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(8. November 2016)



Unsere einleitenden Worte zum Theater sind nicht neu. Das Colosseum Theater in Essen ist dafür, dass es in einem alten Fabrikgebäude entstanden ist, durchaus schön. Nachdem man eine Treppe zum Eingang hinauf geschritten ist, gelangt man in das geräumige Foyer mit Getränke- und Souvenirständen, ganz in Rot gehalten. Der Theatersaal ist nicht sonderlich prunkvoll gestaltet, man sitzt eher wie im Kino, dafür aber mit ausreichend Beinfreiheit.



Das Musical ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK bietet jede Menge Spaß, gepaart mit den tollen Songs von Udo Jürgens. Die Handlung, die neben vielen lustigen Momenten auch eine Prise Gesellschaftskritik zu bieten hat, ist nett gestrickt worden, um die Lieder gut und sinnvoll einbinden zu können. Auch die Charaktere wurden dementsprechend gestaltet - um z.B. den großen Hit "Griechischer Wein" platzieren zu können, gehört halt ein Grieche zum Team von Lisa Wartberg. Einige Stücke weichen etwas vom Originaltext ab, was aber stets behutsam und sehr sinnvoll gemacht wurde, auch um moderne Themen zu platzieren. Da geht es in "Ein ehrenwertes Haus" eben nicht mehr um ein Paar ohne Trauschein, sondern um das homosexuelle Paar Fred und Costa, welches es nicht überall leicht hat.



Ältere Semester haben in jedem Fall ihren Spaß - nicht nur, weil sie natürlich mit den Liedern von Udo Jürgens bestens vertraut sind. Es geht ja auch um das Ausbüchsen von Maria und Otto aus dem Altersheim, um die sehr sympathische Suche nach Abenteuer und Glück auch in höherem Alter, die mit viel Witz inszeniert wird. Aber auch jüngeren Besuchern dürfte das Musical gefallen. Es kommt alles andere als langweilig daher, flott inszeniert, und auch Axels cooler Sohn Florian (gut gespielt von Tim) bringt Pepp. Zudem wird gut Party gemacht, viele der Lieder werden durch Mitklatschen gefeiert, und auf der Bühne sieht man starke Choreografien.



Das Bühnenbild dieser Tourneeproduktion entspricht natürlich nicht ganz dem einer langen Spielzeit, es ist aber völlig okay, man vermisst hier nichts. Für die Schiffsszenen gibt es diverse Kulissen, die einen mit auf hohe See nehmen. Vorher fuhr Axel im Geländewagen über die Bühne, und das Reisebüro war als solches auch gut zu erkennen. Einige witzige Videoeinspieler, wie vor allem die auf dem Navigationsgerät dargestellte Irrfahrt nach Genua, komplettieren das Bild.



Unter den Darstellern gab es bei unserem Besuch stimmlich durchaus Klassenunterschiede, aber auch hier geht es ja nicht immer darum, Perfektion abliefern zu müssen - wenn also Rosemarie Wohlbauer und Peter Uwe Witt als Rentner nicht unbedingt so klangen, als hätten sie schon weltweiten Musical-Ruhm erlangt, dann war dies völlig okay und reichte absolut aus. Oder wenn Tim als Florian nicht jeden Ton traf, dann ist dies einfach nur natürlich und schmälerte seinen gelungenen Auftritt nicht. In jeder Hinsicht überzeugend kamen hingegen Sarah Schütz als Lisa und Gerben Grimmius als Fred daher, die hervorragend spielten und sangen. Karim Khawatmi spielte ebenfalls gut, hatte stimmlich aber mal starke, mal "nur normal gute" Momente. Zudem agierten Gianni Meurer als Costa und Nicolas Christahl als Kapitän sicher.

(Tobi)

Copyright Fotos: Stage Entertainment