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RAMMSTEIN holen ihre Fans ins Kino. In exklusiven Vorführungen wird der Konzertfilm "RAMMSTEIN: PARIS" am 23., 24. und 29. März bundesweit in den deutschen Kinos zu sehen und in Dolby-Atmos-Sound (in ausgewählten Kinos) in Live-Qualität zu erleben sein. Auch wenn RAMMSTEIN letztes Jahr noch live unterwegs waren, sehen wir kein Konzert aus dieser Tour. Der schwedische Regisseur Jonas Åkerlund filmte bereits im März 2012 bei zwei Rammstein-Konzerten, die vor jeweils 17.000 Zuschauern im Palais Omnisports in Paris-Bercy stattfanden.

Die während der Tour zur Best-Of-CD "Made in Germany" aufgezeichnete Performance wird - das ist keine Frage - Fans der Band mit Sicherheit gefallen. Rammstein wissen auch nach 22 Jahren Karriere noch voll zu überzeugen, und das vor allem live mit ihren spektakulären Shows, in denen nach wie vor vieles an Pyrotechnik geboten wird und in deren Verlauf die Band auch verschiedene ihrer Song-Geschichten auf der Bühne spielerisch darbietet. Åkerlund, der als international gefragter Musikvideo-Regisseur mit der Band bereits die Clips zu "Mann gegen Mann" (2006), "Ich tu dir weh", "Pussy" (beide 2009) und "Mein Land" (2011) drehte, hat passende, actionreiche Bilder aufgenommen, mit ca. 30 Kameras, u.a. auch mit GoPros. Man sieht Rammstein so auch im Weitwinkel und fühlt sich noch mehr im Geschehen als bei vielen anderen Konzertaufnahmen. Dazu kommen Close-Ups der Band, um deren Spielfreude wie auch Anstrengung hautnah zu zeigen.



16 Songs sind insgesamt zu sehen, darunter Rammstein-Klassiker wie "Sonne", "Wollt ihr das Bett in Flammen sehen?", "Asche zu Asche", "Feuer frei!", "Du riechst so gut" oder "Engel". Ein Highlight des Konzerts ist, wenn Rammstein in der zweiten Hälfte ein paar Songs auf einer kleinen, zusätzlichen Bühne inmitten der Fans performen, wobei "Bück dich" und "Mann gegen Mann" schon sehr schlüpfrig inszeniert sind - umso schöner dann die stimmungsvolle, vom sonst vorherrschenden Brachialen abwechselnde Ballade "Ohne dich". Und natürlich darf gerade hier "Frühling in Paris" vom 2009er-Album "Liebe ist für alle da" nicht fehlen.

Es gibt viel Gutes zu sagen über den Film, aber auch Kritikpunkte sind zu erwähnen. Zum einen verwundert es, dass es fünf Jahre gedauert hat, um den Streifen zusammen zu basteln und ins Kino zu bringen - das hätte man doch weit schneller erledigen können. Zum anderen übertreibt es Åkerlund stellenweise mit Spielereien, bei den Einblendungen der Songtitel, vor allem aber bei eher unnötigen Spezialeffekten, wie z.B. den eingebauten Blitzen über den Händen von Keyboarder Flake. Und nicht zu vergessen: Es gab schon einige sehr gute Livemitschnitte von Rammstein, wie "Live aus Berlin" (1999), "Völkerball" (2005) oder "Live From Madison Square Garden" auf der DVD "In Amerika" (2015). So muss dann jeder Fan selbst entscheiden, ob ihm Paris aus 2012 den Weg ins Kino wert ist - vermutlich schon.

Mehr Informationen zu zum Kino-Event findest du auf www.rammstein-paris.de.

Wertung: 7 von 10 Punkten

(Tobi)