Wenn einem in der Videothek jetzt plötzlich drei coole Gestalten mit Sonnenbrillen und eine weniger coole mit aufgerissenen Augen begegnen, dann kann es sich nur um "Mister Undercover" handeln, der als Video oder DVD nun im Verleih zu haben ist.

Die Mafia-Familie der Romanos steht kurz vor der Verhaftung, denn die Polizei hat durch einen Informanten endlich die nötige Grundlage, um sie hinter Gitter zu bringen. Chef "Pops" Romano (Peter Falk), seine beiden Söhne Peter (Chris Penn) und Paulie (Peter Berg) sowie der Berater Leo Corrigan (Fred Ward) sind allerdings informiert, dass sich etwas gegen sie zuspitzt. Sie sind sich zwar bewusst, ihr Geld nicht unbedingt auf legale Weise verdient zu haben, jedoch wissen sie nicht, was genau die Behörden gegen sie in der Hand haben. Als einziger Ausweg kommt ihnen die Idee, irgendjemanden undercover ins FBI einzuschleusen und so an die Akte zu gelangen. Da es jemand sein muss, der nicht in Zusammenhang mit dem Clan aufgefallen ist, kommen sie auf Pops dritten, seit Jahren verstoßenen Sohn Corky (Chris Kattan). Dieser ist Assistenzarzt in einer privaten Tierklinik, dazu völlig anders als der Rest der Familie - gefühlvoll, gesetzestreu und ohne Ende tollpatschig. Corky wird geholt, und am Krankenbett seines nach einem Herzinfarkt angeschlagenen Vaters erfährt er nun erstmals, mit welcher Art von Geschäften sein Vater und seine Brüder reich geworden sind.

Obwohl Corky mit den schmutzigen Geschäften der Familie nicht ganz einverstanden ist, erklärt er sich bereit, die anderen vor dem Knast zu bewahren. Mit Hilfe eines findigen Hackers wird er mit einer neuen Identität und einem falschen Lebenslauf ausgestattet, ist plötzlich der fünf Sprachen und mehrere Kampfsportarten beherrschende Vorzeige-FBI-Agent "Pissant". Zusätzlich wird Corky natürlich mit verstecktem Mikro ausgestattet - und ab geht's zum FBI. Die Aufforderung seiner Brüder, sich möglichst unauffällig zu benehmen, ist für die Katz, ist Corky doch ein absoluter Volltrottel, der überall für Unruhe und Chaos sorgt. Aufgrund seiner guten Referenzen setzt FBI-Boss Shuster (Richard Roundtree) "Pissant" gleich auf den größten Drogenzar der Stadt an den mysteriösen "Werwolf". Shusters rechte Hand, der ehrgeizige Agent Brick Davis (Matthew Glave), wittert einen unbequemen Konkurrenten im Karriere-Wettkampf und steht dem Neuen sehr skeptisch gegenüber, vor allem wohl, weil sich dieser so merkwürdig verhält. Von allen anderen wird Corky gut aufgenommen, auch von seiner hübschen Kollegin Kate Russo (Vinessa Shaw), die ihm mehr und mehr gefällt. Nun wird die Zeit zeigen, ob Corky es schafft, die Akte über seine Familie in seinen Besitz zu bringen, nicht enttarnt zu werden, sich Davis vom Hals zu halten - und hierbei vielleicht auch noch ein paar Kriminalfälle zu lösen, nicht zuviel Unsinn anzustellen und Kate näher zu kommen...

"Mister Undercover" ist - hierüber sollte man sich vorher klar sein - stellenweise absoluter Klamauk mit härtestem Slapstick, ohne jeden Anspruch, realistisch zu sein. Geht man aber mit dieser Vorgabe an den Film heran, so kann man durchaus einigen Spaß haben. Chris Kattan (der mich in Mimik und Wesen immer wieder sehr an Martin Short erinnert) ist aufgrund seiner inzwischen sechs Jahre bei "Saturday Night Life" als Komödiant bestens geübt und liefert eine solide Vorstellung als Corky ab. "Columbo"-Darsteller Peter Falk überzeugt als alternder Mafia-Boss wieder mal, passt gut ins Bild. Alles in allem ein Film, der durchaus trotz seines Slapsticks noch einige wirklich witzige Szenen zu bieten hat, und die Handlung ist im Grundton durchaus nett. Leichte Unterhaltung ohne Tiefgang für stressfreie Abende.

Auf DVD gibt es den 82-minütigen Film in deutscher, englischer und türkischer Sprache zu sehen, außerdem Untertitel in Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Polnisch, Bulgarisch, Türkisch, Arabisch, Kroatisch und Slowenisch. Als Extras sieht man ein zwölfminütiges "Making Of" über den Dreh einer lustigen Szene und zwei weitere Handlungsstücke in ungekürzter, so im Film nicht vorkommender Weise - wobei vor allem die Skinhead-Nummer gut ist.

(Tobi)