"Königreich Arktis" zeigt uns diese kalte Polargegend der Erde als faszinierenden Lebensraum - allerdings nicht als einfache Dokumentation mit aneinander gereihten Fakten, sondern als Betrachtung der ersten Lebensjahre zweier Bewohner. Zum einen wäre da das Eisbärenmädchen Nanu, das mit seinem kleinen Bruder herum tollt und aber auch in den ersten drei Jahren von der Mutter das Überleben in der Kälte beigebracht bekommt, was alles andere als einfach ist. Zum anderen haben wir das Walrossmädchen Seela, das mit seinen 40 kg Babygewicht natürlich vergleichsweise wuchtig wirkt, aber noch genauso unbeholfen ist und daher von seiner Mutter und einer Tante erzogen wird. In tollen Bildern sieht man, wie beide heran wachsen, untermalt von informativen, kindgerecht präsentierten Kommentaren, die auch von Kinderstimmen eingesprochen wurden. Auch wenn beide Jungtiere unterschiedlichen Spezies angehören, gibt es doch einige Parallelen - die Obhut der Mutter für drei Jahre, die natürlichen Gefahren durch hungrige männliche Eisbären oder Unwetter ... und die langen Reisen, die das Überleben sichern sollen. Hier sieht man, wie das Walross-Rudel drei Tage lang unterwegs ist, um Muscheln zu essen, von denen sie dann auch mal gleich 4000 Stück pro Mahlzeit verschlingen - und hinterher liegt das Rudel gemeinschaftlich faul herum und furzt fröhlich. Die Eisbären sind auch auf der Suche nach Nahrung und müssen hierfür je nach Jahreszeit und sich veränderndem Packeis weite Wanderungen machen. Auf ihrem Weg begegnen Nanu und Seela anderen Arktis-Bewohnern wie Polarfüchsen, Seehunden, Möwen, Narwalen oder Dickschnabellummen. Nach acht Jahren schließt sich bei beiden der Kreis - sie selbst paaren sich mit Artgenossen und bekommen eigene Kinder, denen sie nun das Leben nahe bringen müssen, was sie sicherlich mit genauso viel Liebe tun, wie es ihre Mütter vorgemacht haben.

Natürlich bleibt bei diesem Film nicht der Blick auf die klimabedingten Probleme in der Arktis in der heutigen Zeit aus, wird aber erst am Ende deutlich thematisiert - das Eis ist wichtig für das Leben in der Arktis, und die Tiere leiden unter den immer kürzeren Wintern.

Über 15 Jahre arbeiteten die Filmemacher, das Ehepaar Adam Ravetch und Sarah Robertson, an der Fertigstellung dieser Produktion von National Geographic Films. Das Ergebnis ist ein wundervoller Einblick in das Arktis-Leben, mit seichtem Gitarrenpop untermalt und durch die Kinderstimmen sehr familiengerecht aufbereitet, hierbei aber kein reiner Kinderfilm, sondern auch für Erwachsene sehr unterhaltsam und interessant. Die Bilder von Nanu, Seela und ihren Familien sind beeindruckend und machen den Streifen zu einem wahren Erlebnis.

Zusätzlich zum Film gibt es 36 Minuten Extras, welche vor allem aus einem 24-minütigen, sehr interessanten "Making Of" bestehen, zu dem sich der Kinotrailer und Aufnahmen, die im Film nicht verwendet wurden, gesellen.

Verkaufsstart: 7. April 2007
Verleiher: Universum Film
Filmlänge: 81 Minuten
FSK: freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachen: Deutsch, Englisch
Bildformat: 1,78:1 (16:9 anamorph codiert)
Ton: Dolby Digital 5.1



(Tobi)