"Tapas" stellt uns bei Sommer und Hitze in Barcelona verschiedene Charaktere eines kleinen Stadtviertels vor, deren Verbindung zueinander nach und nach klar wird. Die dem Teenageralter gerade entwachsenen CÚsar und Opo räumen in einem kleinen Supermarkt die Regale voll und freuen sich schon auf die bevorstehende Saison, denn dann kommen die Urlauberinnen und mit diesen hat man als Spanier natürlich immer Sexabenteuer. Raquel ist Anfang 40 - tagsüber arbeitet die als Verkäuferin in einem kleinen Tante-Emma-Laden und muss sich hier das Getratsche ihrer Kundinnen anhören, abends erfreut sie sich zu Hause an ihrer Internetfreundschaft, einem Argentinier, der sie damit überfordert, dass er einen Besuch im August bei ihr plant. Der Wirt Lolo ist überfordert und schnauzt seine Frau Rosalie so sehr an, dass diese ihn verlässt - alleine ist er nun weder privat glücklich, noch kann er seine Tapas-Bar alleine führen. Also stellt er den Chinesen Mao als Koch an, unter der Voraussetzung, dass dieser sich den Kunden nicht zeigt und dass er ihn Rosalie nennen darf. Schließlich wären da noch die alten Mariano und Conchita - er hat erfahren, dass er Krebs hat, und weiß nun nicht so recht, ob er sich umbringen oder den Rest des Lebens genießen soll. Sie sieht aus, als könnte sie keiner Fliege weh tun, dealt aber Drogen an Jugendliche, und das in Lolos Bar. Somit wäre die erste Verbindung der Charaktere schon hergestellt - weitere sind dadurch gegeben, dass Opo ein ebenso großer Bruce-Lee-Fan ist wie Mao und dass CÚsar eine Affäre mit der doppelt so alten Raquel beginnt und ihr förmlich verfällt. Ein ganz normales Stadtviertel eben...

"Tapas" ist ein sehr netter Film. Dass er in Barcelona spielt, wird nicht für schöne GaudÝ-Szenen oder ähnliches genutzt, man wird aus der Dichte des besagten Stadtviertels nicht entlassen, was auch gut so ist. Die Charaktere sind alle gut ausgeprägt und wirken keinesfalls unrealistisch, auch mit ihren Verbindungen zueinander. Erzählt wird eine Phase aus dem Leben dieser Menschen, und diesem Alltag schaut man gerne zu. Ein schöner, einfach nett gemachter Film mit typisch spanischem Flair.

Als Extras gibt es neben dem Kinotrailer ein "Making of", einen weiteren Bericht zu den Dreharbeiten und eine Bildergalerie.

Verkaufsstart: 18. Januar 2007
Verleiher: e-m-s new media
Filmlänge: 84 Minuten
FSK: freigegeben ab 12 Jahren
Sprache: Deutsch, Spanisch
Untertitel: Deutsch
Bildformat: Widescreen 1,78:1 (anamorph)
Ton: Dolby Digital 5.1



(Tobi)