Am 7. April 2017 veröffentlicht DCM "Jacques - Entdecker der Ozeane" auf DVD und Blu-ray (am 3.4. bereits digital erhältlich), ein interessantes und bildgewaltiges Biopic über den Werdegang des Meeresbiologen und Dokumentarfilmers Jacques-Yves Cousteau.

   

Er hatte weiß Gott ein bewegtes Leben, der Ozeanograph und Dokumentarfilmer Jacques-Yves Cousteau. Und das fand auch noch weitgehend vor den Augen der Öffentlichkeit statt, erinnern wir uns doch bestimmt alle zumindest unbewusst an einen seiner Naturfilme, die in uns die Neugier an der unerforschten, faszinierenden Unterwasserwelt weckte. Wie also kommt es, dass ihm erst jetzt die Ehre eines Biopics zuteil wird, wo seine Vita ja förmlich nach einer Verfilmung zu schreien schien? Na ja, wenigstens hat ihm ja Wes Anderson mit seiner vielbeachteten, wenn auch etwas unkonventionellen Hommage ("Die Tiefseetaucher", 2004) vor einiger Zeit schon ein Denkmal gesetzt. Jetzt hat sich also Jérôme Salle ("Fluchtpunkt Nizza", "Largo Wrinch") mal ordentlich der Sache angenommen, und die Retrospektive anhand der sicherlich reichlich vorhandenen Aufzeichnungen inszeniert.

Wir steigen sofort mit dem schwärzesten Moment der langen Karriere Cousteaus (Lambert Wilson) ein: dem tragischen Tod seines geliebten Sohns Philippe (Pierre Niney). Dessen Steuerung eines Wasserflugzeugs auf einer der vielen gemeinsamen Expeditionen bildet die Klammer um die mehr oder weniger chronologischen Schilderungen und nimmt einen, obwohl man den Ausgang des Flugs anfangs nur erahnen kann, vom Fleck weg emotional gefangen. Überhaupt ist Philippe so etwas wie der stille Held des Films, legt ihn Salle mit außerordentlicher Unterstützung seines Schauspielers Pierre Niney doch als Identifikationsfigur und Vorzeige-Gutmenschen an, während das Bild von Jacques-Yves Cousteau selbst mit der Zeit einige Kratzer abbekommt.

Gerade das aber ist, Authentizität der Fakten mal vorausgesetzt, der Dramaturgie der Handlung alles andere als abträglich, denn der Streifen bildet tatsächlich alle Facetten von Cousteaus Persönlichkeit ab und läuft so auf keinen Fall Gefahr, in Glorifizierung zu verfallen. Deutlich wird dies im Umgang Cousteaus mit seinen Mitmenschen, wobei ihm getrost eine gehörige Portion Egoismus attestiert werden darf. Seinen Unternehmungen inklusive unabsehbarer finanzieller Risiken ordnet er schlichweg alles unter und vergisst zeitweise, dass damit nicht nur sein eigenes Schicksal verbunden ist. Darunter leidet zunehmend seine anfängliche Seelenverwandte und Frau Simone (im Laufe des Films wunderbar alternd: Audrey Tautou), der seine Alleingänge und Affären immer mehr gegen den Strich gehen. Und als er mit seinen gewagten Filmdeals über den kommerziellen Erfolg seine Ideale zu vergessen scheint, droht er sogar seinen Sohn und Mitstreiter Philippe gänzlich zu verlieren.

Dass es dazu doch nicht kommt, und er mit seiner Gesellschaft zum Schutz der Meere gerade noch rechtzeitig die Kurve bekommt, rundet den Film vollends ab. Wäre, ja wäre da nicht die Handlungsklammer, die noch zu schließen ist. Aber ein Biopic ist eben nicht immer ein Feelgood-Movie, und dieses hier weiß nicht nur durch sein Lehrreichtum sondern vornehmlich durch seine sagenhaften Unterwasserbilder zu überzeugen, die einen noch lange Zeit später begleiten.

Als Extras findet man ein "Making of", Interviews mit Cast & Crew, sowie ein exklusives Wendecover mit alternativem Design.



Verkaufsstart: 7. April 2017
Verleiher: DCM
Filmlänge: 123 Minuten
FSK: freigegeben ab 6 Jahren
Sprachen: Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9 (2,66:1)
Ton: DTS-HD Master Audio 5.1 (Blu-ray), Dolby Digital 5.1 (DVD)

(Mick)