Die Dokumentation "Mit den Waffen einer Frau" präsentiert uns die erfolgreichste deutsche Girl-Group - die Damenmannschaft der Biathletinnen, die gerade erst wieder in der abgelaufenen Saison ihren Ausnahmestatus bewiesen hat. "Gold im Visier!" ist der Untertitel, und dieses wurde nicht nur bei der diesjährigen Weltmeisterschaft im Norwegischen Östersund dann auch mehrfach um den Hals gehängt, auch die letztjährige WM im Februar 2007 im italienischen Antholz war für die deutschen Mädels äußerst erfolgreich.

Die Regisseure Ralf Heincke und Florian Leidenberger begleiteten für diese sehr interessante 95-minütige Dokumentation die Damenmannschaft sechs Monate lang bei ihrer Vorbereitung auf die WM 2007 in Antholz und dann natürlich auch noch bei den Wettkämpfen selbst. Im Fokus der Kameras stand zuerst Kati Wilhelm, da man von ihr als konstantester Biathletin wohl die größten Momente erwartete. Man sieht sie zu Beginn am Strand, wo sie darüber erzählt, dass sie ja eigentlich schon alles erreicht habe, aber noch genug Antrieb da sei, weitere Erfolge feiern zu wollen. Auch wenn es vorrangig natürlich um den Sport geht, sieht und erfährt man mehr Privates als normalerweise im Fernsehen. Kati reflektiert über die vielen Freunde, die man nach Erfolgen plötzlich habe, und dass es nach Misserfolgen plötzlich ganz anders aussehe.

Das harte Training der Biathletinnen wird einem nahe gebracht, die im Sommer/Herbst auf Rollen Straßen entlang laufen, mit Atemmasken auf dem Laufband im Studio schuften und deren Körperwerte diversen Tests unterzogen werden. Dann geht es zum Schneelehrgang nach Finnland - vier Monate sind es noch bis zur WM. Erfolgstrainer Uwe Müßiggang ist natürlich der Chef im Ring, wird daher auch nicht immer von den Frauen geliebt, denen er für den Erfolg alles abverlangt. Und natürlich sieht man nicht nur Kati Wilhelm. Katrin Apel - die am Ende der Saison auf Grund ihrer Nichtnominierung für die WM ihren Rücktritt bekannt geben sollte - lobt die Zimmerfreundschaften und betont, dass es keinen Zickenkrieg gebe, auch wenn nach Wochen alleine im Schnee natürlich ein gewisser Lagerkoller aufkommt. Die Neulinge Magdalena Neuner und Kathrin Hitzer sind am Anfang noch nicht so sehr im Fokus der Dokumentation, was sich im Falle der erfolgreichen Neuner natürlich im Laufe des Films ändert. Zu Beginn aber sieht man beide zuerst mal beim "Schwedentest", dem Aufnahmeritual ins Team, bei dem sie jeweils eine Dose Ekelfleisch essen müssen. Neben ihnen sieht man auch Simone Denkinger, Martina Glagow und ab und an auch die spätere Gesamt-Weltcup-Siegerin Andrea Henkel, die sich aber sehr zurück hält, vermutlich nicht so gerne gefilmt wurde.

Kurz vor dem ersten Weltcup des Winters 2006/2007 in Östersund sieht man Kati Wilhelm beim Präparieren ihrer Ski und man erfährt etwas über Rituale vor dem Start - die Anspannung ist groß, wie es nun tatsächlich im Wettkampf laufen würde. Und man erfährt wieder etwas mehr von Kati, auch über ihren Freund Andi aus dem Team, über ihre roten Haare und über die "Sportler des Jahres"-Gala, bei der sie geehrt wird. Dann folgt der erste große Auftritt von Magdalena Neuner, die nicht lange braucht, um in Deutschland ihren ersten Weltcup zu gewinnen, und dann nicht so recht weiß, wie sie die richtige Balance zwischen Publikumszuspruch und Konzentration auf den Sport finden soll. Interessant ist hierbei auch die Reaktion von Kati, die sich mit dem Küken freut, aber auch nicht tatenlos zuschauen will, wie solch eine junge Sportlerin an ihr vorbei zieht. Mit einem eigenen Sieg schlägt sie kurz danach zurück, und Magdalena ist froh, hierdurch nicht mehr so sehr im Rampenlicht zu stehen.

Nach endlosen, kräftzehrenden Monaten ist es endlich soweit - die WM in Antholz beginnt. Mit einem Sieg von Neuner im 7,5 km Sprint gibt es einen überraschenden und grandiosen Start, und auch die 10 km Verfolgung gewinnt die Newcomerin, die spätestens jetzt zum Liebling der deutschen Fans geworden ist. Im Interview gibt sich Kati erstaunt - nicht über den Sprintsieg von Magdalena, aber darüber, dass sie mit ihren 19 Jahren auch noch so abgebrüht ist, die Verfolgung zu holen. Bei Kati hingegen läuft es nicht gut. Im 15 km Rennen muss sie nach Bauchschmerzen aufgeben - Martina Glagow holt hier Bonze und ist glücklich. Dann folgt der Massenstart über 12,5 km - und zum ersten Mal belegten deutsche Starterinnen in einem WM-Rennen die ersten drei Plätze, mit Andrea Henkel ganz oben, gefolgt von Martina Glagow und Kati Wilhelm. Die Stimmung im Team ist nun natürlich super, und als Martina Glagow, Andrea Henkel, Magdalena Neuner und Kati Wilhelm dann auch noch die Staffel gewinnen, ist klar, dass diese Dokumentation einen ganz tollen Winter dieser hervorragenden und sehr sympathischen Sportlerinnen eingefangen hat. Für jeden Biathlon-Fan ein Muss, diese Doku!

Verkaufsstart: 10. März 2008
Verleiher: Senator Home Entertainment
Filmlänge: 95 Minuten
FSK: freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachen: Deutsch
Untertitel: keine
Bildformat: 16:9
Ton: Dolby Digital 2.0




Wir verlosen drei Exemplare der DVD. Zur Teilnahme einfach hier klicken. Einsendeschluss ist der 10. Mai 2008. Viel Glück!

(Tobi)