Diese Verfilmung von William Shakepeares zu seinen Lebzeiten erfogreichsten Stückes "Titus Andronicus", welches im Laufe der Jahre allerdings an Beliebheit eingebüßt hat, ist nicht die erste, aber die beste. Regisseurin Julie Taymor, die man bislang vor allem für ihre Broadway-Version des "Lion King" kannte, schafft es, trotz 162 Minuten Spielzeit kenie Langeweile aufkommen zu lassen und den Zuschauer in den Bann der Geschichte zu ziehen.

Als der gealterte General Titus Andronicus von einer siegreichen Schlacht nach Rom zurück kehrt, hat er vier Geiseln im Gepäck - Tamora, die Königin der Gothen, und ihre drei Söhne, von denen er den Ältesten zu Ehren der gefallenen Römer opfern lässt. Tamora schwört Rache. Anstatt seinem Bruder Marcus (Colm Feore) auf den Kaiserthron zu helfen, unterstützt Titus dann Saturnius (Alan Cumming), der es dann auch zum Herrscher schafft und kurz darauf Titus Tochter Lavinia (Laura Fraser) zur Frau nehmen will. Diese ist allerdings schon an seinen eigenen Bruder Bassianus (James Frain) vergeben, und so lässt Saturnius sauer von ihr ab und wählt Tamora (Jessica Lange), die ihn mit Versöhnungsbekundungen um den Finger wickelt. Nun steht ihr der Weg zur Vergeltung an Titus offen, und mit Hilfe ihres Liebhabers Aaron (Harry J. Lennix) beginnt der blutige Rache-Zug...

Julie Taymor inszeniert die Geschichte mit traditionellen wie auch sehr vielen modernen Elementen sehr geschickt. Sie kostet die Brutalität der Handlung nicht komplett aus, lässt einige blutige Szenen nur erahnen, während andere dann wieder in voller Röte den Bildschirm ausfüllen. Die Geschichte weiß aber durchaus nicht nur mit Brutalität zu dienen, selbst schwarzen Humor findet man vermehrt. Die Schauspieler wissen zu überzeugen. Anthony Hopkins spielt den anfangs rohen General sehr gut, was manchmal sogar an seine Paraderolle als Hannibal Lecter erinnert. Jessica Lange beeindruckt nicht weniger in ihrer Rolle als berechnende, auf rache versessene Tamora. Der Soundtrack von Elliot Goldenthal passt sehr gut zum Film, mal mit klassischer Musik, mal mit modernen Stilen. Sicher ist dieser Stilmix von Tradition und Gegenwart nicht jedem gefallen, er ist aber interessant und gekonnt konsequent gemacht.

(Tobi)