In der Reihe "Geheimnisvolle Kulturen" geht es 47 Minuten lang auch um Wikinger (die Zeitangabe von 55 Min. auf dem Cover stimmt auch hier nur, wenn man die Trailer für andere Kulturen noch dazu zählt). Wie bei den anderen Dokumentationen der Reihe hört man durchgängig englischen Kommentar im Hintergrund, darüber aber den deutschen Text - auf Englisch kann man sich die Doku nicht anschauen. In den ersten neun Minuten geht es um den Ruf der Wikinger und ihre Ausbreitung, wobei ein vielleicht etwas überzogener Vergleich mit der Rockerbande "Hell's Angels" erwähnt wird. Die Wikinger kam aus dem hohen Norden, aus Skandinavien, und terrorisierten Menschen in der Fremde, vor allem Kirchenmänner. Kein Wunder, handelte es sich doch um antichristliche Heiden. Zuerst zogen sie um das Jahr 790 herum nur in kleinen Gruppen aus, später mit ganzen Flotten von Schiffen. Bekannt wurden sie durch die Plünderung des Klosters von Lindisfarne an der Grenze zwischen England und Schottland im Jahr 793. Nachdem man sich zunächste auf die britischen Inseln beschränkte, brachte ihre spätere Ausbreitung die Wikinger ins Mittelmeer und bis nach Instanbul. In der berühmtesten Moschee der Stadt am Bosporus, der Hagia-Sofia, haben sich Wikinger zur Erinnerung eingeritzt. Über Flüsse kamen die Skandinavier auch zu Städten des Festlands, im jetzigen Osteuropa machten sich hierbei vor allem der Stamm der Rus einen Namen, nach dem letztendlich auch Russland benannt wurde. Nicht fehlen darf natürlich eine kurze Erwähnung Leif Ericsons, der schon 500 Jahre vor Kolumbus Amerika erreichte - was allerdings historisch nicht ganz sicher ist. In den nächsten beiden Kapiteln widmet sich die Dokumentation dem "dunklen Zeitalter", welches durch die Wikinger für die Skandinavier ein goldenes Zeitalter wurde, und der weltlichen sowie kirchlichen Bedrohung. Vor allem der römische Kaiser Karl der Große sah sich in verschiedener Hinsicht bedroht. Die Wikinger sorgten nicht nur für eine beginnende wirtschaftliche Spaltung, sondern waren als Heiden auch eine Gefahr für das Christentum und die politische Macht des Kaisers. Er entschied sich dafür, die Wikinger nicht zu bekämpfen, sondern zu bekehren, und schickte Missionare aus. man erfährt dann etwas über die Gesellschaft der Wikinger, und wie diese vor allem als Kleinbauern oder freie Krieger lebten und wohnten. Etwas mehr als zwei Minuten widmet sich die Doku den Lebensmitteln der Wikinger, die Fleisch und Fisch am Spieß gebraten oder in Erdlöchern gebacken haben, die aus Hörnern tranken, und für die faulender Fisch eine Delikatesse war. Dann geht es kurz um die Aristokratie. Der Reichtum der vom Volk gewählten Führer wurde vor allem in der Zahl der Gefolgschaft und dem Besitz an Schiffen und Ländereien deutlich. Als sich Königreiche ausbildeten, verschmähte nur Island diese Form der Machtverteilung. Drei Minuten geht es um Erbrecht und Familie. Der erstgeborene Sohn erhielt alles, und so kam es vor allem in Norwegen zu einigen Erbfolgekriegen. Die Stellung der Frauen wird kurz angerissen, auch ihre Funktion als Schamaninnen. Vier Minuten widmet sich die Doku den berühmten Langschiffen der Wikinger, die nicht nur für die Meere, sondern auch für Flüsse gebaut waren und dank ihrer Schnelligkeit und Manövrierfähigkeit damals als hochmodern galten. Es gab aber auch Nachteile: Man konnte an Bord nicht kochen und hatte nur ungemütliche Schlafmöglichkeiten. Deswegen gingen die Wikinger oft am Land und schlugen dort ihre Zeltlager auf. Drei Minuten lang geht es dann um die Kunst der Wikinger, welche vor allem dekorativen Charakter hatte und auf Alltagsgegenstänge angewendet wurde. Oft handelte es sich um stilisierte Tierdarstellungen. Im Vergleich zum puristischen Lebensstil der Wikinger erscheint ihre Kunst beinahe protzig. Zum Abschluss geht es um die Götter der Wikinger, von denen vor allem Thor und Odin eine bedeutende Rolle spielten. Es gab aber für fast alles einen Gott, so dass sich jedermann gut geschützt fühlte. Das Größte jedoch für einen Wikinger war es sowieso, im Kampf tapfer sein Leben zu lassen, da man daran glaubte, dann direkt in den Himmel zu kommen oder aber in der Walhalla mit den Göttern üppige Mahle feiern zu können. mit einem kurzen Blick auf die Einflüsse der Wikinger wird die interessante Doku abgeschlossen, die Lust macht, sich tiefer ins Thema einzulesen.

(Tobi)