CTS-MUM


Wie "Riverdance" und "Lord of the Dance" erfreut sich die Tap Dance Show "Magic of the Dance" seit Jahren schon großer Beliebtheit. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: Großartige Tänzerinnen und Tänzer bieten eine perfekte Mischung aus Step-Tanz und modern Dance, also darstellendem Tanz, dazu spielt eine Live-Band tolle irische Musik, meist instrumental, mal aber auch mit traditionellem Gesang. Doch nicht nur dies - es wird eine Geschichte erzählt.

Bei "Magic of the Dance" geht es um die Geschichte irischer Auswanderer zu Beginn des Jahrhunderts. Besitz und Heimat wurden ihnen genommen, trotzdem haben sie sich die Freude am Leben bewahrt, auch durch ihre Musik und ihre Tänze. Beim letzten Sommerfest auf heimischen Boden verlieben sich ein junger Mann und eine junge Frau ineinander, werden jedoch von ihren Familien bei der Abreise getrennt. Sie landen per Schiff an unterschiedlichen Orten Nordamerikas. In dieser neuen Welt erleben die Liebenden auf der Suche nacheinander aufregende Abenteuer, um schließlich wieder zusammenzufinden.

"Magic of the Dance" inszeniert die Geschichte auf faszinierende Art und Weise. Michael Donellan, mehrfacher Tap Dance Weltmeister und einziger Akteur, der Hauptrollen in allen drei großen Tap Dance Shows (also auch "Riverdance" und "Lord of the Dance") übernehmen durfte, verkörpert den Bösewicht, der in dunklem rotem Licht und teuflischen Feuern schwarz daher kommt, zusammen mit Orla Griffin, dem "Female Dance Captain" des Ensembles. Colette Dune spielt die junge, verliebte Sympathieträgerin, natürlich passend blond und in Weiß. David Moore und Sven Göttlicher sind ebenfalls mit von der Partie. Verschiedenste Szenen werden spielerisch und tanzend dargestellt, man wird verzaubert. Die traditionelle Musik ist wunderschön, ob flott und instrumental für atemberaubende Tanzeinlagen, ob träumerisch für mehr darstellende Szenen, oder ob vokal, wenn zu Flötenklängen weiblicher Gesang erklingt oder auch ein Musiker mit seiner Akustikgitarre ein Stück spielt. Der musikalische Spannungsbogen mit Instrumenten aus dem 16. bis 20. Jahrhundert, von der Tin-Whistle (Blechflöte) und Bodhran (irische Handtrommel) über Busuki, Fiddle und irischem Knopf-Akkordeon bis hin zum Schlagzeug und Bass, weiß zu begeistern und ist mehr als nur eine Untermalung dessen, was man sieht. Zusätzlich zu den "normalen" Tap Dance Szenen gibt es ein Sonderstück mit Fässern, eine Mischung aus Step und Trommelei, oder auch Comedy-Einlagen, bei denen das Publikum auch gerne mal einbezogen wird. Fazit: Klasse Show!



Auf der DVD findet man eine fast 90-minütige Show aus Paris, die prima für den Heimgenuss eingefangen ist, aber natürlich nicht den Zauber einer Vorstellung im Saal bieten kann. Trotzdem ist es schön, sich nun auch zuhause noch einmal die Show anschauen zu können, und einige Details sieht man in Großaufnahme natürlich auch wieder besser als live. Als Extras findet man auführliche Hintergrund-Informationen, insgesamt 42 Minuten. Michael Donellan stellt in "At Home at Ireland" 17 Minuten lang die irische Heimat vor, nimmt einen mit zum Schuhmacher, zum Training des Nachwuchses oder nach Hause. Auch andere Mitglieder des Ensembles zeigen ein Stück Privates. "Rehearsals" gibt 12 Minuten Einblick in die Proben, für die man eine Halle angemietet hat, in deren Nähe das Ensemble zusammen in Häusern wohnt - mit Klassenfahrt-Feeling. "Paris! At last" zeigt schließlich 13 Minuten die Backstage-Geschichte der auf der DVD zu findenden Paris-Show. Englisch sollte man können, Untertitel gibt es nämlich nicht. Sehr gute DVD, die jeder Tap Dance Fan zuhause haben sollte.

(Tobi)