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HINTERM HORIZONT erzählt die Geschichte einer großen Liebe, zwischen Mauer und Stacheldraht - zwischen Ost und West. Mit den Hits von Udo Lindenberg und dem Humor von Thomas Brussig („Helden wie wir“, „Sonnenallee“). Es ist die Liebe zwischen Udo und dem Mädchen aus Ostberlin.

„Da kommen die ganzen Erinnerungen wieder hoch“, so Udo Lindenberg Anfang Juli 2010 in Hamburg. „All die Einzelheiten, an die ich mich kaum erinnern konnte. Jetzt kommt alles zurück. Wie das bei Jessy zu Hause war, all das Palaver, das ich nie so mitgekriegt habe. Die ganzen Begegnungen in Berlin und Moskau. Die ganzen Phantasien gehen da wieder an. Wie ein Feuerwerk in meinem Kopf, aber auch in meinem Herzen, meiner Seele.“

Regisseur Ulrich Waller kennt Udo Lindenberg schon über zwölf Jahre. „Ich hatte lange darüber gegrübelt, wie man mit seiner Musik mehr machen kann. Mit seinen Songs und vor allem einer Geschichte, in der er selbst vorkommt. Diese Lieder haben ganz viel mit Udo zu tun. Sie sind sehr persönlich und kaum austauschbar,“ erklärt Ulrich Waller. „Schließlich hat uns Udo auf Thomas Brussig gebracht. Ein Autor, der aus dem Osten kommt, dort geboren wurde und mitten im Geschehen stand. Der bei dem legendären Konzert 1983 draußen vor der Tür bleiben musste. Rein wollte zu Udo, in den Palast der Republik. Brussig stand für uns stellvertretend für die vielen Fans, die Udo Lindenberg immer in der DDR hatte.“

In Teamarbeit wuchs das Buch zur Show. Das „Mädchen aus Ostberlin“ wurde zum Herzstück, erinnert sich Ulrich Waller: „Das Lied entstand ja eigentlich schon zehn Jahre früher, also schon 1973. Kurz nach dem Beginn der Ost-Politik von Willy Brandt - ,Wandel durch Annährung’. Und Lindenberg hatte das damals quasi musikalisch umgesetzt und gegen die Teilung angesungen. Vor dem Hintergrund des geteilten Deutschland entstand dann eine Liebesgeschichte. West-Rocker verliebt sich in FDJ-Mädchen.“ An dieser Geschichte wurde weitergearbeitet. „Durch Thomas Brussig ist dann auch noch ein zusätzlicher Strang dazu gekommen, dass die Stasi versucht, einen Udo Doppelgänger zu finden“, so Waller. „Weil sie damals – und das kann man anhand der Akten auch relativ genau belegen – doch sehr in Panik waren, was da auf sie zukommt mit Lindenberg, wenn der diese Tour durch die DDR macht und wie sie das unter Kontrolle halten können. Auf Anweisung von höchster Stelle wurde versucht, einen Doppelgänger aufzubauen – quasi Stasi sucht den Super-Udo – und das ging natürlich schief.“

Udo Lindenberg war selbst sehr stark in die Entstehung des Musicals eingebunden. „Wir wollen nichts erzählen, was die Figur oder Udo als Person in irgendeiner Weise beschädigt oder in ein falsches Licht rückt.“ Udo gab die Richtung vor. Es ist sein Leben. „Wenn ich mir vorstelle, ich sehe das auf einer großen Bühne, mit einem großen Sound, dann werde ich da wahrscheinlich auch hinter meiner dicken Sonnenbrille manchmal leicht nasse Augen kriegen“, so Lindenberg. „Die Zusammenarbeit mit Udo ist inspirierend“, so Regisseur Ulrich Waller. „Er hat immer wieder neue Ideen und es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie gut das Repertoire seiner Lieder in diese Geschichte passt. Ohne dass man sie vergewaltigen muss, ohne dass man sie umschreiben muss. Das hat uns selbst manchmal überrascht.“

HINTERM HORIZONT soll unterhaltsam sein, aber den Hintergrund der deutschen Geschichte nicht verschweigen. Der jungen Generation einen Eindruck der deutsch-deutschen Vergangenheit geben. Ein großes Anliegen von Udo Lindenberg: „Ich möchte die Brutalität der deutsch-deutschen Teilung zeigen. Das andere Deutschland. Ganz nah, aber irgendwie ganz fern. Ganz verwandt, aber doch exotisch und fremd. Wie die Sprache da war, wie die Feelings waren. Wie der ganze Stress war. Die ganzen Verhaftungen und Belehrungen. U-Haft und die vielen Repressalien.“

„Viele haben ja, nur weil sie Udo gut fanden und Udo-Songs, mördermäßigen Stress erlebt. Was wir hier ja überhaupt gar nicht wussten. Ich wusste es auch nicht. Ich dachte immer, das war doch lustig mit Honni...,“ so Udo. „Aber die vielen Schicksale, die dahinter standen, im Einzelnen - ich habe das immer nur gerüchteweise gehört. Konnte das gar nicht glauben. Bis hin zu Folter und all so was. Dass man da über die Entwicklung von diesem Deutschland etwas erfährt, so richtig genau, etwas authentisch erfährt, und jetzt über die verschiedenen Perspektiven auch buntere Blicke bekommt, ist ganz wichtig.“

Die Uraufführung von HINTERM HORIZONT wurde am 13. Januar 2011 im Stage Theater am Potsdamer Platz gefeiert. Seitdem wurden knapp 1,5 Mio. Tickets für HINTERM HORIZONT verkauft. Damit ist HINTERM HORIZONT das erfolgreichste Musical Berlins.