und guten Schauspielern zu einem, den man durchaus empfehlen kann. Auf der Bonus-DVD findet man eine 45-minütige ZDF-Dokumentation über "Augustus", die auch sehr interessant ist, und drei insgesamt 25 Minuten ergebende "Making Of"-Teile deren Inhalt sich teilweise überschneidet, die ansonsten aber gute Einblicke und Zitate enthalten. Der Film ist übrigens nur in deutscher Sprache zu finden.

(Tobi)