Ein heißer Tag in Kalifornien und ein ganz typischer für die vielen Mexikaner im Land, in Beispielen gezeigt. An der Grenze zu Mexiko protestiert die Anti-Immigration Group gegen die ihrer Ansicht nach viel zu vielen Einwanderer aus dem Nachbarstaat, obwohl die Grenzpolizei genau hinschaut, dass keine illegalen Übersiedler über den sichtdichten Grenzwall in die USA gelangen. Beim Casting für eine Fernsehmoderation wird eine Mexikanerin gebeten, nicht ihr perfektes Amerikanisch zu sprechen, sondern bitte mit Akzent. Die Band Los Perros Mojados probt in der Garage des Hauses ihres Sängers, der hier mit seiner amerikanischen Frau und den beiden gemeinsamen Kindern lebt. Der Landarbeiter Jose rettet den Sohn eines amerikanischen Rassisten mit einem gezielten Schuss vor einer großen Schlange. Im Fernsehen trägt ein witziger und wortgewandter mexikanischer Moderator das kalifornische Wetter vor. Ein Senator wirft zwei mexikanische Maler aus seinem Haus, da er lieber Landsmänner anstellen will - bedienen lässt er sich aber gerne von der mexikanischen Haushälterin. Wie gesagt, ein ganz normaler Tag für Mexikaner in Kalifornien. Am nächsten Morgen aber ist alles anders, denn plötzlich sind alle Mexikaner in Kalifornien spurlos verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt, und um Kalifornien herum liegt eine mysteriöse lila Nebelwand, die jede Kommunikation mit anderen Staaten unmöglich macht. Schnell wird klar, dass der Staat ohne seine Mexikaner aufgeschmissen ist, ob sie nun in Privathaushalten, in öffentlichen Einrichtungen oder als Gastarbeiter auf den Plantagen vermisst werden. Nur eine Mexikanerin scheint verschont worden zu sein, die TV-Reporterin Lila, und sie stellt sich der Wissenschaft zur Verfügung, um heraus zu finden, warum sie noch da ist. Unterdessen bricht leichte Panik im Volk aus, Hamsterkäufe werden getätigt und Gemüse wie einst Drogen illegal gehandelt. Ja, Kalifornien, so sieht es ohne Mexikaner aus - gezeigt wieder anhand der oben angeführten Beispiele, wo nun natürlich nichts mehr so ist, wie es war...

"Ein Tag ohne Mexikaner" hält den Amerikanern auf witzige Art und Weise den Spiegel vor und macht ihnen klar, dass die oftmals verfluchten Mexikaner unverzichtbar sind für das Wohl und die Ausgeglichenheit im Land. Anhand diverser Einblendungen reeller Statistiken wird verdeutlicht, wie sehr Kalifornien von den Mexikanern abhängig ist, was den ernsten Hintergrund dieser Politkomödie unterstreicht. Mehr zum Schmunzeln als zum Lachen, aber von der Grundidee her klasse und mit witzigen Ideen gespickt, wenn z.B. die Grenzpolizei vor lauter Aufgabenarmut Vermisstenquartett mit Karten von Benicio del Toro oder Cheech Marin spielt oder sich mittels eines billigen Computerspiels an ihren einstigen Job erinnert, die Mexikaner zurück ins eigene Land zu schicken. Musikalisch ist das Ganze zudem passend unterlegt mit diversen Titeln wie einer "California Dreaming"-Version mit mexikanischem Akzent oder dem grandiosen "Frijolero" von Molotov mit dem die Einstellung vieler Amerikaner zusammenfassenden Refrain "Don't call me gringo you fucking beaner, stay on your side of that goddamn river".

Als Extra bietet die DVD lediglich den Originaltrailer.

Verkaufsstart: 2. Februar 2006
Verleiher: e-m-s new media
Filmlänge: 96 Minuten
FSK: freigegeben ab 6 Jahren
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Bildformat: Widescreen 1.78:1 (anamorph)
Ton: Dolby Digital 5.1



(Tobi)