"Leif Ericson - Der Junge, der Amerika entdeckte" wird mit dem Hinweis "Von den Machern von 'Feivel, der Mauswanderer' und 'Casper'" angepriesen. Da man es mit einer Phil Nibbelink Produktion zu tun hat, ist dies auch nicht falsch, nur dass die Qualität und der Anspruch doch hier viel weiter unten angesiedelt sind.

Die Handlung bietet eigentlich guten Stoff für einen Zeichentrickfilm. Der Wikinger Erik der Rote wird im Jahr 1000 für vogelfrei erklärt, nachdem ihm der Mord am Sohn von Bjarni angehängt wird. Zusammen mit seiner Frau Thjodhild und seinem Sohn Leif flieht er aus Island, ohne ein konkretes Ziel vor Augen, war er doch auch schon aus Norwegen verbannt worden. Die drei landen schließlich auf dem eisigen, aber auch teilweise grünen Grönland, welches Erik daher Grünland nennt. Hier freundet sich der Teenager Leif mit einer Gans an und sieht in der Ferne weitaus grüneres Land, an dem sein Vater aber kein Interesse zu haben scheint. Sie lassen sich nieder und holen viele ihrer alten Freunde aus Island nach in die neue Heimat, die plötzlich vereist ist. Leif verliebt sich in die Sklavin Thorgunna, doch sein Vater hat andere Pläne für den Jungen. Plötzlich taucht der böse Bjarni auf, und alles wendet sich zum Schlechten. Erik der Rote scheint im Streit von Leif erschlagen worden zu sein, welcher daraufhin alleine mit dem Boot flieht und nicht nur den legendären, weisen Wolf Fenrir findet, sondern auch einen neuen Kontinent...

Schade also, dass man sich bei dem Film keine große Mühe gegeben hat, auch nur annähernd modernem Standard zu genügen. Die wenigen, eigentlich nicht schlechten Musikstücke werden schief gesungen - gut, warum sollen Wikinger gut singen können? Trotzdem hört man als Zuschauer lieber schöne Töne als realistische, denn warum sollen Wikinger überhaupt singen? Das Potenzial der Handlung wird nicht ausgeschöpft, hier hätte man noch weit mehr draus machen können. Vor allem aber krankt der Film an wirklich mieser Animationstechnik. Die Figuren werden oftmals durch wabernde Wellenbewegungen oder simples Hin-und-Her-Rütteln bewegt, was schrecklich billig aussieht. Da ist jede noch so schlechte Disney-Produktion weit besser.

(Tobi)