Als sein Vater Henry IV im Jahre 1413 starb, folgte ihm Henry V auf den Thron und machte während der neun Jahre seiner Amtszeit aus dem schwachen England eine bedeutende Macht. Der Film "Henry V" von und mit Kenneth Brannagh beschäftigt sich mit dem dritten Jahr seiner Amtszeit, in dem er am Ende des Hundertjährigen Krieges die Eroberung Frankreichs in Angriff nahm.

Entgegen aller Erwartungen läuft es auf dem Festland für die Mannen von der Insel alles andere als gut. Durch Krankheiten und Probleme in der Verpflegung werden die englischen Reihen mehr und mehr dezimiert. Henry beschließt, sich erst einmal zurück zu ziehen, bis es bei Azincourt (auch als Agincourt bekannt) zu einem Konflikt kommt, in dem er all seine herausragenden Führungsqualitäten und seine militärischen Fähigkeiten aufweisen muss, als ihm plötzlich eine französische Übermacht gegenüber steht.

Für den Iren Kenneth Brannagh war die Neuverfilmung des Skakespeare-Dramas 1989 der absolute Durchbruch, seine Arbeiten am Drehbuch, als Regisseur und natürlich als Hauptdarsteller begeisterten die Kritiker. Im Gegensatz zu Laurence Olivers Verfilmung des Stoffs aus dem Jahr 1945 setzt Brannagh nicht so sehr auf Pathos und Gefühlsduselei. Mit an Brutalität nicht sparenden Bildern der Schlacht macht er "Henry V" zu einem Anti-Kriegs-Film, schonungslos und ausdrucksstark. Natürlich geht es nicht die ganzen 131 Minuten um Krieg und Blutvergießen, und so hat Emma Thompson als Prinzessin Katherine auch sehr starke Momente, wunderbar witzig in Szene gesetzt. Ein großartiger, beeindruckender Film.

(Tobi)