Das auf authentischen Kriminalfällen aus den 20er-Jahren basierende Musical "Chicago", inzwischen schon knapp 30 Jahre alt und doch erst seit der Wiederaufführung 1996 am Broadway wirklich erfolgreich, räumte in der Filmfassung großartige sechs Oscars ab, unter anderem als "Bester Film". In einem Frauenknast zicken sich die Diva Velma (Catherine Zeta-Jones) und Neuankömmling Roxie (Renee Zellweger) unter den Augen von Aufseherin "Mama" Morton (Queen Latifah) mächtig an. Roxie träumt von einer Karriere im Rampenlicht, Velma hat bereits Erfolge zu verzeichnen - allerdings aus Tagen in Freiheit. Nun heißt es also, im Knast zu bestehen und so schnell es geht wieder auf freien Fuß zu gelangen - hierbei aber möglichst viele Schlagzeilen zu machen, denn nur wer in den Medien steht, ist im früheren Chicago wer. Mit Hilfe des Anwalts Billy Flynn (Richard Gere) scheint Roxie auf dem richtigen Weg zu sein, ihre Verhandlung läuft gut, zuerst jedenfalls...

Wer keine Musicals mag, für den ist "Chicago" wohl eher nichts, lebt der Film doch vor allem von seiner tollen, schmissigen Musik, zu der die Akteure wunderbar in Szene gesetzt nicht nur tanzen, nein, sie singen auch selbst. Die Fähigkeiten hierbei sind es, die bei den bislang nicht musikalisch talentiert aufgefallenen Zellweger, Zeta-Jones und Gere zu begeistern wissen - da wird getanz, gesteppt und gute Mikrofonarbeit verrichtet. Die Handlung steht nicht im Vordergrund, wird daher auch mehr nach und nach herunter gerissen - allerdings wunderbar mit den Musikparts zusammen geschnitten, bei denen tolle Kostüme und farbenfrohe Ausleuchtung ihr Übriges tun. Klasse!


Auf DVD gibt es das 108-minütige Musical in Deutsch und Englisch zu sehen, dazu Untertitel in Deutsch, Englisch und Englisch für Hörgeschädigte. Als Extras gibt es einen ausführlichen, halbstündigen Blick hinter die Kulissen, mit Interviews und Hintergrundinfos zu Musik, Tanz und Kostümen. Außerdem gibt es die zusätzliche, gute Musik-Szene "Class" und die Gelegenheit, sich den Film mit Audio-Kommentar von Regisseur Rob Marshall und Drehbuchautor Hill Concon anzuschauen.

(Tobi)