"Black Serenade", auch bekannt als "Tuno Negro", wird auf dem DVD-Cover als europäische Variante von "Scream" angepriesen - "edler - spannender - blutiger". Nun, ersteres und letzteres kann man stehen lassen, spannender jedoch ist der Film nicht. Zur Handlung. Im 16. Jahrhundert fanden einige der beliebten Tuno-Minnesänger sich zu Tuno Negros zusammen und begannen, auf blutige Weise die Universitäten Spaniens von Müßiggängern zu säubern. In der Gegenwart ist die Gefahr plötzlich wieder da. Über einen Internet-Chat meldet sich jemand als Tuno Negro und behauptet, eine Studentin zu kennen. Anfangs hält sie es für einen Scherz, dann nimmt sie ihn ernster - kurz darauf ist sie tot. In Salamanca hat man von dem neuen Tuno Negro gehört, jedoch glauben die Studenten nicht recht an eine Gefahr für sich. Als sie allerdings heraus finden, dass immer die schlechtesten Studenten umgebracht werden, wächst Prüfungsdruck und Angst. Dann schlägt der Tuno Negro wieder zu...

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Studentin Alex zusammen mit einigen Komilitonen, außerdem sind zwei Polizisten involviert. Die spanische Mischung aus mystischen Bildern, etwas Highschool-Spaß, böse blutigen Mordszenen, etwas Erotik und gewolltem Thrill ist nicht mehr als unteres Mittelmaß. Schon allein die Art des Chattens, wo die Studenten mit dem Rechner reden, ist ärgerlich unwirklich. Auch sonst wirkt der Film zusammen gestrickt, von teilnahmslosen Studenten nach Morden bis zu wild umherschießenden Polizisten. Mit Bildern der pompösen Kathedrale von Salamanca, Feuer und ansehnlichen Mädels versucht man die Schwächen der Handlung, die einen nicht packt, zu übermalen, dies gelingt aber nicht. Ganz furchtbar miese Synchronisation tut ihr Übriges - nein, guter Thrill oder Horror sieht ganz anders aus, da war "Scream" hundertmal besser.

Wer den Film doch irgendwie mag, der bekommt jede Menge Zusatzinformationen als Extras geboten. 26 Minuten "Making Of", 24 Minuten Interview mit Regisseur Vincente J. Martin, 18 Minuten Interview mit Hauptdarstellerin Silke und 12 Minuten Interview mit Patxi Freytez - wobei die Interviews sogar aus deutscher Sicht geführt sind, also auch etwas auf den spanischen Film eingehen. Trailer, Teaser und TV-Spots zum Film runden das Ganze ab.

(Tobi)