Elling (Per Christian Ellefsen) ist ein weltfremder Eigenbrödler, dessen Leben daraus Besteht, seine Freizeit nicht in der Partywelt von Oslo, sondern mit seiner Mutter zu verbingen, bei der er trotz eines Alters von Mitte 30 noch lebt und die für ihn wichtiger ist als alles andere in seinem Leben. Nun ist seine Mutter (Grete Nordra) bei weitem nicht so anormal - sie träumt von einem netten Urlaub im Süden mit netten Leuten. Da sie weiß, dass Elling nie so etwas vorschlagen würde und dass ihm so ein Urlaub sicher gut tun würde, kauft sie spontan Flugtickets nach Mallorca. Elling ist außer sich und weigert sich, diese Gefahr auf sich zu nehmen - allerdings nur anfangs, bevor er seiner Mutter zuliebe und ein wenig auch aus eigenem Interesse an der großen weiten Welt zustimmt. Seine negative Einstellung wird er allerdings nur schwer los - so wird die Anreise für bei zu einer Tortur, denn für Elling ist jeder Fremde ein potentieller Feind und die Reiseleiterin eine Nymphomanin, die es auf Spanier abgesehen hat. Auf der Insel allerdings lernt Elling auch Wesen kennen, die er lieber gewinnt, als er es selbst vorher für möglich gehalten hatte - Wesen deshalb, weil es sich neben einer drallen Norwegerin um eine streunende Katze handelt. Und Elling entdeckt, wie sein Körper auf den Anblick leicht bekleideter Mädels am Strand reagiert - dabei wollte er doch anfangs gar nicht an den Strand...

Regisseurin Eva Isaksen hat einen witzigen, weil herrlich skurrilen Film inszeniert, der ohne große Action oder besondere Wendungen auskommt. Es macht einfach Spaß, diesen völlig ungewöhnlichen und doch irgendwie liebenswerten Eigenbrödler und seine rüstige Mutter zum zweiten Mal zu sehen und diesmal auf die Insel zu begleiten. Vor allem reizt der Film diese Begegnung zweier Konträre (Elling und Partyinsel) nicht in platter Weise aus, sondern sehr geschickt. Man weiß manchmal nicht, ob man Mitleid mit Elling haben oder ihn für sein Wesen verfluchen soll. Das Ganze ist insgesamt gut anzuschauen.

Auf DVD gibt es den 79-minütigen Streifen in deutscher und norwegischer Sprache zu sehen, dazu auch Untertitel in Deutsch. Als Extras gibt es leider nichts, was schon schwach ist.

(Tobi)