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(23. Dezember 2006)

Als Tourneeproduktion gastiert das Musical imPalladium in Köln. Gut, ein wirkliches Musical-Ambiente kann man nicht aufbieten, aber für einen gelungenen Abend wird allemal gesorgt. Die alte Fabrikhalle ist nicht nur gut beheizt, sondern natürlich auch bestuhlt worden, und damit nicht alle in gleicher Höhe sitzen, geht es alle sieben bis zehn Reihen eine Stufe höher. Optimale Sicht wird so zwar nicht erreicht, aber sie ist zweckdienlich, und wenn die Darsteller nicht gerade in wenigen Szenen auf der Bühne sitzen oder liegen, dann ist alles gut zu sehen.



Die Neuinszenierung des Musicals ist gut gelungen. Große Kulissen werden durch fünf Projektionswände ersetzt - eine große Leinwand dient als Hintergrund über einer Treppe am Ende der Bühne, dazu gibt es rechts und links jeweils zwei hohe Leinwände für weitere visuelle Unterstützung. Ehrlich gesagt war ich skeptisch, ob so wirkliches Musical-Feeling aufkommen würde, aber das Ganze funktioniert gut. Die Bilder aus Barcelona unterstützen mit der wahren Schönheit von Gaudís Bauten die Handlung und schaffen den richtigen Rahmen.

Die Story ist interessant erdacht und wird gut transportiert - gesprochen wird in Deutsch, zumeist aber wird in diesem Musical gesungen, und hier ist man den englischen Texten treu geblieben.



Dass die Songs des Musicals von Eric Woolfson schön sind, weiß man ja bereits. Stücke wie das pompöse Thema "La Sagrada Familia" oder die Ballade "Closer To Heaven" bereiten auch heute noch viel Freude - und die instrumentalen Passagen zu den Tanzszenen sind auch prima. Zwischen klassischen Stücken, typischem Alan-Parsons-Flair und rockigen Passagen findet man hier alles, was ein modernes Musical ausmacht, mit einigen "großen" Melodien. Dass die Musik live gespielt wird, sorgt für echte Musical-Atmosphäre - der Sound war hierbei sehr gut, was ja in einer großen Konzerthalle mit Bestuhlung auch nicht immer der Fall ist.



Die Besetzung des Musicals ist ebenfalls gut gelungen. Die zwölf Ensemble-Mitglieder sangen und tanzten gekonnt, wobei starke Kostüme und noch stärkere Choreographien, von denen es viele gibt, voll zu überzeugen wussten. Aus den vier Hauptdarstellern ragte Henrik Wager als Mark Winner heraus, der klassisch wie rockig mit einer tollen Stimme und viel darstellerischem Ausdruck zu begeistern wusste. Auch Karin Seyfried und Aleksander di Capri sangen überzeugend, wobei Letzterer hier und dort etwas im Timing daneben lag. Und Stefanie Lämmerhirt nahm man die nervige TV-Reporterin voll ab.



Fazit: Die Neuinszenierung des Musicals als Tourneeproduktion ist sehr gut gelungen, besser als erwartet. Man braucht nicht immer monatelange Bühnenbauten, um einen guten Musical-Abend anzubieten. Musik, Besetzung, Choreographien, Kostüme - alles stimmig, alles überzeugend. Zum Schluss gab es bei der Premiere in Köln Standing Ovations für die Akteure, Produzenten, Crew und den anwesenden Eric Woolfson. Ganz voll war die Halle aber leider nicht - also hin, es lohnt sich!

(Tobi)