Auf dem Cover steht "Hannibal Lecter ist Fiktion - Dahmer gab es wirklich" - und so wird einem schnell klar, dass es hier um einen realen Massenmörder geht. Jeffrey Dahmer gab am Ende seines Prozesses 1992 zu, nicht weniger als 17 junge Männer getötet, zerstückelt und dann verspeist zu haben. Krank! Was also zeigt der Film? Wie der homosexuelle Dahmer einige seiner Opfer peinigt, tötet, aufisst. Na lecker. Und warum? Eben nicht aufgrund seiner Kindheit oder sozialem Background - eher aus Einsamkeit, und weil es einfach in ihm steckt. Ob dies so stimmt, ist fraglich, waren die Streitereien von Dahmers Eltern doch vielleicht Mitgrund an seiner Entwicklung - hier hätte man etwas mehr auf seine Jugend eingehen sollen, in der er auch schon mal gerne Tiere auseinander nahm. Nun ist der Streifen kein aufeinanderfolgendes Gemurkse, nein, Dahmer nimmt sich immer so seine Zeit, eh er die Opfer wirklich angeht. Es ist nicht so, dass Dahmer als völlig verrückter, abstoßender Psychopath dargestellt wird - seine Einsamkeit und Traurigkeit tun manchmal beinahe leid, ohne aber Sympathie für die Gräueltaten zu erzeugen. So ist das Ganze also eine Mixtur aus brutalem Gemetzel und einer Reise ins Innere des Serienmörders, der von Jeremy Renner sehr gut gespielt wird. Schade, dass die Filmemacher nicht etwas mehr in Dahmers Vergangenheit gestöbert haben, um die realen Hintergründe oder vermeintlichen Hintergründe auch zeigen zu können. Aufgrund dieser Tatsache und einigen Längen ist der Streifen nur mittelmäßig.

Den 102-minütigen Film gibt es in Deutsch und Englisch zu sehen, dazu als Extras den Trailer, eine Bildergalerie und eine Biografie über Jeffrey Lionel Dahmer.

(Tobi)