Wie zu einigen anderen Kinoerfolgen aus der Zeichentrick-Schmiede von Disney gibt es für den Heimgebrauch Fortsetzungen auf Video und DVD. Zu "Die Schöne und das Biest" gab es ja bereits den Weihnachtszauber, nun wird weiter gezaubert. "Belles Zauberhafte Welt" erzählt uns einige Geschichten aus der Zeit, die Belle und das Biest zusammen auf dem Schloss vor seiner Rückverwandlung erlebt haben.

Nach einer Einleitung, die fälschlicherweise das Geschehene so umdreht, als wäre Belle freiwillig auf dem Schloss und nicht als Gefangene, geht es mit "Das kleine Zauberwort" los. Die 21-minütige Geschichte handelt davon, dass das Wort "Verzeihung" einem manchmal schwer über die Lippen geht, dabei aber vieles einfacher machen kann. Neue witzige Figuren wie ein schwerhöriger Kronleuchter, eine Schreibfeder, ein klugscheißerisches Wörterbuch oder ein Packen Briefpapier werden hierbei eingeführt - natürlich auch alles verwandelte Schlossbewohner. Belle und das Biest streiten sich, da er im Winter beim Essen ohne Rücksicht auf sie das Fentser aufreißt. Als sich keiner der beiden entschuldigen will, werden die Gegenstände aktiv und schreiben einen Entschuldigungsbrief. Als alles auffliegt, ist das Biest super böse und verbannt die Übeltäter aus dem Schloss in die Kälte des Winterwaldes...

Nach dem netten, zweiminütigen Lied "Höre auf dein Herz" von Belle geht es mit 20 Minuten "Fifis falscher Verdacht" weiter. Staubpuschel Fifi erzählt Belle, dass der 5. Jahrestag des ersten Rendezvous mit Lumiere bevor steht. damit er dies nicht vergisst, weist Belle den Kerzenständer darauf hin. Lumiere will nun etwas besonders Romantisches auf die Beine stellen und übt mit Belle. Fifi sieht dies und wird platzt vor Eifersucht. Durch eine Turtelei mit Herrn von Unruh versucht sie, sich zu rächen. Als neue Figuren werden eine Tuba und eine silberne Bowleschale eingeführt, und bis Fifi die schon von Twin Peaks bekannte Lehre "Die Dinge sind nicht, wie sie scheinen" begreift, kommt es zu einem furiosem Finale.

Im nächsten Film "Madame Pottines Party" ist selbige schlecht drauf, so dass die anderen sich sorgen machen. Brieftaube Witherspoon wird mit einem Brief zum Wetterpropheten geschickt, um eine Prognose über Pottines zukünftige Laune zu erhalten - aber Belle hat eine bessere Idee: Pottine soll mit einer Party aufgemuntert werden. Mit Hilfe der einiger neuen Charaktere wie dem Herd, einem Schneebesen und witzigen Topfhandschuhen gehen alle ans Werk. Leider haben Lumiere und Herr von Unruh völlig unterschiedliche Vorstellungen von der Party, die jeder durchzusetzen versucht, was großes Chaos anrichtet. Das Biest spielt, während es in letzten Film gar nicht mit von der Partie war, hier zumindest eine kleine Rolle - es schläft, aber mit einer witzigen Nebenstory. Witzig, diese 20 Minuten, die es vorher noch nirgendwo zu sehen gab im gegensatz zu den anderen kleinen Geschichten.

Nach dem Lied "Ein kleines Wort" schließt "Frei wie ein Vogel" diese Sammlung von kleinen Anekdoten aus der Schlosszeit ab. Warum diese Story ans Ende gestellt wird, ist nicht klar, da sie zeitlich deutlich früher spielt, Biest und Belle sind nämlich noch lange nicht gut befreundet. Einzig logischer Grund ist vielleicht, dass von den vier Geschichten diese als einzige ziemlich langweilig ist. Belle ist noch neu im Schloss und wird vom Biest auf rauhe Art und Weise zum Essen eingeladen. Da sie ein Vögelchen mit gebrochenem Flügel findet und sich hierum kümmert, vergisst sie die Verabredung, was das Biest wütend macht. Vor allem mag es überhaupt keine Vögel, und als es dann vom Piepmatz erfährt, will es ihn zuerst vom Schloss verbannen, dann aber sperrt er das Vögelchen in einen Käfig, da ihm der Gesang doch ganz gut gefällt. Nur singt der Vogel plötzlich nicht mehr. Herr von Unrug plagt sich unterdessen, was witziger ist, mit dem Küchenpersonal herum, welches nicht so recht auf ihn hören will.

Insgesamt muss man sagen, dass "Belles Zauberhafte Welt" durchaus gelungen ist und viel Spaß bereitet. Im Gegensatz zu Episoden-Sammlungen a la "Tarzan & jane" und "Cinderella 2" sind die Filme gut gezeichnet und keineswegs langweilig.


Auf der DVD gibt es die insgesamt 88 Minuten in deutscher und englischer Sprache zu sehen, außerdem Untertitel in Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. Als Extras findet man ein kleines Spielchen, einen dürftigen "Bildschirmschoner" mit Außenansicht des Schlosses im Klimawechsel und die beiden Lieder noch einmal zum Mitsingen.

(Tobi)