Michael Moore kennt man als den Dokumentarfilmer, der kritisch amerikanische Politik und Gesellschaft unter die Lupe nimmt, für "Bowling For Columbine" mit einem Oscar ausgezeichnet, für "Fahrenheit 9/11" und aktuell "Sicko" bekannt, mit seinen Büchern in den Bestseller-Listen weltweit vertreten. Er wird dafür geliebt, dass er die Irak-Politik und Präsident Bush öffentlich anprangert und kein Blatt vor den Mund nimmt. Nicht wenige allerdings stehen seinen Werken zumindest kritisch gegenüber und sehen ihn als berechnenden Geschäftsmann und Selbstinszenierer anstatt als Gandhi des Dokumentarfilms oder gutes Gewissen der Amerikaner. Die hier vorliegende Dokumentation über Michael Moore unterstreicht dieses.

"Manufacturing Dissent" fängt zuerst einmal in Flint nahe Detroit, der vermeintlichen Heimatstadt Moores, Meinungen über ihn ein. Diese gehen weit auseinander - man sieht ihn als intellektuelles Genie, mit Basecap getarnt, oder als Manipulator, und ein Freund beschreibt ihn als hilfsbereit, aber etwas paranoid und größenwahnsinnig. Das Team von "Manufacturing Dissent" hat sich vorgenommen, ihn auf die gegen ihn vorliegenden Vorwürfe anzusprechen und folgt ihm auf einer Tour durch 60 Universitäten der USA, wo er spricht, um die Wähler gegen George Bush aufzubringen. Ein Interview für eine Doku über ihn aber lehnt Michael Moore immer wieder ab, trotz mehrfacher E-Mails, Briefen und direkter Anfrage. So erfährt man etwas über seine Vergangenheit, als er beim linken Magazin "Mother Jones" in San Francisco gefeuert wurde und das Mag daraufhin verklagte, aber nur eine normale Abfindung zugesprochen bekam. Man erfährt, wie er mit seinem ersten eigenen Film "Roger & Me" erste Erfolge feiern konnte - wobei einiges im Film nachweislich frei erfunden war. Man erfährt, wie er seinen Filmpartner leugnete, um selbst im Mittelpunkt zu stehen. Man erfährt, wie er einige der Szenen, die er als dokumentarisch eingefangen in seinen Filmen zeigte, vorher erst hierfür inszenierte. Na klar, er machte den Dokumentarfilm wieder zum Kassenmagneten ... aber warum steht er dann selbst nicht einmal Rede und Atwort für eine Doku über ihn? Das Team wird abgewiesen, behindert, nach kritischen öffentlichen Fragen aus einem Körsaal geworfen - die Maschinerie Moore lässt keine Kritik zu. Da macht es ihn auch nicht mehr sympathischer, dass er sich schließlich für 15 Minuten vor einer Preisverleihung geschlagen gibt und doch noch mit den Machern dieser Doku spricht. Wichtig, dass jemand sich traut, öffentlich gegen das US-Regime Stellung zu beziehen - nur leider zweifelhaft, wie manipulativ die Massen in den Bann gezogen werden. Eine Doku, die nachdenklich macht...

Als Extras gibt es 11 herausgeschnittene Szenen und eine Diskussionsrunde über Michael Moore.

Verkaufsstart: 09. November 2007
Verleiher: Sunfilm Entertainment
Filmlänge: 75 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 4:3
Ton: Dolby Digital 5.1, DTS




Wir verlosen drei Exemplare der DVD. Zur Teilnahme einfach hier klicken. Einsendeschluss ist der 9. Januar 2008. Viel Glück!

(Tobi)