Ein ganz besonderes Kinoerlebnis bescheren dem Besucher IMAX-Theater. Auf riesigen Leinwänden werden besonders hierfür gedrehte Filme gezeigt - und man fühlt sich mittendrin. Mit einer sensationellen Auflösung von 40-640 Millionen Bildpunkten, gestochen scharfen Bildern und überwältigender Tiefenwirkung stellt die IMAX-Filmtechnik den Gipfel des kinematisch Machbaren dar. Leuchtende Farben, atemberaubende Landschaften und Klänge von einer bisher unbekannten Klarheit – nie war Kino so fühlbar. Das Gefühl von Geschwindigkeit, von atemberaubenden Aufstiegen, von freiem Fall, die Klangkulisse von brüllenden Motoren, jubelnden Menschenmassen oder heulendem Fahrtwind – bei einem IMAX-Film fühlt man buchstäblich das Beben der Luft und man schmeckt den Adrenalinstoß auf der Zunge.

Mit "Island Of the Sharks", "Shackletons Arctic Adventures" oder "Dolphins" präsentierte die Warner Music Group Germany bereits einige IMAX-Filme auf DVD. Nun kann man sich vier neue Dokumentationen nach Hause holen - und auch wenn natürlich ein TV-Bildschirm keine Riesenleinwand ist und der Heimklang den des Kinos auch kaum erreicht, haben die IMAX-Filme immer noch einen besonderen Reiz. Alle Filme erscheinen als 2-DVD-Pack in Amaray-Box-Verpackung. Sie sind jeweils mit einer DVD Video und einer Windows Media 9 HD DVD-ROM im hochqualitativen Windows XP High-Definition-Format bestückt. Die DVD Videos können – bis auf „Fighter Pilot: Operation Red Flag“ in drei Sprachen (Englisch, Deutsch und Französisch) abgespielt und meist in 5 Sprachen untertitelt werden, die Extra-Features sind mit englischen Audiokommentaren versehen, es können aber Untertitel in anderen Sprachen aufgerufen werden. Sie bestehen aus umfangreichen "Making Of"-Berichten und weiteren Informationen zum Thema. Die DVD-ROMs sind mit zusätzlichen Trailern und informativen Internet-Links zum Thema WMHD-Disc bestückt und verfügen über Dolby 5.1 oder 7.0 Surround Sound. Mehr zum Thema findet man unter www.warnermusic.de/imax.

   

Das Highlight der vier Dokus ist "Adrenaline Rush - The Science Of Risk". Der 38-minütige Film zeigt Anhänger des Adrenalin-Kicks, Thrillseeker genannt, die aus luftigen Höhen extremes Skydiving betreiben. In großartigen Bildern begleitet man die Springer aus dem Rumpf eines Flugzeugs mit 200 km/h in den freien Fall oder stürzt sich mit ihnen beim Basejumping in der Einsamkeit norwegischer Felsklippen in eine Schlucht, die dreimal so hoch wie das Empire State Building in New York ist. Mal beobachtet man das Ganze von außen, mal fliegt man mit - selbst beim Zuschauen ein atemberaubendes Erlebnis. Man erfährt aber auch einiges Wissenschaftliches über das, was zum Adrenalin-Kick im Körper führt. Das Geheimnis lautet MAO – Monoamine Oxidase, der chemische Stoff, der für den Ausstoß von Seratonin verantwortlich ist, ein Neurotransmitter, der uns im wahrsten Sinne Angst macht, denn er wird bei heftigen Schocks und in Angstzuständen ausgeschüttet. Was andere Menschen nicht aushalten würden, die Thrillseeker brauchen diesen Stoff - und erleben dann im Flug ein umso wunderbareres Glücksgefühl. Doch dies ist immer noch nicht alles. Man sieht zusätzlich noch, wie die Thrillseeker Katharina und Adrian einen Fallschirm testen, der auf den ersten Fallschirm-Entwürfen Leonardo DaVincis basiert. Neben dem Hauptfilm findet man ein 22-minütiges "Making Of" und eine 20-minütige Montage aus Bild und Musik. Ein tolles Erlebnis, dieser Film, der nicht zufällig den "Special Jury Prize" beim Pariser "La Geode Film Festival" und die Auszeichnung "Best in Fest" beim "ImniFest Film Festival" in Minneapolis gewann.

   

Interessant ist in jedem Fall auch "Super Speedway" - zumindest für jeden Fan des Automobilsports. Der Film beleuchtet einerseits auf typisch amerikanische Art und Weise die Rennfahrer-Familie der Andrettis - Vater Mario war ein erfolgreicher Fahrer, steht nun an der Seite seines noch erfolgreicheren Sohnes Michael. Vor allem aber geht es um die Entstehung eines Rennwagens von ersten Entwürfen über ein Modell bis zum fertigen Flitzer. Hierbei erfährt man am Rande einiges über die früheren Fehler in der Konstruktion, die einige Fahrer das Leben gekostet hat. Man begleitet Michael Andretti und seinen berühmten Teamkollegen Christian Fittipaldi bei Testfahrten auf der Homestead-Strecke in Florida - sehr interessant, wie das Team auf Grund der Mischung aus subjektiver Wahrnehmung der Fahrer und technischer Daten des Wagens die Optimierungen vornimmt. Schließlich gibt es natürlich auch einige Rennszenen zu erleben, die einen förmlich mit in den Wagen nehmen. Man erlebt das Brüllen der Motoren, die Vibrationen des Boliden auf der Strecke und die geballte Kraft von 300 PS nur wenige Zentimeter über dem Asphalt. Als Side-Story erzählt "Super Speedway" zudem die Geschichte einer verrottenden Rostlaube, die Rennfan Don Lion in einer alten Scheune findet und komplett restauriert. Mit viel Liebe und Geduld wird aus dem Schrotthaufen ein Originalmodell des Wagens, mit dem Mario Andretti einst seine größten Siege eingefahren hat. Dass dieser am Ende natürlich nochmal in diesem Wagen sitzt, ist klar. In der englischen Sprachfassung spricht der als Rennsport-Fan bekannte Schauspieler Paul Newman den Kommentar. "Super Speedway" wurde von Stephen Low gedreht, der bereits gut und gerne 30 IMAX-Filme in seiner Referenzliste führt. Diese DVD wurde bei den "European DVD Awards" als Gewinner der Kategorien "Best Entertainment" und "Best Audio" ausgezeichnet. Neben dem 47-minütigen Hauptfilm gibt es ein ebenso langes "Making Of", das Zusatzinformationen zu jedem Filmkapitel enthält, und weitere Informationen zu Regisseur Stephen Low.

   

"The Magic Of Flight" nimmt uns mit in die Welt des Kunstflugs, im Besonderen zu den Blue Angels, der Kunstflugstaffel der US Navy. Man sieht und erlebt natürlich auch in an Bord oder am Flieger gedrehten Aufnahmen mit, wie die Piloten drei Monate im Jahr in der kalifornischen Wüste sechs Tage in der Woche hart trainieren, um eine perfekte Show zustande zu bringen, für die Präzision, perfektes Timing und eine gehörige Menge Kaltblütigkeit Voraussetzung sind. In Interviewsequenzen erzählen Staffelführer Marc Provo, Neuling Ryan Scholl, Pilot Scott Anderson und die anderen Mitglieder über ihre Arbeit, bei der sie brandneue F/A-18 Hornets fliegen, als Kampfflugzeug entwickelte Maschinen, die über die Kraft von 250 Ferraris verfügen. Nur wer seinen Flieger fehlerfrei beherrscht, darf an den großen Flugshows wie dem Highlight in San Francisco teilnehmen und die Tausende von Besucher begeistern. Es wird einem bewusst gemacht, dass hier nicht nur die Beherrschung der Technik lebenswichtig ist, sondern auch geistige und körperliche Fitness, um z.B. die Gefahr der Bewusstlosigkeit, eines „Blackouts“, beim „Spinning“, im Trudeln, zu minimieren. Die Realität besteht also nicht aus coolen Fliegertypen, die abends in Bars herum lungern - das Ganze ist harter Sport, Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie viel Schlaf sind Voraussetzung für eine Chance bei den Blue Angels. Regisseur Greg McGillivray bringt dem Zuschauer neben tollen Bildern der Flugstaffel auch einen kleinen, interessanten Seitenblick auf die Geschichte des Fliegens, mit Grundlagen der Aerodynamik, Simulationen und Filmsequenzen über die Anfänge in Zeiten von Otto Lilienthal und der Gebrüder Wright. Weiterhin lernt der Zuschauer kurz Luftakrobat Sean Tucker und Patty Wagstaff kennen, die erste Frau, die den National Aerobatic Championship gewann. Den englischen Originalkommentar spricht "Magnum" Tom Selleck. Neben dem 38-minütigen Hauptfilm gibt es ein 41-minütiges "Making Of". Zu dieser DVD kann man sich übrigens einen Trailer als Real Media Stream anschauen.

   

Die für den Normalbetrachter langweiligste der vier DVDs ist "Fighter Pilot: Operation Red Flag". Dies liegt nicht alleine daran, dass diese DVD nicht deutsch nachvertont wurde, man also die deutschen Untertitel anschauen muss, wenn es denn Deutsch sein soll. Vor allem spricht diese DVD thematisch wohl den kleinsten Interessentenkreis an - diejenigen, die sich für Kampfjet-Ausbildung begeistern oder wissen wollen, wie diese heutzutage durchgeführt wird. Man sieht die Piloten in der harten Ausbildung, in der Disziplin statt Draufgängerei, Teamgeist statt Egotrip und Training statt Heldentum gefragt sind. Cpt. John Stratton nimmt mit seiner F-15 an der bis dato größten internationalen Luftübung teil, zu der insgesamt 128 Piloten aus 6 Ländern stoßen: Operation Red Flag. Zum umfassenden Flugmaschinen-Repertoire gehören unter anderem Tornados aus Deutschland, F-15 Eagle aus den USA, einige kanadische F-18 Hornet, mehrere britische Harrier-Jumpjets, Awacs und diverse weitere Gerätschaften, die an der Peripherie der Übung agieren. Nicht nur das Fliegen an sich und militärische Aktionen wie Luft-Luft- und Luft-Bodenkämpfe werden geübt, auch Tankmanövern und Schnellreparaturen während des Fluges müssen einstudiert werden. Es gibt einen Einblick in die Arbeit eines Awac-Aufklärers, es stehen so genannte "Dogfights" (Luftzweikämpfe) auf dem Plan und nicht zuletzt eine riskante Rettungsaktion für einen abgestürzten Piloten (J. Stratton) – unter Echtzeitbedingungen, denn sobald die Übung beginnt, ist der Pilot auf sich gestellt und kann nur hoffen, dass seine Kameraden vom Rescue-Team ihr Fach beherrschen. Man erlebt Feuerlöschbrigaden in Aktion und eine präzise durchkalkulierte "Bombing"-Aktion, die trotzdem beinahe außer Kontrolle gerät. Für Interessierte sind die in IMAX-Qualität eingefangenen Bilder sicher reizvoll, für andere wenige. Neben dem 46-minütigen Hauptfilm gibt es ein 10-minütiges "Making Of" und 20 Minuten Mix aus Flugformationen und Musik. Außerdem gibt es weiterführende Informationen über Regisseur Stephen Low.

(Tobi)