Mit "Der Schatzplanet" bereiten die Disney-Studios den Robert Louis Stevensons Klassiker "Die Schatzinsel" als Science-Fiction-Abenteuer auf, verlegen die Handlung ins Weltall. Geblieben sind die Namen der Hauptakteure und die groben Handlungszüge. Der rebellische, von seiner Mutter alleine aufgezogene 15-jährige Junge Jim Hawkins träumt schon seit seiner Kindertage davon, den verschollenen Goldschatz des legendären Kapitän Flint zu finden. Eine geheimnisvolle Kugel offenbart ihm eines Tages eine Schatzkarte, welche den Weg zu zeigen scheint, zu einem fernen Planeten am Rande des Universums. Jim bringt die riesige Weltraumgaleone R.L.S. Legacy mit verrückter, zweifelhafter Besatzung an den Start. Er freundet er sich mit dem Cyborg John Silver an, ohne zu ahnen, dass der Schiffskoch Böses im Schilde führt, selbst hinter dem Schatz her ist und eine Meuterei längst geplant hat, wenn die Zeit reif hierfür ist. Stevensons Romanfiguren tauchen in unterschiedlichster Form auf, z.B. Insel-Bewohner Ben Gunn als Roboter B.E.N. oderDoktor Livsey und Käpt'n Smollet als Hund und Katze.


Optisch weiß der Streifen zu überzeugen mit einer Mischung aus 2D und 3D - die Handlung aber ist nicht immer packend, wirkt teilweise etwas planlos und überdreht. Einige nette Gags sind natürlich zu finden, aber nicht übermäßig viele, und oft lassen sie den Disney-Charme etwas vermissen. Dass die oft typischen Gesangssequenzen fehlen, das ist gar nicht mal schlecht, denn hier muss man nicht immer mit der Vergangenheit gehen. Ein buntes, flottes Spektakel, welches man hier erschaffen hat, aber keines mit Langzeitwirkung - und auch die Faszination der Romanvorlage wird nicht erreicht. Mittelmäßig.

Auf der DVD gibt es den 91-minütigen Film in deutscher und englischer Sprache, außerdem Untertitel in Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch. Als Extras findet den Trailer einer frühen Disney-Realverfilmung des Romans, des ersten abendfüllenden Disney-Spielfilms überhaupt, außerdem kurze Info-Clips über Piraten und Schätze. Zusätzlich gibt es 15 Minuten über Animation, mit Roy Edward Disney, den interessanten Videoclip des guten Songs "I'm Still Here" von Goo Goo Dolls-Sänger John Rzeznik und die Möglichkeit, den Film mit Audiokommentaren oder visuellen Kommentaren (kurzen Einspielern) zu sehen.

(Tobi)