DAS DICK UND DOOF BUCH
Autor: Norbert Aping
Schüren Verlag - gebunden
576 Seiten - 2200 Abbildungen
ISBN: 3-89472-356-4
Preis: 34,00 / sFr 60,00
 

Auch wenn Stan Laurel und Oliver Hardy alias Dick und Doof in der heutigen Fernsehlandschaft nicht mehr den gleichen Stellenwert wie früher haben (können), so sind doch immer noch präsent - bei vielen in der Erinnerung an massenhaft gute Lacher sowieso, teilweise in den Videoregalen, hin und wieder dann auch im aktuellen Programm der TV-Sender. Redet man über große Slapstick-Komik in Schwarz-Weiß, so kommt man sofort auf die beiden - nur Charlie Chaplin ist aus den frühen Jahren ähnlich populär geblieben.

Für alle Fans von Dick und Doof und diejenigen, die sich für die Erfolgsstory des witzigen Duos interessieren, gibt es nun dieses umfassende Buch. Autor Norbert Aping behandelt die Geschichte von Laurel und Hardy im deutschsprachigen Raum von den ersten Kurzfilmen in den 20er-Jahren über die großen Erfolge der Langspielfilme bis hin zur Vermarktung der Filme im Fernsehen, auf Video und auf DVD in der Gegenwart. Nach einem kurzen Vorwort von Hanns Eckelkamp (Atlas Film) beginnt Aping mit der Vorkriegszeit. Er zeigt auf, wie der Engländer Arthur Stanley Jefferson und der Amerikaner Norvell Hardy sich trafen und zum erfolgreichen Duo wurden, und wie die Deutschen die Beiden kennen lernten, die dann 1928 ihre Namen "Dick und Dof" (damals noch mit einem o) verpasst bekamen. Und man erfährt, wie Hitler sich über die Filme des Duos auch dann noch köstlich amüsierte, als sie dem Volk längst verwehrt wurden (zuerst wurde ein Film 1936 von der Zensur verboten, dann durfte ab 1938 im Zuge eines Importverbots amerikanischer Filme gar keiner mehr gezeigt werden). Der zweite Teil des Buches beginnt mit der Nachkriegszeit, die natürlich einen Neuanfang in Form der Rückkehr von Dick und Doof brachte, die sich allerdings alles andere als problemlos gestaltete, vor allem durch verschiedene Verleiher und Interessen. Als Oliver Hardy dann im August 1957 an den Folgen eines Schlaganfalls verstarb, bedeutete dies natürlich das Ende von Dick und Doof, und der geschockte Stan Laurel erklärte, dass er nie wieder arbeiten wolle. Der dritte Teil des Buchs beschäftigt sich mit der weiteren Vermarktung der Dick und Doof Filme durch verschiedene Verleiher und ihrem ersten Kinoauftritt in der DDR 1963. Der vierte Teil beleuchtet das (abgesehen von Wiederbelebungsversuchen) eigentliche Ende von Laurel und Hardy als Helden des Kinos durch die Fernsehvermarktung Anfang der 70er-Jahre oder auch das Super-8-Verkaufsformat. Natürlich gelangt Aping über Videovermarktung dann zum heutigen DVD-Format. In allen Kapiteln geht Aping sowohl auf die Handlungen einzelner Filme genau ein als auch auf die Synchronsprecher, die teilweise unterschiedlichen Titel und die verschiedenen Personen, die bei den Verleihern und Vermarktern die Fäden im Hintergrund in der Hand hielten. Er präsentiert dazu oft interessante Dokumente.

Im Anhang bietet Aping eine chronologische Übersicht aller Filme, vieles mehr noch im "Digitalen Anhang" - einer Internetseite, die man mittels eines im Buch abgedruckten Passworts erreichen kann. Dort gibt es Anmerkungen zum Buchtext, verschiedene Film- und Kurzfilmauflistungen, eine Übersicht über die deutschen Laurel-und-Hardy-Titel, eine Übersicht über die Kinos (mit Platzangebot), in denen Laurel-und-Hardy-Filme in Deutschland uraufgeführt wurden, eine Übersicht über verschollene Laurel-und-Hardy- Filme und unauffindbare deutsche Fassungen, sowie einige Quiz-Fragen zu Laurel und Hardy aus deutschen TV-Shows mitsamt Antworten.

Fazit: Norbert Aping klärt den Leser wirklich bis ins Detail über die Geschichte von Dick und Doof in der deutschsprachigen Medienlandschaft auf - hier bleibt keine Frage unbeantwortet.

(Tobi)