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Wer in Frankreichs Hauptstadt Paris oder der Nähe sein sollte, der wird sicherlich überlegen, welche Ziele er ansteuern möchte. Neben den vielen Sehenswürdigkeiten in Paris wie dem Eiffelturm und Triumphbogen, Museen wie dem Louvre oder Kirchen wie Sacré-Coeur und Notre-Dame wird auch "Disneyland Paris" mit all seinen Attraktionen schnell eine Rolle in den Überlegungen spielen.



Das "Disneyland Paris" ist seit seiner Eröffnung im Jahr 1992 (damals noch "Euro Disney Resort" betitelt) der bekannteste Freizeitpark Europas, und auch einer der beliebtesten - mit inzwischen über 320 Millionen Besuchern. Im April 2017 wurde der 25. Geburtstag für den "Disneyland Park" gefeiert, und auch der im Frühjahr 2002 eröffnete zweite große Komplex, der "Walt Disney Studios Park", ist nun schon lange Jahre als Ergänzung am Start. Doch blicken wir zurück auf die Geschichte:

Im April 1983 öffnete in Tokyo der erste Disney-Themenpark außerhalb der USA seine Pforten, und nachdem man mit Disneyland in Kalifornien und Walt Disney World in Florida (siehe auch unseren Bericht hier) bereits große Erfolge verbuchen konnte, wurde auch dieser dritte Park zu einem Publikumsmagneten. Walt Disney Productions hatte hiervon allerdings erstaunlich wenig, gehörte ihnen der Park doch gar nicht. Die Oriental Land Company, von einem Konsortium mächtiger japanischer Unternehmen gegründet, hatte den Bau finanziert und daher auch die Rechte, den Park alleine zu betreiben. Disney bekam lediglich etwas Geld aus Lizenzen und 5% der Merchandising-Einnahmen. Es war also klar, dass ein vierter Park ins Auge gefasst wurde, bei dem man dann auch wieder selbst alles in der Hand haben wollte. Die Entscheidung für Europa fiel recht schnell, liefen die Disney-Filme doch auf diesem Kontinent erfahrungsgemäß noch um einiges besser als in den USA, man brauchte also niemanden mehr an Disney und Merchandising zu gewöhnen, es gab schon Massen an Fans.

Von 1983 bis 1987 suchte man in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien einen geeigneten Ort, zum Schluss blieben die Costa del Sol in Spanien oder Paris in Frankreich als Kandidaten übrig. Auch wenn das Klima in Spanien mehr Sicherheiten zu bieten schien, entschied man sich für Frankreich, da die Bevölkerungszahl dort höher war und das Verkehrsnetz weit besser ausgebaut, dazu kam bessere Erreichbarkeit für Touristen. Die Erfolge im klimatisch ähnlich gelegenen Tokyo waren zudem Ausschlag gebend. Schon 1987 stand fest, wie Disneyland Paris einmal aussehen sollte:
  • "Disneyland Park" mit fünf Ländern (Adventureland, Frontierland, Discoveryland, Fantasyland und Main Street USA)
  • Ein zweiter Themenpark, die "Walt Disney Studios"
  • Sieben Hotels mit insgesamt 5800 Zimmern
  • Zwei Konferenz-Zentren für Wirtschaftstreffen
  • 69 gastronomische Betriebe, von Fast-Food bis zu edlen Restaurants
  • 52 Geschäfte
  • Disney Village als Verbindung zwischen den Hotels und den Parks, mit Restaurants, Geschäften, einem 15-Saal-Kino und Showtheatern
  • 27-Loch Golfplatz
  • Gute Verkehrsanbindung für das 1943 Hektar große Areal außerhalb von Paris, per Zug (Marne-la-Vallee-Chessy TGV) und per Auto (über die A 4)

Als die französische Regierung von ihrem Recht Gebrauch machte, das Land billiger als normal an Disney zu verkaufen, gab es Proteste der ansässigen Farmer - vor allem weil einigen von diesen Land enteignet wurde. Die Disney Company arbeitete hieraufhin eng mit den Landbesitzern zusammen, um Problemen vorzubeugen, und sie schaffte es, dass man nach kurzer Zeit stolz war, bald Besucher aus vielen Ländern zu bekommen. Natürlich wurde auch das Versprechen, neue Jobs zu schaffen, positiv aufgenommen, und so stand dem Projekt nichts mehr im Wege.

Am 12. April 1992 wurde der weltweit vierte Disney-Themenpark eröffnet. Man hoffte auf 11 Millionen Besucher jährlich, rechnete etwa mit der Hälfte hiervon aus Frankreich. Die Rechnung ging nicht auf: Zwar kamen die 11 Millionen Besucher, aber die Einnahmen waren bei weitem nicht so hoch wie erhofft. Ende 1993 hatte man trotz der in diesem Jahr erfolgten Eröffnung der Achterbahn "Indiana Jones und der Tempel des Todes" im Adventureland 1,5 Milliarden Mark Verlust eingefahren, vor allem auf Grund der Kreditschulden und ihrer Zinsen. Man hatte den Fehler gemacht, sich trotz mehrerer Angebote keine Partner für Euro Disney ins Boot zu holen, die das Risiko mit tragen würden, und auch die Rezession wurde nicht ernst genommen. Zudem hatte man amerikanische Erfahrungen als Grundlage für europäische Verhaltensweisen angenommen, womit man sich auf Glatteis bewegte. Ein Beispiel: Der Franzose trinkt mittags eben gerne einen Wein zum Essen, und das aus den anderen Parks übernommene Alkoholverbot wurde so zu einem Problem, denn die Gäste waren nicht zufrieden mit dem Angebot. Auch die Annahme, montags kämen nicht viele Leute, dafür freitags, war vollkommen falsch. Die Tatsachen lagen genau anders herum, und das montags limitierte Personal wurde mit den Massen kaum fertig, während freitags einige Mitarbeiter Däumchen drehen konnten. Zudem brachten die Europäer auf Grund des ja schon nicht geringen Eintrittspreises bei weitem nicht das Geld zu Restaurants und Shops, wie erwartet wurde. Presseberichte über unzufriedene Angestellte taten ihr übriges. Folgen waren ein rapide sinkender Aktienkurs, die Entscheidung, das "Disney-MGM Studios"-Projekt erst einmal auf Eis zu legen (eigentlich sollten die Studios 1995 eröffnen) und ein Wechsel des Managements.

Im März 1994 wurden Schritte eingeleitet, um Euro Disney zu retten. Nach sehr zähen Verhandlungen zwischen den Banken, die mit investiert hatten, und Disney gab es kurz vor dem bevorstehenden Aus doch noch ein glückliches Ende, und eine Finanzspritze eines Prinzen aus Saudi Arabien half zudem. Der Name Euro Disney Resort wurde am 1. Oktober 1994 in "Disneyland Paris" geändert, um die schlechten Assoziationen des Beginns zu verdrängen und durch Nennung einer der romantischten Städte der Welt einen noch reizvolleren Titel zu haben. Zudem wurden die zu hohen Preise gesenkt, was die Besucher natürlich freute. Am 30. Mai 1995 eröffnete im Discoveryland die Top-Attraktion "Space Mountain - De la Terra à la Lune", eine Achterbahn im Dunkeln, und die Besucher strömten wieder. Im Juli 1995 wurden, was viele als Überraschung ansahen, erstmals schwarze Zahlen vorgelegt, man hatte mit 35,3 Millionen Dollar im Plus den ersten positiven Quartalsabschluss zu verkünden. Die Besucherzahlen stiegen weiter an - "Disneyland Paris" lief endlich rund.

Inzwischen hatte man auch die Infrastruktur verbessert. Zusätzlich zum nah gelegenen, 1992 eröffneten RER-Schnellzug-Bahnhof Marne-la-Vallée/Chessy gab es nun auch einen TGV-Bahnhof. 1997 eröffnete ein Gaumont Multiplex-Kino im Disney Village, und das Kongresszentrum für bis zu 5.000 Teilnehmer im Newport Bay Club Hotel wurde eingeweiht. Im September 1999 ließ man offiziell verlauten, dass der verschobene zweite Themenpark nun endlich gebaut werde, und nach einigem Hin und Her um den Namen (das ursprüngliche "Disney-MGM Studios" war schon vom Tisch) wurde 2001 "Walt Disney Studios Paris" bekannt gegeben - der Städtename verschwand aber wieder, als dem Gesamtprojekt der neue Name "Disneyland Resort Paris" verpasst wurde. Am 12. März 2002 öffnete schließlich der zweite große Komplex, heute "Walt Disney Studios Park", der seitdem nach und nach weiter ausgebaut wird, während der "Disneyland Park" mit seinen verschiedenen Themenbereichen schon lange komplett ist und nur noch kleine Änderungen erfolgen.

So brachte z.B. die altbekannte Achterbahn "Indiana Jones und der Tempel des Todes" ab dem Jahr 2000 neuen Nervenkitzel dadurch, dass nun auch rückwärts gefahren wurde, und 2005 wurde bei "Space Mountain" die Mission 2 in Gang gebracht. Im April 2006 wurde der Disneyland Park durch die interaktiven Attraktion "Buzz Lightyear Laser Blast" bereichert, auf dem Walt Disney Pictures Film "Toy Story 2" der Pixar Animations Studios basierend. 2007 feierte Disneyland Paris seinen 15. Geburtstag mit neuen Attraktionen wie der "Disney's Once Upon a Dream Parade" und der Renovierung des Dornröschenschlosses. Im April 2017 dann wurde bereits der 25. Geburtstag gefeiert.

Der "Walt Disney Studios Park" wurde 2007 durch "Cars Race Rally" und "Crush's Coaster" bereichert, inspiriert von den Filmen "Cars" und "Findet Nemo", und Ende des Jahres folgte das "Twilight Zone Tower of Terror". 2008 folgte "Stitch Live!", 2010 das "Toy Story Playland". Die letzte große Neuerung war 2014 die Eröffnung der insgesamt 60. Attraktion "Ratatouille: Das Abenteuer im Disneyland Paris", im Juli 2016 feierte mit "Micky und der Zauberer" noch eine neue Show Premiere.

Doch springen wir wieder etwas zurück. Schon im Jahr 2000 gab es die sehr positive Inbetriebnahme des kostenlosen "Fastpass"-Systems, mit dem die Wartezeiten an den Attraktionen verkürzt werden. Außerhalb des Parks erfolgte zudem damals bereits die Eröffnung des internationalen Einkaufszentrums Val d'Europe mit dem größten Supermarkt Europas. 2001 feierte der Disneyland Park den 100 Millionsten Besucher und baute das internationale Einkaufszentrum Val d'Europe mit einem gigantischen Aquarium mit rund 5.000 Fischen 300 verschiedener Arten (Sea Life) und mit einem neuen RER-Bahnhof weiter aus. 2008 begrüßte das Disneyland Paris den 200-millionsten Gast, im November 2011 wurden es 250 Millionen, und zur 25-Jahr-Feier im April 2017 vermeldete man über 320 Millionen Gäste.

Noch ein paar Worte zum "Disney Village", direkt vor den Toren der Disney Parks gelegen, wo man bis spät abends viele Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten findet, dazu einige Shows oder Möglichkeiten, Party zu machen. 2005 wurde am Lake Disney im Disney Village auch der größte Fesselballon der Welt aufgestellt, PanoraMagique, mit dem die Besucher aufsteigen können und dann einen weit reichenden Ausblick über Disneyland Paris und die Umgebung haben. Zudem bot das Disney Village nun auch ein IMAX 3D Kino der neuesten Generation. Die erste nachhaltig konzipierte Filiale von Starbucks Coffee eröffnete übrigens 2009 in Disney Village.

Einen Überblick über das Areal des Disneyland Paris findet man hier. Wir stellen euch die zwei Freizeitparks vor, die wir im April 2016 besuchten (bitte das jeweilige Logo anklicken zum Bericht):



Unser Fazit zum Disneyland Paris:

Ein Besuch im Disneyland Paris lohnt sich in jedem Fall. Erwachsene und Eltern freuen sich nicht nur über leuchtende Kinderaugen, man hat auch selbst jede Menge Spaß bei den Attraktionen. Für die Kinder sind natürlich auch Treffen mit den vielen Figuren, die sie aus Comics und dem Fernsehen lieben, eine Freude - allerdings ist dies hier in Paris doch noch etwas beschwerlicher verglichen mit dem Walt Disney World Resort in Florida, wo man nicht so lange Wartezeiten hierfür einplanen muss. Insgesamt ist aber auch hier in Frankreich alles bestens durchorganisiert und man fühlt sich als Besucher sehr wohl, es herrscht eine tolle Atmosphäre. Ist man ohne Kinder unterwegs, kann man umso mehr der Attraktionen wahr nehmen, die nicht für jedes Alter geeignet sind, wie wilde Achterbahnen, Simulatoren oder leicht gruselige Dinge wie den "Tower of Terror". Generell ist festzustellen, dass inzwischen auch der "Walt Disney Studios Park" über die letzten Jahre so erweitert wurde, dass sich ein Besuch auch für einen ganzen Tag wirklich lohnt. Das war bei unserem ersten Besuch 2002 kurz nach der Öffnung dieses Parks noch ganz anders, und auch bei unserem zweiten Besuch in 2007 bot er noch eine sehr limitierte Zahl an Attraktionen.


Möchte man beide Parks besuchen, reicht ein Tag nur aus, wenn man auf Lücke plant und früh kommt, auch um sich auch wenigstens einen der "Fastpass" genannten Schnellzutritte für eine Attraktion zu sichern, bei der die Wartezeit lang ist - wie z.B. "Ratatouille". Mit dem Fastpass geht man durch einen gesonderten Eingang und wartet nur verhältnismäßig kurz - das lohnt sich. Leider kann man sich in Paris nur immer einen Fastpass sichern, und erst wenn dieser genutzt wurde, gibt es die Möglichkeit für einen neuen - in Orlando sind das drei. Oder aber man verzichtet darauf, neben seinen Liebsten zu sitzen und nutzt die inzwischen sinnvollerweise auch in Paris existierenden "Single Rider Lanes", um Reihen aufzufüllen, was viel Zeit spart - momentan möglich beim "Star Wars: Hyperspace Mountain" im "Disneyland Park" und bei "RC Racer", "Toy Soldiers Parachute Drop", "Crush's Coaster" sowie "Ratatouille" im "Walt Disney Studios Park". Ist man sehr flexibel, lohnt es sich übrigens, einen wettertechnisch vielleicht nicht allzu gut vorher gesagten Wochentag für den Besuch zu wählen, hier ist der Ansturm der Besucher nämlich deutlich geringer und die Wartezeiten reduzieren sich hierdurch beachtlich.

Auch zum Disneyland Paris gibt es eine offizielle App, bei der sich das Herunterladen auf das Smartphone lohnt, denn hier erhält man einen Überblick über die die geschätzten Wartezeiten bei Attraktionen, die Uhrzeiten der verschiedenen Shows, interaktive Lagepläne und vieles mehr. Im Gegensatz zur "My Disney Experience"-App in den USA kann man sich allerdings leider vorab keinen "Fastpass" sichern. Mehr Informationen zur App findet man hier.

Ein paar Dinge sind noch zu erwähnen:
  • Wenn man kann, sollte man unbedingt so lange im Park bleiben, dass man kurz vor der Schließung im Disneyland Park die täglich gebotene Show "Disney Illuminations" miterlebt - diese ist sehr nett gemacht, mit Laser, Projektionen und Feuerwerk zu passender Musik am erleuchteten Dornröschenschloss (siehe Foto oben).

  • Inzwischen hat das beliebte Thema "Star Wars" immer mehr Einzug ins Disneyland Paris gehalten, nachdem Disney 2012 Lucasfilm übernommen hatte - allerdings bei noch nicht ganz so viel wie in den US-Disney-Parks. So findet man im "Disneyland Park" mit "Star Tours" einen Raumflug-Simulator, der "Space Mountain" ist zum "Star Wars: Hyperspace Mountain" umgebaut und im Frühjahr 2017 eröffnet worden, es gibt die "Jedi Training Academy" und im Starport kann man sich mit Charakteren der Saga fotografieren lassen. Im "Walt Disney Studios Park" wurde eine Bühne für Aktivitäten rund um "Star Wars" installiert, wohin u.a. auch ein ansprechender Marsch der Storm Trooper abgehalten wird - passend zum Motto "Die Zeit der Macht" für die Saison 2017.

  • Auf der Website des Disneyland Paris kann man sehen, welche Attraktionen gerade nicht geöffnet sind - wetterbedingt kommt es kurzfristig oder auf Grund von Renovierungen oder Umbauten auch mal langfristig zu Schließungen. Hierüber sollte man sich informieren, wenn man nicht an einen Besuchstermin gebunden ist - denn es kann schon sehr schade sein, wenn gerade einige der Lieblings-Attraktionen nicht genutzt werden können.

  • Ein Besuch im Disneyland Paris ist im Vergleich zu Amerika nicht ganz so teuer, aber doch alles andere als billig. Aber er lohnt sich wirklich - und man macht ihn ja vermutlich auch nur alle paar Jahre, wenn überhaupt mehrmals. Im Optimalfall findet man ein gutes Komplettangebot aus Übernachtung in einem der vielen zum Disneyland gehörenden Hotels (hier gibt es auch Partnerhotels) und Parkeintritt. Die Hotels sind sehr schön gemacht, und man spart sich so auch die 20 Euro fürs Autoparken am Park und kann mit Bus hin fahren.


Offizielle Links:

Website: www.disneylandparis.de
Forum: de.go-disneylandparis.com
Facebook: facebook.com/disneylandparis
YouTube: youtube.com/disneylandparis
Twitter: @disneyparis_en


(Bericht: Tobi)
(Copyright der Fotos: Disneyland® Paris)