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Der legendäre Johnny Cash ist spätestens seit dem ihm gewidmeten Kinoerfolg "Walk The Line" mit Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon so gut wie jedem ein Begriff. Auch wenn dieser Film großartig ist, wird hier nicht die ganze Geschichte des Sängers erzählt. Wer also Gefallen am Thema Johnny Cash gefunden hat, der erfährt auf "Johnny Cash: The Unauthorized Biography" noch weit mehr über den im September 2003 verstorbenen Kultmusiker.

Den Mittelpunkt der DVD bildet eine 72-minütige Dokumentation, die das Leben Johnny Cashs in seinen wichtigsten Phasen nachzeichnet, wobei seine letzten Erfolge durch die Zusammenarbeit mit Rick Rubin am Schluss eher kurz abgehandelt werden, Hauptaugenmerk liegt klar auf Cashs Aufstieg und seinem Balancieren zwischen Erfolg und Drogensucht in den späten 50ern und frühen 60ern. Zu sehen ist das Ganze aus Bericht (in gut verständlichem Englisch, mit optionalen Untertiteln in Englisch, Französisch, Deutsch oder Spanisch) zu einer Mischung aus Originalaufnahmen, einigen nachgestellten Szenen, Erinnerungen von Bruder Tommy sowie Bandmusiker W.S. "Fluke" Holland und Ausschnitten aus einer Fernsehshow, in der Cash irgendwann zu seiner Überraschung mit prägenden Personen aus seinem Leben zusammen gebracht wurde.

Und Johnny Cashs Leben hatte wirklich viel Interessantes zu bieten. Auf einer Baumwollfarm wuchs Johnny auf, schon mit fünf Jahren pflückte er mit auf den Feldern, mit acht Jahren schleppte er schon Baumwollsäcke. Als er vier war, schaffte sein Vater das erste Radio an, und Johnny war seitdem fasziniert von der Musik, ob Country, Gospel oder sogar dem damals eigentlich nur von Schwarzen gehörte Blues. Abends hörte er heimlich noch bis in die Nacht Musik und war entschlossen, auch singen zu wollen. Auch Filme mit singenden Cowboys hatten es ihm angetan - besonders schwärmte er für Lash LaRue, der immer schwarze Kleidung trug - durch ihn inspiriert wurde Johnny später zum "Man in Black". Johnnys Leben wurde durcheinander geworfen, als 1944 sein geliebter, zwei Jahre älterer Bruder Jack nach einem Arbeitsunfall verstarb. Weil Johnny anstatt zu arbeiten lieber Angeln gegangen war, gab Vater Ray ihm die Schuld am Tod des Bruders, woran Johnny innerlich zerbrach. Seine Persönlichkeit war fortan gespalten, er wurde zu einem introvertierten Kind zwischen dem lieben Johnny und dem unberechenbaren Cash, wandte sich immer mehr der Musik zu und schrieb nun auch Gedichte. Nach dem Weggang von Zuhause hielt es ihn nicht lange in einer Detroiter Autofabrik, bevor er sich zur Air Force meldete. Er lernte seine spätere Frau Vivian in einer Bar kennen, wurde dann aber in Deutschland stationiert, wo er der beste Entschlüsseler russischer Morsecodes war. In der Freizeit gründete er seine erste Band, The Landsberg Barbarians. Aus der Ferne machte er Vivian einen Heiratsantrag, und als er 1954 zurück in die USA kam, folgte die Hochzeit. Im folgenden Job als Automechaniker lernte er zwei Musiker kennen, und als der nächste Job als Vertreter für Hausbedarf in Memphis auch nicht zufriedenstellend lief, fasste er den Entschluss, ernsthaft Musik zu machen. Durch Hartnäckigkeit überzeugte er den Chef von Sun Records, eine Single aufzunehmen - "Hey Porter". Zur zweiten Single "Cry, Cry, Cry" hatte man nicht nur mit "Johnny Cash & The Tennessee Two" einen Bandnamen, sondern auch Erfolg. Es ging auf Tour, später auch zusammen mit Elvis Presley, und Vivian saß eifersüchtig zu Hause - das Privatleben funktionierte trotz Kinderfreuden nicht. "Because You're Mine" wollte Johnny seiner Frau widmen, doch carl Perkins schlug ihm vor, hieraus "I Walk The Line" zu machen - den großen Hit. In den Charts ging es weiter nach oben, und irgendwann erfüllte sich Johnny den Traum, in der "Grand Ole Opry"-Show auftreten zu dürfen. Hier lernte er auch die Sängerin June Carter kennen. Langsam aber sicher zollte sein Körper den Tour-Strapazen Tribut, Cash nahm ab, trank immer mehr Alkohol und nahm irgendwann die ersten Pillen, um wacher zu sein. Der Anfang vom späteren Ende, auch wenn die Erfolge noch nicht ausblieben. Johnny zog nach Kalifornien um, fand in Columbia Records auch ein neues Label, das ihm endlich auch seinen Wunsch erfüllte, eine Gospel-Platte aufnehmen zu dürfen. Zur Veränderung des eigenen Sounds holte Cash einen Drummer in die Band, war nun mit den Tennessee Three unterwegs. Hierbei legten sich die Jungs ein ungewöhnliches Hobby zu - sie verwüsteten regelmäßig Hotelzimmer und hatten hieran viel Freude. Als Johnny Cashs enger Freund Johnny Horton durch einen Autounfall starb, steigerte sich sein Drogenkonsum noch, wozu es vermehrt auch zu Konzertabsagen, eigenen kleinen Unfällen und Konflikten mit der Polizei kam. Irgendwann entschloss sich June Carter, zur Band zu stoßen, und es war sofort klar, dass zwischen ihr und Johnny mehr als nur eine musikalische Harmonie existierte. Sie versuchte, den strauchelnden Cash zu retten, seine Pillen zu vernichten, ihn zur Klarheit zu bringen - oft ohne Erfolg. 1963 wird "Ring Of Fire" ein Welthit für Johnny Cash - ein Lied, welches June über seine Drogenabhängigkeit und ihre verbotene Liebe zu ihm geschrieben hatte. 1966 ist für beide dann der Weg für eine gemeinsame private Zukunft frei, als Vivian sich scheiden lässt, June hatte vorher schon ihre zweite Scheidung unter Dach und Fach gebracht. Es folgt ein langer Entzug mit Hilfe eines Psychologen und der musikalische Abstieg bis in die Vergessenheit, bevor Rick Rubin Cash Ende der 90er wieder zum umjubelten Star machte für seine letzten Jahre. Johnny Cash nahm in fast 60 Jahren mehr als 1500 Songs auf, verkaufte mehr als 50 Mio. Alben und erhielt 11 Grammys. 1980 wurde er in die Nashville Hall Of Fame aufgenommen, 1992 in die Rock'n'Roll Hall Of Fame, und 1999 wurde ihm der bedeutende Library Of Congress Living Legend Award verliehen.

Als Extras bietet die DVD die vollständigen Exklusiv-Interviews mit Tommy Cash (14 Minuten) und W.S. Holland (25 Minuten), dazu einen dreieinhalbminütigen filmischen Gang durch Johnny Cashs und June Carters Anwesen in Hendersonville, Tennessee, und in Cashs kleines Studio-Refugium. Für Fans und vor allem Interessierte, die noch nicht alles über den Man in Black wissen, eine lohnenswerte DVD.

Spielzeit: 115 Minuten
Bildformat: 4:3
Ton: Dolby Stereo



Mehr zu Johnny Cash erfahrt ihr auf www.warnermusic.de/johnnycash/bio.

(Tobi)