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(20. April 2003)



Für die einleitenden Worte zum Theater können wir uns nur wiederholen. Das Colosseum Theater in Essen ist dafür, dass es in einem alten Fabrikgebäude entstanden ist, durchaus schön. Nachdem man eine Treppe zum Eingang hinauf geschritten ist, gelangt man in das geräumige Foyer mit Getränke- und Souvenirständen, ganz in Rot gehalten. Überschüssige Zeit kann man sich durch das Anschauen einer Ausstellung vertreiben. Der Theatersaal ist nicht sonderlich prunkvoll gestaltet, man sitzt eher wie im Kino, dafür aber mit ausreichend Beinfreiheit.



Das Musical AIDA ist ein würdiger Nachfolger von ELISABETH, und dies ist alles andere als einfach. Die Geschichte von Aida und Radames wird in eine geschickte kleine Rahmenszene eingebettet, die in einem Museum der Moderne spielt. Ansonsten weiß die Geschichte mit ihren Motiven und ihrer Tragik durchaus zu packen, selbst wenn man sie schon aus der Oper kennen sollte. Wer Angst hat, Elton John habe ein zu modernes Musical erschaffen oder hierbei zu sehr am eigenen Stil geklebt, der wird vom Gegenteil überzeugt. AIDA ist eine wundervolle Mischung verschiedener Musikstile. Natürlich hört man den typischen Piano-Pop von Sir Elton heraus, aber neben ihm gibt es ebenso Ausflüge in klassische Stücke, in rockige Momente, in tribale Stammestänze und in souligen Gospel. Die Musik ist durchweg gut und einige der Stücke wissen zu begeistern. Die deutsche Textadaption ist Michael Kunze mal wieder prächtig gelungen, hier stimmt jedes Wort.



Das Bühnenbild ist zum Thema Ägypten passend, abwechslungsreich zudem. Ob die Szenen im Palast des Pharaos, am Fluss, unter Sternenhimmel oder im Sklavenlager spielen, stets geben die Kulissen einen gelungenen Hintergrund für die Handlung. Das gesamte Ensemble spielt sicher und gut, und dabei müssen sie nicht nur über Stimmstärke verfügen. Besonders vor der Pause gibt es einige sehr gute Tanzeinlagen, deren Choreografien klasse und durchaus auch anspruchsvoll sind.



Unter vielen guten Darstellern glänzt Florence Kasumba als Aida mit einer großartigen Stimme und wunderbarem Schauspiel zwischen Furcht, Entzücken, Verliebtsein und Stolz - es macht großen Spaß, sie zu sehen. In Ramades Mathias Edenborn hat sie einen starken Mitspieler an ihrer Seite, und da beide in vielen der Szenen agieren, sind sie besonders wichtig. Als Amneris sahen wir nicht Maricel - zu der diese Rolle aber sicher gut passt - sondern Anke Fiedler. Sie sang prima und spielte die verwöhnte, selbstverliebte, nicht immer kluge, aber gutherzige Blondine ebenfalls gut. Auch Sanny Roumimper als zweite Besetzung von Mereb machte seine Sache prima. Fazit: AIDA ist ein sehr gutes Musical, welches mit tollen Darstellern, abendländischen Kulissen, abwechslungsreicher Musik und einigen ganz großen Songs zu begeistern weiß.

(Tobi)