LET THE SUNSHINE IN
Autor: Reiner Schöne
Pendragon Verlag - Broschiert - 158 Seiten
ISBN: 3-934872-71-9
Preis: 12,80 [D] / sFr 23,40 [CH]
 

Der Name Reiner Schöne ist sicherlich nicht jedem geläufig, dabei hat dieser sowohl in der Film- als auch in der Musik- und Musicalbranche so einiges erlebt. Der in Hessen geborene und in Weimar aufgewachsene Schöne verließ die DDR 1968 nach einem Konzert in Westberlin. Er feierte noch im selben Jahr in den Rock-Musicals "Hair" seinen ersten großen Erfolg im Westen, ließ 1971 "Jesus Christ Superstar" folgen. 1985 führte ihn die Disney-Serie "Die Rückkehr zur Schatzinsel" nach Los Angeles. Dort drehte er Filme mit Clint Eastwood, Kris Kristofferson und spielte in populären TV-Serien wie "Star Trek" und "MacGuyver". Außerdem nahm er einige Platten auf und ging auf Tourneen als Singer/Songwriter der Reiner-Schöne-Band. Dabei arbeitete er u.a. mit Giorgio Moroder, Harold Faltermeier und Konstantin Wecker zusammen. Seit 2002 lebt Reiner Schöne in Berlin-Mitte.

Zum vorliegendem Buch wurde Schöne durch "Cruising Paradise" von Sam Shepard inspiriert, eine Sammlung von Kurzgeschichten, teils Fiktion, teils Autobiografisches, Abenteuer an Filmsets. Mit Hilfe seiner Tagebücher entstand schließlich "Let The Sunshine In". Schöne beginnt das Buch mit einer kleinen, poetischen Story, bevor er auf seine Flucht in den Westen 1968 eingeht, die die meisten eigentlich schon Monate vorher erwartet hatten, als er schon einmal zu einem Gastspiel in West-Berlin weilte. Schöne berichtet, wie die Verhandlungen zur deutschen "Hair"-version "Haare" eigentlich schon gescheitert schienen, sich dann aber doch alles zu einer Erfolgsstory entwickelte. Die Suche nach dem richtigen Judas für "Jesus Christ Superstar" und das viel zu frühe Scheitern des Musicals beschreibt Schöne, bevor wieder fiktive Zeilen zu lesen sind. Diese hat er oft auf Reisen oder während Bahnfahrten niedergeschrieben, anscheinend inspiriert von vorbei rauschender Landschaft, zumindest sind sie oft blumig. Schöne erinnert sich, wie er mit Kris Kristofferson Blues spielte oder wie er in Südafrika erklären musste, was Germany ist. Er beschreibt, wie in Gera jeder auf ein Beate Uhse-Paket scharf war oder wie er einen chaotischen Flug nach Moskau erlebte. Auch sein Gastspiel bei Star Trek bleibt natürlich nicht unerwähnt. Zum Schluss schließt sich der Kreis - für "Jedermann" kam Schöne zurück nach Deutschland.

Schönes Erinnerungen an das Erlebte sind alles andere als chronologische aneinander gereihte Tatsachen - er hat in seinen Tagebüchern Momentaufnahmen eingefangen, Eindrücke, Bilder und Emotionen. So liest sich das Buch dann auch prima und ist im Vergleich zu Biografien von Bohlen, Becker, Effenberg & Co. eben nicht darauf ausgelegt, mit Skandälchen oder Verunglimpfungen anderer Stars Kasse zu machen.

(Tobi)