Nachdem man bei Disney mit Arielle eine neue Ära des moderneren Zeichentricks erfolgreich eingeleitet hatte, wandte man sich erneut einem Stoff zu, den man bereits in den 30er- und 50er-Jahren verfilmen wollte, die Pläne aber jedes Mal aufgrund der Komplexität wieder verwarf. Die Geschichte von der schönen Belle, die von einem zum Biest verwandelten Prinzen auf seinem Schloss gefangen gehalten wird, ist eine alte Story. Belle sieht anfangs nur das Biest und ahnt die ganze Zeit nichts vom in ihm steckenden Prinzen, der einst eine als alte Frau um Schutz bittende Fee hartherzig verstoßen hatte, daher verwunschen ist. Nur die Liebe einer Frau kann ihn retten, falls er diese bis zu seinem 21. Geburtstag gewinnt. Durch die Zeit als verabscheuenswertes Monster hat das Biest jede Freundlichkeit verloren und muss erst wieder lernen, nett und charmant zu sein, um die Gefühle von Belle zu wecken. Den Aufenthalt im Schloss machen witzige, aufmerksame und umsorgende, lebendige Gegenstände wie der Kerzenhalter Lumiere, die Standuhr Herr von Unruh oder die Teekanne Madame Pottine mit dem kleinen Tässchen Tassilo nach und nach zu einer Freude, und das Biest und Belle verstehen sich immer besser. Eines Tages aber beschließt der protzige Angeber und Dorfschönling Gaston, der schon lange vergeblich hinter Belle her ist, das durch Belles Vater bekannt gewordene Biest zu töten - obwohl dieses Belle die Freiheit geschenkt hat...

"Die schöne und das Biest" ist ein großartiger Disney-Film, der die typischen Elemente Romanze, Humor, den spannenden Konflikt von Gut und Böse sowie tolle Musik wunderbar miteinander verbindet. Belle ist eine der am schönsten gezeichneten Figuren, und beim Biest ist es gelungen, furchterregendes Aussehen mit über die Augen vermittelter Warmherzigkeit zu verbinden. Die zu Gegenständen verwandelten Diener machen viel Freude, und durch ein neues Lied kommt ihre Situation noch viel besser zum Tragen. Nachdem der Film Ende 1991 ins Kino gekommen war, setzte sich das fast komplette Team Jahre später noch einmal zusammen und erweiterte für einen erneuten Kinostart den Streifen um das Stück "Mensch wieder sein", welches eine Bereicherung darstellt. "Die Schöne und das Biest" ist mit drei gewonnenen Golden Globes und zwei Oscars ausgezeichnet worden und - was vielleicht eine noch größere Ehre war - wurde als erster Zeichentrickfilm überhaupt sogar in der Kategorie "Bester Film" für einen Oscar nominiert. Sehr guter Disney-Film, einer der besten.



Auf der DVD gibt es den 87-minütigen Film in deutscher, englischer und türkischer Sprache zu sehen, außerdem Untertitel in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Türkisch und Deutsch für Hörgeschädigte. Als interessanteste Extras findet man ein zehnminütiges "Making Of" und unter dem Titel "Die Geschichte der Disney-Meisterwerke" einen kleinen Blick auf sieben Publikumserfolge wie "Das Dschungelbuch" oder "Mulan", mit kurzen Inhaltsangaben in Bildern und einigen Hintergrund-Informationen. Zusätzlich gibt es den Oscar-prämierten Titelsong "Beauty and the Beast" in der Originalversion von Celine Dion (mit einleitenden Worten von ihr) und in der Neufassung von Jump 5, die aber nicht die Klasse des Originals besitzt. Zwei kleine Spiele und die Möglichkeit, sich Songs des Films zum Mitsingen noch einmal anzuschauen, runden eine DVD ab, die jeder Disney-Fan zuhause haben sollte.

(Tobi)