An Catherine (Gwyneth Paltrow) 27 Jahre alt wird, wirkt sie geschafft und frustriert - nur ihr Vater Robert (Anthony Hopkins) gratuliert ihr um Mitternacht, und das mit einem dürftigen Sekt. Im Plausch bezeichnet er sich selbst als verrückt, macht aber einen agilen Eindruck. Wie sich schnell heraus stellt, ist dies nur Einbildung, denn ihr Vater ist in Wirklichkeit vor einer Woche im Alter von 63 Jahren verstorben. Grund genug also, alles andere als fröhlich ins neue Lebensjahr zu gehen. Doch wer ist Catherine? In Rückblicken erfährt man mehr über sie und ihren Vater, einen genialen Mathematikprofessor, der im Alter an geistiger Umnachtung erkrankte und erst durch ihre Hilfe wieder zurück zu normalem Leben fand - zumindest einigermaßen und zumindest für eine Weile. In der Gegenwart lernt man Hal (Jake Gyllenhaal) kennen, einen Studenten, den Catherine die 103 Notizbücher ihres von ihm bewunderten Vaters nach seinem Tod durchschauen lässt - vielleicht hat er ja doch noch eine unentdeckte mathematische Meisterleistung vollbracht. Doch sie traut Hal nicht recht, unterstellt ihm, ein Heft aus dem Haus schmuggeln zu wollen. Zuerst sieht es aus, als habe sie Unrecht, aber dann findet sie doch ein Heft - in dem der alte Mann seiner Tochter für die Fürsorge dankt. Hal wollte ihr die netten Zeilen des Vaters zum Geburtstag schenken, hatte also keine bösen Absichten. Catherine scheint verwirrt. Die Ankunft ihr Schwester Claire aus New York verstärkt dies eher noch, denn die erfolgreiche Frau versucht, sie zu überreden, aus Chicago weg zu ihr zu ziehen. Es wird klar, dass Claire glaubt, auch Catherine habe die geistige Umnachtung gepackt. Das Haus des Vaters soll verkauft werden - doch Catherine weigert sich. Beim Begräbnis-Gottesdienst verhält sie sich dann tatsächlich sehr merkwürdig, wird aber spät am Abend von Hal aufgefangen, der sich in sie verguckt hat - und so landen sie im Bett. Aber ist Catherine normal oder auch verrückt? Das Ganze spitzt sich zu, als Hal in den Notizbüchern ihres Vaters einen unglaublichen und sensationellen mathematischen Beweis entdeckt, denn plötzlich behauptet Catherine, dass die Aufzeichnungen von ihr stammen. Dies scheint unwahrscheinlich, und als ihr niemand zu glauben scheint, rastet Catherine aus. Hat sie vielleicht doch die Genialität ihres Vaters geerbt?

"Der Beweis" ist die filmische Umsetzung des mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Theaterstücks "Proof" von David Auburn. Die Konzentration auf wenige Hauptakteure ist hiermit also vorgegeben, trotzdem wirkt der Streifen von John Madden nicht eingeengt. Überzeugend ist zu allererst mal die Besetzung, denn Altmeister Anthony Hopkins brilliert ebenso wie Nachwunchsstar Jake Gyllenhaal und Gwyneth Paltrow, die die Rolle der Catherine bereits im Londoner Donmar-Theater unter Maddens Leitung verkörperte. Die Handlung wirkt durch die ständigen Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart lebhaft, ohne aber verwirrend zu werden. Eine gelungene emotionale Familientragödie um Existenzen an der Grenze zwischen Genie und Wahnsinn.

Auf der DVD findet man als Extras drei zusätzliche Szenen mit optionalem Audiokommentar von Regisseur John Madden, den man generell auch zum ganzen Film einschalten kann, sowie ein "Making Of" über die Adaption des Theaterstücks für die Leinwand.

Verkaufsstart: 7. September 2006
Verleiher: Miramax Home Entertainment
Filmlänge: 96 Minuten
FSK: freigegeben ab 6 Jahren
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Spanisch
Bildformat: 16:9
Ton: Dolby Digital 5.1



(Tobi)