Nach "Perdita Durango" und "El Dia de la Bestia" drehte der spanische Regisseur Alex de la Iglesia mit "La Comunidad - Allein unter Nachbarn" im Jahr 2000 wieder einen erfolgreichen Film, der beim spanischen Filmpreis Goya gleich drei Auszeichnungen erhielt. Erzählt wird die Geschichte der erfolglosen Immobilienmaklerin Julia (Carmen Maura), die gerade eine große, möblierte Wohnung mitten in Madrid anzubieten hat. Da ihr die Wohnung selbst prima gefällt und bei ihr zuhause dank ausgefallener Heizung nicht gerade gemütlich ist, zieht sie mehr oder weniger in die hübsche Wohnung ein. Als sie ihren als Disco-Türsteher mal wieder zum Job-Versager werdenden, hektischen Freund gerade auf dem Wasserbett verführen will, tropft im Schlafzimmer Wasser von der Decke, gefolgt von ekelhaften Käfern. Der nächste sich die Bude anschauende Kunde ruft hieraufhin die Feuerwehr, und in der Wohnung einen Stock höher findet diese die Leiche des dort inmitten von Müll wohnhaften älteren Mannes. Kompliziert wird alles aber erst, als Julia in der Wohnung des Verstorbenen eine große Menge Geld findet, die sich als Lotteriegewinn herausstellt, hinter dem bereits sämtliche Mitglieder der verschworenen Hausgemeinschaft her sind. Diese haben es ins sich, sind eine Ansammlung verschrobener, skrupelloser Freaks, die vor Nichts zurück schrecken, um an das Geld zu kommen. Da sie Julia nicht trauen, wird sie zum gejagten Objekt - wie soll sie mit den 300 Millionen Pesetas unbemerkt aus dem Haus kommen???

Im Vergleich mit den von viel Sex und Gewalt lebenden, letzten Filmen von Alex de la Iglesia ist "La Comunidad" völlig anders. Die verabreichte Mischung aus rabenschwarzem Humor und Krimi ist prima, und die sich mit Lauf des Streifens immer mehr zuspitzende Handlung ist prima inszeniert worden. Hauptdarstellerin Carmen Maura ("Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs") spielt sehr gut und bekam dafür auch einen Goya. Die Gemeinschaft der verschrobenen Nachbarn ist ebenfalls gut besetzt, man hat seinen Spaß an den Charakteren, und wer schon einmal in einem Mehrfamilien-Wohnhaus gelebt hat, der erkennt vielleicht das eine oder andere Detail wieder.

Auf der Doppel-DVD gibt es den 106-minütigen Film in deutscher und spanischer Sprache zu sehen, außerdem Untertitel in Deutsch. Extras findet man auf der zweiten DVD einige. Ein 25-minütiges "Making Of" lässt einen hinter die Kulissen des Drehs schauen. Außerdem sieht man fünf heraus geschnittene Szenen (aber nur auf Spanisch) und die fünfeinhalb Minuten der Goya-Verleihung, in denen die Preise für den Film überreicht wurden. Hinzu kommen noch diverse Texte, die man sich am Bildschirm durchlesen kann. Zum einen hätten wir hier das verrückte Selbstinterview des Regisseurs Alex de la Iglesia aus dem Presseheft, zum anderen Pressestimmen über den Streifen, Biografien der Akteure und des Stabs, Produktionsnotizen und Informationen zum Goya. Schließlich gibt es noch eine Bildergalerie (Filmszenen, Bilder mit Regisseur, Plakate) und einen CD-ROM-Part.

(Tobi)