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(6. Oktober 2009)



Unsere einleitenden Worte zum Theater sind nicht neu. Das Colosseum Theater in Essen ist dafür, dass es in einem alten Fabrikgebäude entstanden ist, durchaus schön. Nachdem man eine Treppe zum Eingang hinauf geschritten ist, gelangt man in das geräumige Foyer mit Getränke- und Souvenirständen, ganz in Rot gehalten. Überschüssige Zeit kann man sich durch das Anschauen einer Ausstellung vertreiben. Der Theatersaal ist nicht sonderlich prunkvoll gestaltet, man sitzt eher wie im Kino, dafür aber mit ausreichend Beinfreiheit.



"Buddy" ist natürlich kein Musical im Stil der großen Klassiker, bei denen ein Orchester aus dem Theatergraben für bombastische Untermalung großer, extra für das Musical geschriebener Lieder sorgt. Das Musical fungiert vielmehr als Mischung aus Einblicken in Buddy Hollys Leben, die den Menschen näher bringen, und Konzertmomenten, in denen dann die Hits von Buddy und seinen Zeitgenossen gespielt werden und in denen dann das Publikum im Colosseum Theater zum Publikum im Harlemer Apollo-Theatre oder dem des Surf Ballroom in Clear Lake.



Beide Facetten des Musicals funktionieren gut. Es ist sehr interessant, etwas über Buddy Holly zu erfahren, der im Gegensatz zu vielen Kollegen nicht im Alkohol- oder Drogenrausch durch die Lande zog, sondern mit famosem Talent und großer Beharrlichkeit sowie irrem Fleiß seine Karriere ankurbelte. Sehr sympathisch wird er dargestellt - und seine Musik reißt einen immer noch mit. Ja, auch die Mutation des Essener Publikums zum damaligen in Buddys Konzerten geht ohne Probleme vonstatten - im Saal brodelte es förmlich, die Stimmung war bestens und gegen Ende standen die Besucher sogar auf und tanzten fröhlich mit, ließen sich also bestens von der Bühne aus animieren.



Die junge Darsteller-Riege - von ihnen viele sogar aus der Region - wusste voll zu überzeugen. Dafür, dass er eigentlich nur als alternierende Hauptbesetzung vorgesehen war und für den verletzten Dominik Hees einspringen musste, spielte der Essener Matthias Bollwerk den Buddy hervorragend - was ihm sicherlich weitere Einsätze garantieren wird. Er sowie seine Mitstreiter zeigten während des Musicals eine musikalisch komplett überzeugende Leistung, waren aber auch schauspielerisch sicher. Etwas unter Wert verkauft sich Patrick Stanke, der zwar als Big Bopper gut Stimmung macht, aber nur ganz weniger Szenen hat und mir in Musicals wie "3 Musketiere" passender besetzt schien. Ansonsten wissen Anastasia Bain, Sidonie Smith und Myrthes Monteiro noch mitzureißen mit ihrem Trio-Auftritt im Apollo-Theatre ... große Klasse!

Fazit: Wer Rock 'n' Roll und Buddy gerne hört oder zumindest hier nicht wegschaltet, der wird hier sehr gut unterhalten. Ein sehr stimmungsvoller Musical-Abend mit vielen interessanten Informationen über Buddy Holly und seine leider viel zu kurze Karriere.

(Tobi)

Copyright der Fotos: Stage Entertainment